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CARL VERHEYEN - Übach-Palenberg

08.12.2013 | 20:14

16.10.2013, Outbaix

Ein Konzertabend mit virtuosen Musikern.

Der amerikanische Rock- und Bluesgitarrist Carl Verheyen tourt mit seinem neuen Album "Mustang Run". Am 16.10.2013 stand er im renovierten und neu eingerichteten Outbaix in Übach-Palenberg auf der Bühne. Zunächst aber steigt ein unscheinbarer Typ in Jeans und T-Shirt die Bühne und schnappt sich die dort stehende akustische Gitarre. Vermutlich stimmt ein Roadie oder Carl Verheyens Gitarrentechniker noch mal das Instrument. Aber als er erstaunlich lange herumklampft und das ganze richtig nach Musik klingt, wird dem Publikum klar: Das ist der Support Act! Jeff Aug heißt der Mann und spielt solo Instrumentalmusik irgendwo zwischen Rock, Folk und Country. Da der Amerikaner ziemlich gut Deutsch spricht, macht er in unserer Sprache die Ansagen und erzählt einige witzige Anekdoten. Mit seinem Humor und vor allem seinem virtuosen Spiel kommt Jeff Aug gut an, und so wird der Beifall nach jedem Stück stärker.

Nach so viel Unplugged-Musik kommt der elektrische Rock von CARL VERHEYEN gerade recht. Gitarrist und Sänger Verheyen spielt in der klassischen Triobesetzung mit Bassist Stu Hamm und Schlagzeuger Jason Smith. Die Band liefert meist bluesbasierten Hardrock, aber auch einige ruhigere Nummern mit leichtem Jazzeinschlag. Wie bei so manchem versierten Musiker steht auch bei CARL VERHEYEN weniger die Melodie als das Spiel im Vordergrund, was vermutlich der Grund dafür ist, dass der Saal im Outbaix heute nicht einmal halbvoll ist. Wer aber für handwerklich gut gemachte Musik und Könnerschaft am Instrument ansprechbar ist, kommt hier auf seine Kosten. Carl Verheyen spielt fingerfertig seine je nach Stimmung des Liedes harten oder gefühlvollen Soli. Bei den Instrumentalstücken übernimmt seine Gitarre meist die gesamte Melodie.

Und auch Bassist Stu Hamm, der schon für die Gitarrenmeister Joe Satriani und Steve Vai gespielt hat, ist ein großer Könner am Langholz. Er zupft seinen Viersaiter mit den Fingern oder donnert mit dem Daumen übers Griffbrett und spielt im Laufe des Konzertes einige Soli, beispielsweise eröffnet ein Bass-Intro eine instrumentale Interpretation von 'Going To California' von LED ZEPPELIN.

Auf dem Programm stehen neue Stücke von der aktuellen "Mustang Run" wie etwa 'Riding The Bean', laut Ansage ein Lied übers Kaffeetrinken. Außerdem spielt Carl Verheyen, der seit langen Jahren Gitarrist bei SUPERTRAMP ist, deren 'Bloody Well Right' in einer bluesig-entspannten Darbietung von derselben Scheibe. Hier bekommt auch Drummer Jason Smith sein Solo. Daneben sind natürlich auch ältere Nummern wie 'You Bring Me Down' und 'New Year's Day' zu hören. Das Konzert endet schließlich mit 'Take One Step', das in einem großen Jam der Musiker kulminiert.

Für die Zugabe kommt Carl Verheyen zunächst allein auf die Bühne und spielt Bob Dylans 'The Times They Are A-changing'. Eine Drumattacke von Jason Smith leitet dann das rockige Finale ein. Musikalisch war das eine beeindruckende Darbietung, Mr. Verheyen. Aber die eigene "Zugabe"-Ruferin mitzubringen, ist auch vor kleinem Publikum nicht sehr souverän.

Redakteur:
Stefan Kayser

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