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Up From The Ground VII - Gemünden

01.09.2003 | 10:38

15.08.2003, Mainwiesen

Klein aber fein: das von FINAL BREATH im fränkischen Gemünden ausgerichtete Up From The Ground Festival. Bereits das Siebte seiner Art ging am dritten Augustwochenende inmitten der idyllischen Mainwiesen über die Bühne - von Freitag auf Samstag ein Programm mit überwiegend death- und thrashlastiger Kost, PUNGENT STENCH und DIE APOKALYPTISCHEN REITER als Hauptacts mittendrin. Keine Frage, das musste man sich mal ansehen - also Krempel in den Punto gepackt und die gut 300km von Stuttgart gen Frankenstädtchen in Angriff genommen.

Freitag, 15.08.2003

Schwitzen! Nach einer im wahrsten Sinne des Wortes heißen Autofahrt endlich beim malerischen, vom friedlich dahinfließenden Main gesäumten Gelände angekommen, herrschen immer noch bullige Temperaturen um die 30 Grad. Und das trotz bereits angebrochener Abendstunden. Da gibt's nur eins: Erst mal ein kaltes Bier für 2 € (plus 1 € Pfand) geschnappt und anschließend einen gemütlichen Platz auf dem Festivalrasen ergattert. Auf der Bühne rödeln gerade THE DAREDEVILS, eine junge Undergroundtruppe aus Würzburg mit rockigem Einschlag. Nicht viele Zuschauer nehmen wirklich Notiz von dem Auftritt und beschäftigen sich lieber mit dem vor sich stehenden Getränk, dem Freund bzw. der Freundin oder liegen einfach faul danieder.
Die nächsten zwei Kapellen TYRAX (netter Death Metal mit melodischen Einsprengseln) und TO THE SEVEN (zu gegebener Tageszeit leider recht deplaziert wirkender apokalyptischer Black Metal mit nichtsdestotrotz schöner Melodie- und Riffingarbeit) ereilt so ziemlich das gleiche Schicksal seitens des Publikums, eher beiläufig wird Beachtung gezollt und der Applaus fällt mehr als dürftig aus. Auch ich selbst halte lieber ein Schwätzchen mit den bereits gefährlich schwankenden Dänen von ILLDISPOSED.

Richtig Festivalstimmung kommt erst auf, als der erste der Freitags-Hauptacts, END OF GREEN, die in Abendlicht getauchte Bühne betritt. 'Tormented Sundown', 'Demons', 'Motor', 'Death In Veins', 'The Only One'..., der Depressive Subcore der Süddeutschen trifft den Nerv der Leute und sorgt für überdurchschnittliche Zuschauerreaktionen. Auch optisch und handwerklich machen Huber & Co wieder einmal eine gute Figur und spielen sich sprichwörtlich den Arsch ab.
Während meine aus Kanada stammende Begleitung schmerzlich zu begreifen beginnt, dass auf Bayrischem Hoheitsgebiet das Auftreiben einer vielerseits beliebten Rauchware ein äußerst schwieriges Unterfangen darstellt, decke ich mich am nahegelegenen Happa-Happa-Stand für schlappe 2 € mit Bratwurst ein (Alternativen: Käsestange oder Steakwecken) - und bekomme prompt nicht nur Essen und Bier spendiert, sondern von einem ebenfalls anstehenden Gast eine Tüte angeboten. Der Herr der Schöpfung ist indes auf seiner verzweifelten Suche in den Schatten der einbrechenden Nacht untergetaucht... .
Zurück zur musikalischen Seite: Nach routinierter Show - kein Wunder, schippern END OF GREEN momentan doch so gut wie jedes Wochenende auf einer anderen Veranstaltung in und um die Republik herum - räumen die Schwaben die Bühne für ILLDISPOSED. Lagen gut 80 % der Dänen wenige Stunden zuvor noch mit glasigen Augen alkoholschwanger brabbelnd auf der Festivalwiese, so wirken sie live frisch und heftig, kein Zeichen der Schwäche. Auf einem im hinteren Teil des Geländes postierten Tisch zu einem kleinen Schläfchen zusammengesunken bekomme ich zwar nur akustisch das Schaffen der groovigen Death Metal-Recken mit, das klingt bei Weitem aber nicht schlecht, und auch die sich nunmehr zahlreich auf den Mainwiesen tummelnden Nasen zeigen sich begeistert vom thrashig-deathigen Songmix aus den Alben "Retro", "There's Something Rotten" und "Kokaiinum".
Danach Lichter aus... .

Redakteur:
Kathy Schütte

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