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Wacken Open Air 2011 - Wacken

29.08.2011 | 17:30

03.08.2011, Festivalgelände

Wieder einmal geben sich Legenden und Newcomer die Klinke in die Hand - lasst die Kirmes starten!

DONNERSTAG - 04. August 2011

Wackööön!!! Das Vorgeplänkel ist Bier von Gestern - auf geht es in die dreitägige Schlacht. Ring frei!

Die Norweger KVELERTAK überzeugten mit ihrem selbstbetitelten Debüt auf ganzer Linie. Das Bullhead-Zelt ist entsprechend voll und Sprechchöre ertönen. Allerdings ist die Location mäßig für Bands geeignet, denn in der Mitte vor der Bühne steht der große Wrestling-Ring; die Zuschauer können nur rechts und links daneben stehen, aber nicht direkt vor der Bühne. Doch Sänger Erlend Hjelvik entschädigt das Publikum und läuft immer wieder in den Ring hinein, um alle Fans anzustacheln. Mit 'Fossegrim', 'Blodtorst' und 'Ulvetid' treffen sie genau den Nerv der Fans und geben mächtig Gas. Überall gehen die Hände in die Luft, Haare werden geschüttelt. Allerdings kann kaum jemand die norwegischen Texte mitsingen, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut. Zum krönenden Abschluss läuft Hjelvik noch einmal in den Ring, positioniert sich auf jeder Seite, um sich bejubeln zu lassen, und verabschiedet sich dann mit einer spektakulären Wrestling-Rolle.

Aufgeheitert von deutsch-türkischem Humor von Bülent Ceylan, heißt es nun Bierbäuche rausstrecken und 'Hoch hinaus' mit FREI.WILD! Zum dritten Jahr nacheinander haben es die Südtiroler nach Wacken - Zitat Philipp: "Mekka des Lebens" - geschafft. Um ihr mittlerweile zehnjähriges Bestehen zu feiern, werden die Jungs mit einem Auftritt auf der Black Stage reich beschenkt. Und was darf man auf so einer richtigen FREI.WILD-Sause erwarten?

Richtig, maßlos Bier, jede Menge Dreck, halbe Schweine am Spieß und unentwegtes Rumgerülpse und -gegröle. Während Philipp und Kollegen auf ihren Heimatstolz mit 'Südtirol' anstoßen, herrscht unterm Volk heftiges Gepoge (Achtung: Auch Sitz-Pogo kann gefährlich sein und Beulen verursachen!!!). Doch 'Sieger stehen da auf wo Verlierer liegen bleiben'. Und so ziehen Wikinger in Badehöschen mit Lämmchen und Welpen ihre Kreise während sich unterdessen ein mysteriöser Wurstgeruch breit macht. Ein gelungener Auftakt für das Wacken Open Air 2011!

Ein absolutes Desaster soll heute HELLOWEEN zukommen. Voller Tatendrang brüllt Sänger Andi Deris "Are you Me..." und weg ist der Strom. Besser kann eine Show ja gar nicht anfangen. Professionell versucht man, den Fehler zu beheben. Doch auch beim zweiten Versuch des Openers 'Are You Metal' wird der Saft abgedreht. Noch nehmen die Hamburger Jungs es gelassen (Andi: "Ich hoffe das kommt nicht vom Atomausstieg."). Doch arge Soundprobleme lassen alle weiteren Songs wie aus einem Kofferradio klingen. Die Stimmung sinkt allgemein auf einen Tiefpunkt. Das krachende Medley bestehend aus 'Keeper of the Seven Keys', 'The King for a 1000 Years' und 'Halloween' sowie 'Dr. Stein' können die Launen zwar wieder etwas erhellen, jedoch fragt man sich zu Recht, warum man ein müdes Drumsolo zusammenbrettern muss und 'Future World' zu einem zehnminütigen Sing-Sang-Mitklatsch-Spielchen ausschlachten muss. Zu allerletzt lässt Andi auch noch Witzchen über Drummer Daniel ab ("Der Wichser hört da hinten ja gar nichts..."). Muss so etwas wirklich sein, wenn man sowieso schon genug Zeit aufgrund technischer Probleme verloren hat? Trotzdem lässt 'I Want Out' zum Abschluss gehörig die Korken knallen und einen Kürbis umherwandern - wenigstens noch ein kleiner Leckerbissen. Fazit: Verlierer des Tages - HELLOWEEN. Welch ein Trauerspiel.

Zur bester Showtime um 20:30 Uhr betreten BLIND GUARDIAN die Black Stage und bieten den Heerscharen von Metalheads eine im wahrsten Sinne des Wortes "Night To Remember". Mit dem Opener 'Sacred Worlds', aber auch mit 'Tanelorn (Into The Void)' beweisen sie, dass sie "At The Edge Of Time" ohne weiteres live umsetzen können.

Einem Chor gleichend wird in den folgenden 90 Minuten mitgesungen, was die Stimmbänder hergeben, dazu bieten BLIND GUARDIAN ein Best Of ihres bisherigen Schaffens. 'Imaginations From The Other Side wird "als Belohnung für's Mitmachen" losgelassen, etwas "romantischer" wird es mit 'Lord Of The Rings'.  Sympathie-Träger Hansi Kürsch hat die Menge sofort in den Bann gezogen und bietet große Gesangskünste. Ganz groß sind auch 'Valhalla', das mit einem langen Interaktionspart zum Mitmachen animiert und große Gefühle gibt es mit 'The Bard's Song - In The Forest'.

Im Vorfeld hieß es, dass dem fast Mitt-Sechziger OZZY OSBOURNE die Schneidezähne ausgefallen seien. Die Konsequenz: Die immense Spannung über den Auftritt von OZZY OSBOURNE nimmt im Verlauf des Tages kontinuierlich zu, ist um 22:30 Uhr überall spürbar und entlädt sich schlagartig nach dem obligatorischen "Let the madness beginn!" und den ersten Tönen zu 'I Don't Know'. Er kanns noch! Und noch viel mehr: Er ist besser drauf als in jüngster Vergangenheit gesehen! Auch wenn er seinen Mikrofonständer kaum loslässt und die Band sehr in den Vordergrund gemischt ist, wird Ozzy mächtig abgefeiert - zu recht! Seine Solostücke kommen genauo so gut an wie die vier BLACK SABBATH-Songs ('War Pigs', 'Rat Salad', 'Iron Man', 'Paranoid'). Der Ironman hat viel Spaß bei den Songs und bedankt sich oft beim Publikum. Mal verdreht er zu 'Mr. Crowley' wahnwitzig seine Augen oder wirft eimerweise Wasser in die schwitzende Menge, der Schaumwerfer trifft allerdings vor allem die Security. Die sehr lang gezogene und tolle Solo-Sektion des Gitarristen und Schlagzeugers zur Mitte des Sets ließen Ozzy Zeit und Raum zum Erholen. Mit 'Paranoid' wurde der ehrwürdige Auftritt abgerundet. Insgesamt gehen beide Daumen hoch!

Redakteur:
Pia-Kim Schaper
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