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STEEL ATTACK: Interview mit John Allan

01.01.1970 | 01:00

Nachdem es seit ein paar Wochen das Review zur dritten aktuellen STEEL ATTACK-Scheibe “Predator Of The Empire“ bei uns zu lesen gibt, war nach den vielen Veränderungen in der Band ein Interview unausweichlich. John Allan, einer der Gitarristen und Köpfe der Band, stand mir Rede und Antwort:

Tilmann: Als erstes muss ich mal eingestehen, dass ich Fan Eurer Musik bin (besonders gefallen mir die Headbanger der Sorte “The Beast“ vom zweiten Album – ‘schleim‘ :o) ). Ihr hattet viele Wechsel im letzten Jahr: Neues Label, neuer Sänger und Basser. Bitte erzähl uns zunächst mal, warum Steve Steel, der frühere Sänger und Basser, die Band verlassen hat? Meiner Meinung nach ist er immer noch ein guter Sänger mit tollen Gesangsmelodien.

John: Vielen Dank! Der Grund, warum Steve die Band verlassen hat, war, weil er mehr Resonanzen und Aufmerksamkeit auf CARANAL FORGE, bei denen er Drummer ist, bekam. Deshalb sagte er uns, dass er STEEL ATTACK verlassen muss, weil er von Anfang an Schlagzeuger war und sich darauf jetzt auch konzentrieren wolle. Weiterhin sah er, wieviel Unterstützung er mit CARNAL FORGE im Vergleich mit uns bekam. Das ist auch einer der Gründe, warum er ging.

Tilmann: Wie habt Ihr Euren neuen Sänger gefunden? Es musste sehr schwierig sein, jemanden zu finden, der so gut ist wie der erste.

John: Wir haben Dick in unserer Heimatstadt gefunden. Er war für einige Zeit Sänger einer Band in der Nähe unseres Rehearsal Studios. Nachdem sie die Band aufgelöst haben, rief ich ihn an und fragte, ob er nicht die Lead Vocals bei STEEL ATTACK übernehmen wolle. Deshalb baten wir ihn, einige Songs auszusuchen, die er mit uns probieren wolle. Wir stimmten alle darin überein, dass er perfekt zu uns passe. Damals musste er 350 km zum Rehearsal Studio fahren, aber nach ca. sechs Monaten zog er mit seiner Familie in unsere Heimatstadt.

Tilmann: Euer neuer Sänger Dick hat mehr einen Ronnie James Dio bzw. David Readman-Stil im Vergleich zu Steve, der eine klare Stimme hat. Ich denke, dass Ihr jetzt mehr Möglichkeiten habt mit Dick. Welche Sänger haben Dick beeinflusst?

John: Ich glaube, Du sagtest eben schon den Namen Dio, aber da gibt es auch noch weitere wie David Coverdale, Halford etc. Die Haupteinflüsse kommen von den älteren Gesangsstilen.

Tilmann: Gibt es eine besondere Geschichte über seinen Namen "Dick" o:) ?

John: Ja, manchmal kann er sich verhalten und sein wie ein richtiger Schwanz o:) . Nein, das ist lediglich einer seiner richtigen Namen. Wenn Du also die Geschichte und den Grund für die Namenswahl wissen willst, müssen wir, denke ich mal, seine Eltern fragen. Allerdings habe ich einige lustige Dinge über seinen Namen im Internet gefunden, wie: “Er muss genug “Balls“ –Eier- haben, so einen Namen auszusuchen“ o:) . Nach dieser Antwort muss ich wohl in Zukunft auf mein Hinterteil aufpassen o:).

Tilmann: Wie habt Ihr Euern neuen Schlagzeuger und Basser gefunden?

John: Mike Stark, unser neuer Drummer und das Bandmitglied, das seit kürzestem bei uns mitmacht, wurde im Internet gefunden. Wir hatten einige Auditions mit Drummern, die sich auf unserer Anzeigen gemeldet haben, aber dann suchten Dick und ich im Netz und fanden einen Drummer, mit dem wir dachten, in Kontakt treten zu müssen und der Rest ist Geschichte. Mit Patrick “Psycho-Pat“ Späth brauchten wir das Internet überhaupt nicht. Ich habe Freunde in Musikgeschäften, die ich kontaktiert habe. Diese haben täglichen Umgang mit Kunden und so gaben sie uns einige Nummern von Bassern, die zu uns passen würden. Kurz danach hatten wir Patrick in unserer Band.

Tilmann: Wie schreibt Ihr Eure Songs? Im Proberaum zusammen oder schreibt einer einen kompletten Song?

John: Die Songs werden hauptsächlich bei uns im Proberaum geschrieben. Wenn einer eine Idee hat, die z.B. für einen Chorus oder eine Strophe passt, dann jamen wir mit diesem Thema für eine Weile und danach ist es klar, dass wir zu einem Punkt gelangen, an dem wir merken, dass es klingt oder eben nicht. Dann hat ein anderer eine Idee, die sehr gut zu der vorigen passt und ruckzuck ist der Song fertig. Aber solange jemand in der Band eine Idee hat, probieren wir diese aus. So haben wir einen großen Fundus an Ideen und die Möglichkeit, jeden am Songwriting teil haben zu lassen. Das selbe gilt, wenn jemand einen kompletten Song geschrieben hat. Da spielen wir diesen immer und immer wieder, um zu sehen wie dieser kommt. Wenn aber jemand eine Idee hat für einen neuen Part oder einen wegzulassen, dann probieren wir das natürlich auch aus. So hat jeder im Kopf, wie unser Sound klingen soll. Das ist toll für uns, so zu arbeiten und wir haben so auch immer viele Songideen.

Tilmann: Was sind Deine Lieblingssongs Eurer ersten drei CDs?

John: Von unserem ersten Album “Where Mankind Fails“ ist es: ‘Dragons Skull‘, ‘Be-Lou‘, ‘Village of Agabha‘ von “Fall into Madness“: ‘The Beast‘, ‘Holy Swordsmen‘, ‘Wings of Faith‘, ‘Clearing the Mind‘ und von der neuen Platte “Predator of the Empire“ alle. Ich denke, das ist, weil sie alle noch frisch sind. Aber mir gefallen ebenso alle Songs der vorherigen Alben. Es ändert sich halt von Zeit zu Zeit. Manchmal hab ich Zeiten, in denen mir die härteren Sachen und manchmal eher die schnelleren besser reingehen. Zu einem späteren Zeitpunkt kann ich Dir genauere Angaben zu meinen Favoriten vom “Predator of the Empire“-Album geben.

Tilmann: Ihr habt typische Heavy Metal-Texte mit viel “Steel“ und “Metal“. Was ist Euch wichtiger: dass die Texte typisch nach Heavy Metal klingen (‘Heavy Metal God‘) oder dass diese eine bestimmte Botschaft transportieren? Wenn Du willst, kannst Du auch noch was sagen zu einigen Texten.

John: Wir schreiben Fantasy-Texte, die auch Bezüge zur Realität aufweisen. Aber wir wollen niemals Songs schreiben, die einem sagen, dies oder das zu tun etc. Wir schreiben Texte mit der Möglichkeit für den Hörer, dass er seine eigene Geschichte daraus macht mit seiner eigenen Fantasie. Ich gebe Dir einen Hinweis, wie ich das meine: Der Song ‘Arise‘ ist über die Band:
Five warriors raise their steel (das sind wir in der Band)
We are free, no longer sealed (wir haben die alten Probleme gelöst)
We arise with a different face (neue Bandmitglieder, Sound, Album, Label etc)
Das ist eine versteckte Botschaft, aber wenn jemand nichts davon weiß, macht er sich vielleicht eine andere Geschichte zu dem Song. Die anderen Songs enthalten auch andere versteckte Geschichten. Allerdings will ich nicht dem Hörer die Möglichkeit nehmen, die Geschichte so zu nehmen wie er sie will.

Tilmann: Gibt es sonst noch irgendwas, was wir über die neue CD wissen sollten?

John: Wir haben unsere Instrumente einen Ganzton heruntergestimmt für das neue Album, um einen härteren Sound für die neuen Songs zu bekommen. Wir benutzten verschiedene einzigartigen Stimmen für die Chöre aus, um einen tieferen Klang in den Chören zu bekommen. Der Wechsel der Mitglieder ist natürlich der Hauptgrund für die Veränderung im Sound – mit einem neuen Sänger, Basser und Drummer.

Tilmann: Was war der Grund für den Label-Wechsel und wie kommt eine schwedische Band an ein spanisches Label?

John: Der Grund für den Wechsel war einfach, weil die Zusammenarbeit mit dem alten Label praktisch nicht stattgefunden hat und wir so befürchtet haben, dass dies zu viel Energie aus der Band ziehen könnte. Aber der Grund für ein spanisches Label hing einfach mit den Antworten der Labels zusammen, denen wir unser Demo zugesandt haben. Entweder wollten sie mehr Songs hören – und wir wollten nicht noch mehr Zeit verlieren mit dem Aufnehmen anderer Songs für dieses Demo. Denn diese Zeit war wertvoller für das Schreiben neuer Songs etc. Dann waren die, die uns ein Angebot schickten, an dem wir geklebt hätten – so nach dem Motto “Take it or leave it“. Jedoch mit Arise hatten wir die Chance, mit dem Label zu verhandeln und schlussendlich wurden wir von ihnen gesignt.

Tilmann: Warum habt Ihr Euer Bandlogo und Schriftzug geändert?

John: Das war auch so eine Sache mit unserem alten Label. Diese teilten uns mit, dass es deren Eigentum wäre und dass wir es von ihnen kaufen könnten. So entschlossen wir uns, der “neuen“ Band ein neues Logo zu geben – natürlich auch um auszudrücken: Das ist ein neuer Anfang.

Tilmann: Kennt Ihr DREAM EVIL persönlich? Ist das Verhältnis zwischen den Bands in der schwedischen Metal-Szene gut?

John: Ich kenne sie nicht persönlich, wir hatten lediglich mal ein Chat mit ein paar von ihnen nach dem Sweden Rock Festival letztes Jahr. Sehr nette Bandmitglieder und eine sehr gute Band. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu einigen Bands, wie z.B. CARNAL FORGE, THE STORYTELLER, AXENSTAR etc. Wenn manche Bands Probleme haben mit einer anderen, dann denke ich, ist das reine Verschwendung von Energie.

Tilmann: Welche Bands hörst derzeit privat?

John: IRON MAIDEN, HALFORD, QUEENSRYCHE, SYMPHONY X etc. Es gibt so viele andere Bands, die ich ebenso höre. Dies ist nur eine Andeutung von dem was ich derzeit höre.

Tilmann: Bitte erzähl uns von den Zukunftsplänen und Aktivitäten von STEEL ATTACK.

John: So oft live zu spielen wie möglich.

Tilmann: Danke für das Interview!

Redakteur:
Tilmann Ruby

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