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Wave-Gotik-Treffen 2001 - Leipzig

19.06.2001 | 03:10

01.06.2001, diverse Veranstaltungsorte

Nach dem chaotischen Ausgang des letztjährigen WGTs (zur Erinnerung: der damalige Veranstalter musste Zahlungsunfähigkeit einräumen, das Festival wurde einen Tag früher abgebrochen und viele Künstler und Mitarbeiter wurden um ihre Bezahlung gebracht) gab es im Vorfeld natürlich Spekulationen: Würde das 10. Wave-Gotik-Treffen genauso im finanziellen und organisatorischen Desaster versinken? Zwar hatte man sich mit \"In Move\" einen neuen Veranstalter an Bord geholt, der u.A. durch das managen des With Full Force Festivals einen guten Ruf genießt, aber dennoch blieben viele weiterhin skeptisch - nicht zuletzt auch, weil das WGT schon seit jeher den Ruf \"genießt\", notorisch schlecht organisiert zu sein.
Doch, oh Wunder, dieses Mal glänzte das europaweit größte Treffen der schwarzen Szene durch einen so gut wie reibungslosen Ablauf, ohne vergraulte Musiker und Konsorten...und sogar die Security erwies sich als erstaunlich nett und freundlich (zumindest die, mit der ich es zu tun hatte). Überraschend auch die Besucherzahlen: Nach dem Debakel des 9. Treffens und den vielen Unkenrufen danach hätte man denken können, dass sich Pfingsten 2001 nicht mehr allzu viel schwarz gekleidetes Volk in Leipzig blicken lassen würde - Trugschluss! Denn trotz miesem nasskalten Wetters fanden sich etwa 20 000 Grufties (und die, die es noch werden wollen) ein, um auf den zahlreichen, über die ganze Stadt verteilten Veranstaltungsorten ihre Lieblingsbands zu feiern, Lesungen beizuwohnen, Filme zu sehen oder sich auf dem Mittelaltermarkt und an den zahlreichen Verkaufsständen um einige Märker zu erleichtern.

Soweit sogut. Als katastrophal allerdings entpuppten sich (mal wieder) die Zustände auf dem im Agra-Messegelände befindlichen Zeltplatz: Obwohl man dieses Jahr die Obsorgekarten (welche zum Zelten berechtigen) vorsorglich nur auf 9 999 Stück begrenzt hatte, lief das abgesteckte Camping-Areal förmlich über. Grund: Ein Teil des Geländes um die Messehallen, welches im letzten Jahr ebenfalls noch zur Unterbringung gedient hatte, war zu Parkplätzen umfunktioniert worden. Resultat: akuter Platzmangel. So mancher Besucher wich deshalb alternativ auf andere lauschige Plätzchen aus - Zelte fanden sich an allen möglichen und unmöglichen Orten. Als eine Frechheit sahen es auch viele Zeltplatznutzer an, dass sie jedes Mal drei Mark berappen durften, wenn sie eine (kalte!!) Dusche nehmen wollten und es verboten war, bestimmte Lebensmittel mit auf das Camping-Areal zu nehmen. Was wurde da geflucht... .
Ebenfalls ärgerlich: Die Auftritte vieler bekannter Bands überschnitten sich, weshalb man gezwungen war, Prioritäten zu setzen. Aufgrund der relativ großen Entfernungen zwischen den Locations - Agra, Werk II, Parkbühne, Haus Leipzig, Haus Auensee, Moritzbastei und Völkerschlachtdenkmal - war ein kurzes Hin- und Herspringen zwischen den einzelnen Konzerten so gut wie unmöglich. Und ab dem frühen Abend bildeten sich, wie beispielsweise bei Haus Auensee, oft so große Schlangen vor den Eingängen der Veranstaltungsorte, dass ein Reinkommen sowieso getrost vergessen werden konnte; frei nach dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Auch nicht unbedingt neu, trotzdem wurden einige Nerven und Geduldsfäden sicherlich böse strapaziert.

Lange Rede, kurzer Sinn, perfekt wird das WGT sowieso nie ablaufen, aber dieses Jahr hat man im Vergleich zu früheren Zeiten schon einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Und trotz der aufgeführten Mängel kann ich sagen, dass ich viele schöne Eindrücke mit nach Hause genommen habe - wovon sich die Leserschar gerne beim Stöbern in den folgenden Konzertberichten überzeugen kann.
Abschließend möchte ich mich noch herzlich bei der Crew von GothicParadise.de für die tatkräftige Unterstützung bedanken, ohne die ich garantiert total im Chaos und Stress versunken wäre :-).

So, jetzt aber viel Spaß beim Lesen...

Redakteur:
Kathy Schütte

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