Perlen der Redaktion: René Juffernholz mit seinen Highlights 2025
19.01.2026 | 21:28Ein Jahr im Zeichen der Hyäne.
Das Jahr 2025 ist zu Ende gegangen, das neue Jahr hat begonnen. So ist es auch an der Zeit für mich meinen ersten Rückblick für POWERMETAL.de zu schreiben und auf meine musikalischen Highlights des Jahres zu blicken.
Die musikalischen Highlights
Meine Alben des Jahres lassen sich am besten mit dem Begriff traditionell beschreiben. Wenn man Bands wie BLIZZEN mit ihrem speedlastigen Heavy Metal auf "Metalectric", CASTLE RAT mit dem doomigen "The Bestiary" oder die Brasilianer TUMBA, die mit "Blasfémico Resplandor" das Spielfeld zwischen Black, Death und Thrash beackern, von außen betrachtet, könnten die stilistischen Unterschiede kaum größer sein. Dennoch eint alle Bands in meiner Liste die leidenschaftliche Hingabe zu den traditionellen Spielarten unseres geliebten Metals.
Kyle McNeill hat dieses Jahr sehr viel richtig bei mir gemacht, konnte er doch gleich mit zwei Alben mein Herz erobern. Während das großartige "Shadow Of A Fallen Star Pt.2" seiner Hauptband SEVEN SISTERS einen meisterhaften Abschluss der auf dem ersten Album begonnenen Sternenreise darstellt, ließ ich mich von Kyle und "Heather & Hearth", dem zweiten Album seines Soloprojektes PHANTOM SPELL, auf eine musikalische Reise voller Magie mitnehmen.
Erfreulich ist, dass Bands wie AMBUSH mit "Evil In All Dimensions" und WINGS OF STEEL mit "Winds Of Time" beweisen, dass man eingängige Songs schreiben kann, ohne dass man sich kommerziell anbiedern muss. Beide Bands haben ebenfalls gemein, dass sie mit Oscar Jacobsson (AMBUSH) und Leo Unnermark (WINGS OF STEEL) über zwei Sänger von Weltklasseformat verfügen.
Aus Lateinamerika hat sich dieses Jahr auch einiges in meine Ohren verirrt. TROVAO entführt uns mit "Diamante" in die Synthie-lastigen 80er-Jahre, wo wir dann mit CREATURE und deren Album "Creatures II" auch erst einmal verweilen. JET JAGUAR steigert dann auf "Severance" das Tempo wieder, bevor uns dann LETALIS und deren Frontröhre Jaqueline Jara "Verdareo Poder" um die Ohren haut. Die jungen Mexikaner von PHANTOM lieferten mit "Tyrants Of Wrath" einen unwiderstehlich angeschwärzten Mix aus Speed und Thrash Metal, so rau und roh, wie man es sich nur wünschen kann. ACERO LETAL bestätigt auf "Legions" den Erfolg der vorherigen EP.
Mit ihrer ersten EP "TOD VON OBEN!" wecken die Jungs von DÜSENJÄGER, ein Nebenprojekt von Mitgliedern von VENATOR und ATÖMIC SEASÖN, Hoffnungen, dass man noch klischeefreie deutsche Texte schreiben kann. PALANTYR legte nach guten Auftritten mit "The Ascent & The Hunger" ein großartiges Debütalbum vor, wohingegen VOID mit dem Zweitling "Forbidden Morals" ihren Status als Hoffnung des Thrash Metals untermauern kann. Mit den Alben von SINTAGE ("Unbound Triumph") und CENTURY ("Sign Of The Storm") wird dann wieder dem traditionellen Metal gehuldigt.
Es gab zwei Alben, die sich bei mir um die Nummer 1 dieses Jahr wirklich geprügelt haben. Beide sind am 25.04.25 auf Dying Victims erschienen. Es handelt sich um das Zweitwerk von VENATOR "Psychodrome" und das Langspieldebüt von HYENA "About Rock And Roll". Beide Werke haben mich seit ihrem Erscheinen durch das Jahr begleitet und breiten mir bis heute Freude.
Bei "Psychodrome" hat mich die musikalische Weiterentwicklung von VENATOR, allen voran von Sänger Hans Huemer, begeistert. Songs wie 'Radar', 'The Final Call' und 'Race To Glory' waren bei mir Dauerbrenner in der Playlist. Bei "About Rock an Roll" von HYENA ist es diese bedingungslose Leidenschaft der Band, die eine Energie erzeugt, die mich, den Zuhörer, einfach mitgerissen hat. Ich weiß nicht, wie oft ich zu Songs wie 'The Eternal Zero' oder 'Hail The Fire' kurz davor war mir ein Schleudertrauma einzuhandeln.
Am Ende bleibt die Entscheidung zwischen zwei, aus meiner Sicht hervorragenden Alben, von denen am Ende hauchdünn "About Rock And Roll" von HYENA die Nase vorn behält und mein Album des Jahres geworden ist.
Die Konzerthighlights
Dieses Jahr habe ich wohl alle Varianten eines Konzertes erlebt, vom kleinen Festival im Jugendzentrum bis zum riesigen Konzert im Stadion. Größer als zwischen einem Jugendzentrum und einem Fußballstadion könnten die Unterschiede nicht sein.
Zwar haben beide Locations etwas für sich, dennoch muss ich nach diesem Jahr feststellen, dass mir das kleine Jugendzentrum oder der Club am Ende lieber waren als die große Arena.
Der Auftritt von TYRANN bei "Metal & Hell Fest" in Oberhausen war ein wahres Highlight dieses Jahr. Ein Publikum, das jeden Song, trotz mangelnder Kenntnis der schwedischen Sprache, mitsang und eine Band, die hervorragend aufspielte, waren die Gründe dafür, dass dieser Auftritt mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist.
Natürlich hat auch IRON MAIDEN eine fantastische Show geliefert, als man die Arena in Gelsenkirchen beehrt hat. Die Band war wirklich in guter Form und die Setlist bestand ausnahmslos aus Klassikern. Dazu gab es eine Show, die einfach überragend war. Es war wirklich eines der besten Konzerte dieses Jahr.
Auf dem diesjährigen "Battle Cry Fest" im Essener Turock, das parallel zum "RockHard"-Festival in Gelsenkirchen stattfand, konnte man einige hervorragende Auftritte sehen, so gab sich u.a. das Doppelpack SABBATH und METALUCIFER die Ehre, DIVISION SPEED knüppelte den Laden nieder und AMBUSH hat gezeigt, dass man mehr als bereit für die großen Bühnen wäre.
Aber ich habe mich, wie anscheinend auch sehr viele andere im Publikum, besonders auf VENATOR gefreut, die ich seit dem Album "Echoes From The Gutter" zu meinen Lieblingsbands zähle. Das Haus war proppenvoll bei diesem Auftritt, die Menschen absolut textsicher und es gab Moshpit, Stagediving en masse und der Verfasser dieser Zeilen war nach dem Auftritt nassgeschwitzt und heiser.
Im Oktober gab es das, oben schon erwähnte, Festival im Jugendhaus. Das Joe´s in Oer-Erkenschwick war Veranstaltungsort des "United Forces IV" und die Veranstalter um die Band SPHINX hatten wirklich ein verdammt gutes Line-up für die zwei Tage zusammenbekommen. So traten neben SPHINX unter anderem LEAD INJECTOR, WARLUST, DÜSENJÄGER, REVVENGER, DIAVOL und die Mexikaner PHANTOM auf, deren Album "Tyrants Of Wrath" ich ja schon oben erwähnte. Erste Reihe, Publikum heiß wie Frittenfett und die Erfahrung, dass man die besten Leute beim gemeinsamen Kopfschütteln kennenlernt (Grüße an dieser Stelle an Johannes), machen dieses Konzert zu meinem zweitliebsten Konzerterlebnis 2025.
Mein bestes Konzerterlebnis im Jahr 2025 war aber eindeutig der Auftritt einer kleinen Underground-Band aus Peru und fand am 30.04.2025 im Oberhausener Helvete statt. Die Rede ist natürlich von HYENA, wie sich die Leser dieses Artikels bestimmt schon denken kann.
Die Vorbands für diesen Abend waren PALANTYR und KARLOFF, beides sehr gute Auftritte, die aber gegen die schiere Energie von HYENA nicht bestehen konnten. Diese Band gehört für mich aktuell zum Besten, was man als Fan von klassischem Heavy Metal live sehen kann. Nach diesem Konzert war das Album dann auch endgültig bei mir auf Dauerrotation und ein Fan dieser sympathischen Truppe aus Peru geboren. So hat am Ende auch dieses Konzert in Oberhausen dafür gesorgt, dass "About Rock And Roll" mein Album des Jahres geworden ist und war auch entscheidend dafür, dass ich seit Dezember hier bei POWERMETAL.de schreibe.
Für das Jahr 2026 hoffe ich, dass sich der Hass, der in dieser Welt zu regieren scheint, nicht noch mehr ausbreitet und wir stattdessen mit reichlich guter Musik und tollen Konzerten gesegnet werden.
Die Alben des Jahres 2025:
| 1. HYENA | About Rock And Roll |
| 2. VENATOR | Psychodrome |
| 3. SEVEN SISTERS | Shadow Of A Fallen Star Pt.2 |
| 4. PHANTOM | Tyrants Of Wrath |
| 5. PHANTOM SPELL | Heather & Hearth |
| 6. TUMBA | Blasfémico Resplandor |
| 7. SINTAGE | Unbound Triumph |
| 8. VOID | Forbidden Morals |
| 9. TROVAO | Diamante |
| 10. LETALIS | Verdadero Poder |
| 11. AMBUSH | Evil In All Dimensions |
| 12. PALANTYR | The Ascent & The Hunger |
| 13. DÜSENJÄGER | TOD VON OBEN! |
| 14. CREATURES | CREATURES II |
| 15. CASTLE RAT | The Bestiary |
| 16. ACERO LETAL | Legiones |
| 17. WINGS OF STEEL | Winds Of Time |
| 18. CENTURY | Sign Of The Storm |
| 19. JET JAGUAR | Severance |
| 20. BLIZZEN | Metalectric |
Fotos: René Juffernholz
- Redakteur:
- René Juffernholz





