Wacken Open Air 2001 - Wacken

13.08.2001 | 11:16

03.08.2001,

FREITAG DOUBLE MEGA STAGE


DECEASED

Für das "Hallo wach" auf dem diesjährigen W:O:A waren DECEASED zuständig. Und deren US-Death Metal war ein perfekter Weckdienst.
Die Band kam sehr sympathisch herüber, woran vor allem Sänger King Fowley großen Anteil hatte. Der glänzte nicht nur mit coolen Ansagen (er bedankte sich ständig bei irgendjemand für den Support), sondern kommunizierte eigentlich die ganze Zeit über mit dem Publikum. Dabei war er auch noch ständig in Bewegung und ein absoluter Blickfang. Und bei dem coolen Death/Thrash wurde die Müdigkeit umgehend aus den Knochen geschüttelt.
Das dritte Album aus dem letzten Jahr ("Supernatural Addiction") wurde u.a. mit "The Premonition" angerissen und auch ältere Nummern wie "The Triangle" oder "The Silent Creature" kamen zum Zuge.
DECEASED machten echt Spaß und hatten sogar noch ein paar Gratis-Shirts für die Frühaufsteher parat. Eine professionelle Band, die jederzeit sehr ehrlich wirkte, einen gelungenen Gig ablieferte und einen guten Festivaleinstand gleich dazu.
(Stephan)


STIGMA IV

Die österreichischen Power-Metaller waren mein persönlicher Auftakt zum Wacken 2001. Ritchie Krenmaier (v.) und seine Mannen machten einen frischen und motivierten Eindruck, wobei vor allem Ritchie mit seiner markant-rauhen Stimme zu gefallen wusste. Songs wie der geradlinige Kracher "Isolation" vom aktuellen Album "Phobia", das MAIDEN-Cover "22 Acacia Avenue" oder das abschließende "Greed Machine", welches vor einiger Zeit mal auf einem der Unerhört-Sampler des Rock Hard stand, wurden von einigen wenigen Fans frenetisch abgefeiert, während der Rest des nicht gerade zahlreich erschienenen Publikums den Österreichern zumindest Höflichkeitsapplaus zollte.
Insgesamt definitiv ein gelungener Auftritt.
(Peter)


CARNAL FORGE

Wieso die Schweden von CARNAL FORGE nach gerade mal zwei Releases auf der Mainstage thrashen durften, ist mir bis heute ein Rätsel. Der Gig war nicht mehr als unspektakulär, auch wenn man eine solide Performance und eine recht gute Songauswahl im Programm hatte. Aber das größte Manko war die mangelhafte Eigenständigkeit, da sich die Kompositionen allesamt sehr ähneln und ausserdem stets Erinnerungen an KREATOR und SLAYER wach werden lassen.
Wie man Anno 2001 mit intelligenter Thrash-Kost zu begeistern weiss, das zeigten THE HAUNTED am Samstag. CARNAL FORGE hingegen hatten neben dem schwachbrüstigen Sound auch mit einem Abziehbild-Image zu kämpfen, was sich auf den Auftritt nicht gerade förderlich auswirkte.
Nett, aber nicht wirklich überzeugend. Abgesehen davon wären CARNAL FORGE auf einer kleineren Bühne besser aufgehoben, da sie dort die zweifelsohne vorhandene Intensität besser bündeln könnten.
(Rouven)


LACUNA COIL

Die Italiener mit der hübschen Frontfrau Christina Scabbia und Sänger Andrea Ferro waren wohl für viele der erste Höhepunkt des Tages, denn es drängte sich jetzt doch ein sehr beachtlicher Haufen Menschen vor der Bühne und am Einlass, um den düster-rockigen Klängen zu lauschen.
Angesichts eines Klassealbums wie "Unleashed Memories" ist dies aber auch kein Wunder. Logischerweise wurde dann auch auf das Material des jüngsten Werkes der Schwerpunkt gelegt. So gab es das italienische "Senzafine", "Heir Of A Dying Day" und "When A Dead Man Walks" zu hören, aber auch ältere Stücke wie "Halflife" wurden in den Set eingebaut.
Dabei rockte vor allem Christina in ihrem hübschen, langen, schwarzen Kleid mächtig ab und überzeugte mit nett anzusehendem Headbanging und erstklassigen Vocals, die einer Anneke van Giersbergen (THE GATHERING) in fast nix nachstehen; aber auch die Saitenfraktion warf sich mächtig ins Zeug und führte astreines Propellerbanging auf. Entsprechend des rockigen Stageactings wurden auch die Songs wesentlich roher und rockiger durch die P.A. gejagt, was den Nummern sehr gut zu Gesicht stand. Und auch Sänger Andrea konnte mit seiner tiefen, markanten Stimme überzeugen. Zudem standen sich die beiden Frontleute auch nie im Weg, sondern es wirkte immer gut abgestimmt.
Dies alles wurde von den zahlreichen Fans dann auch entsprechend honoriert und LACUNA COIL denn auch mächtigst abgefeiert. Völlig zu Recht! Klasse Gig!
(Peter)


HOLY MOSES

Mit der Titelmusik der Serie "Ein Fall für zwei", in der die Band 1989 einen Gastauftritt hatte, wurde die Reunion-Tour von HOLY MOSES in Wacken fortgesetzt. Wie bei vielen Wiederauferstehungsgigs, so war auch hier nur Fröntröhre Sabina Classen wirklich original (wenn man mal von Jochen Fünders absieht, der scheinbar schon 21 Jahre dabei ist, aber keine relevante Platte eingespielt hat). Über die Musik von HOLY MOSES braucht man nicht mehr viele Worte verlieren: brutal geiler Thrash der Urform, geradeaus in die Fresse, durchschlagende Riffs mit hohem Aggressionspotenzial und eine Stimme, die eigentlich nicht von einer Frau stammen kann.
Mit Krachern wie "Nothing For My Mom", "Lost In The Maze" oder "Life´s Destroyer" wurde dem äußerst zahlreich erschienenen Publikum gewaltig eingeheizt.
Jeder Song wurde frenetisch bejubelt, auch die Tracks der neuen Mini-CD "Master Of Desaster" kamen gut an. Das ist doch der Beweis dafür, daß auch neue Thrashgranaten unbedingt noch wie vor 10 Jahren klingen können. Zum Klassiker "Too Drunk To Fuck" holte Sabina dann sogar noch Doro Pesch auf die Bühne. Aus meiner Sicht verwunderlich, die gute Doro erntete sogar mehr Applaus als die Band selbst.
Nach 30 Minuten war vorzeitig Schluß, vorerst, denn die Band hatte mit "Near Dark" noch eine Zugabe im Ärmel, welche die begeisterte Meute auch sofort forderte. Mich haben HOLY MOSES absolut überzeugt, bleibt zu hoffen, daß diese Festivalgigs nicht die einzigen bleiben werden.
(Mirko)


NAPALM DEATH

Mittlerweile wieder komplett, schienen NAPALM DEATH allerdings Gefallen am Gig beim With Full Force gefunden zu haben: auch in Wacken gab's Grindcore-Kost vom Feinsten, die alten Granaten mitten auf's Bangerhirn gezielt und treffsicher verwertet. Hielt ich den Gig in Roitzschjora noch für uneinholbar gut, so belehrten mich Barney & Co. eines besseren. Nicht nur in einer atemberaubenden Geschwindigkeit, sondern auch mit einer Präzision, die ihresgleichen suchte, wurden Geschosse wie "Scum" oder "Siege Of Power" abgefeuert, was die zahlreich versammelte Menge vor der Mainstage endgültig ausflippen liess. Neuere Songs wie "Volume Of Neglect" durften natürlich auch nicht fehlen, und spätestens beim obligatorischen DEAD KENNEDYS-Cover "Nazi Punks Fuck Off" war klar, daß NAPALM DEATH in dieser Form auf jeder verdammten Bühne einen beeindruckenden Gig abliefern würden.
(Rouven)


EXCITER

Man könnte jetzt meckern und sagen, daß der Sound ziemlich scheiße war, die Spielzeit viel zu kurz, so daß einige Klassiker fehlten und daß das Gitarrensolo auch nicht der Bringer war. Aber, meine Fresse, wen interessiert das, wenn eine Speed Metal Legende wie EXCITER auf der Bühne steht? Als Intro gabs das coole Instrumental "War Cry", bevor dann "The Dark Command" alle Zweifel wegwischte: EXCITER are back!
Jacques Belanger sang wie ein junger Gott, die Rhytmusfraktion ballerte aus allen Rohren und das Gitarrenspiel von John "Shredder King" Ricci ist eh immer geil. Das Stageacting stimmte auch und die Songs waren sowieso erste Sahne: ob nun "Stand Up And Fight", "Rule With An Iron Fist", "Burn At The Stake", "Victims Of Sacrifice", "Pounding Metal", "Rising Of The Dead", "Long Live The Loud" oder "Violence And Force" ertönte, die Fans sangen lauthals mit und ließen die Matten fliegen. Nach einer Ansage über Nietzsche, dem schon erwähnten "Violence And Force" und dem letzten Jubel der Fans war ein trotz aller Widrigkeiten genialer Gig dann zuende. Ich hoffe nur, es dauert nicht wieder drei Jahre, bis EXCITER das nächste Mal in Deutschland spielen...
(Herbert)


PRIMAL FEAR

Nach dem einmal mehr exzellenten und vor allem kraftraubenden Auftritt von EXCITER, konnten PRIMAL PRIEST, ähhh, JUDAS FEAR, ähh, PRIMAL FEAR trotz des starken "Nuclear Fire"-Albums eigentlich von vorne herein nicht wirklich gewinnen. Zumindest nicht bei mir. Die Fans der Band sahen das natürlich ganz anders und feierten die Mannen um Baßmonster Mat Sinner und Sänger Ralf Scheepers von den ersten Pyros an und den Klängen zu "Angel In Black" mächtig ab. Dabei boten PRIMAL FEAR lediglich einen routinierten Gig, der mit Songs wie dem hymnischen "Nuclear Fire", dem geradlinigen "Battalions Of Hate" oder dem abschließenden Knaller "Final Embrace" zwar musikalisch zu überzeugen wusste, sonst aber eher wenig zu bieten hatte. Zumindest das Stageacting war 08/15 und warum Ralf zwischen englischen und deutschen Ansagen hin- und herwechselte, wollte sich mir zumindest nicht wirklich erschließen. Zudem kosten Gesangsspielchen der Marke 'Ahhaaahhhhaa' und 'Ohohoohoohoooo' wie vor "Final Embrace" nur Spielzeit, was man getrost auch anderen Bands überlassen kann. Die Fans fanden aber auch das toll, so daß die Band den Auftritt sicher als Erfolg verbuchen kann.
(Peter)


PAUL DI ANNO

Was habe ich mich auf diesen Auftritt gefreut, nachdem die Setlist bekannt gegeben wurde. MAIDEN-Klassiker am Fließband, vorgetragen von dem Originalsänger. Und den vielen Fans nach zu urteilen, war ich damit sicher nicht der Einzige. Doch als Paul auf die Bühne kam, dachte ich zunächst, daß hier Fred Durst mit schwarzer Kappe steht und ich fing an, Schreckliches zu
befürchten. Was sich dann leider auch bestätigte. Die hohen Töne traf der gute Paul gar nicht mehr und immer, wenn er es versuchte, krächzte er gar schrecklich. Stattdessen baute er stellenweise Death-Grunts (!!!) in die Songs ein und verhunzte sie so aufs Fürchterlichste. Songs wie "Killers" wurden von der 'Begleitband' im ICE-Tempo vorgetragen und die geilen Hooks dieser Killer schlicht ignoriert.
Daß die Fans PAUL DI'ANNO trotzdem abgefeiert haben, kann ich nur mit dem Alkoholpegel der Zuhörer und der ursprünglichen Klasse von Songs wie "Remember Tomorrow" (noch die beste Gesangsleistung), "Prowler" oder "Phantom Of The Opera" erklären, die ja nun wirklich jeder auswendig kennt.
Lediglich die witzigen Ansagen von Paul ('This is a Song about my wife' vor "The Beast Arises") empfand ich als positiv. Ansonsten ein sehr, sehr enttäuschender Gig.
(Peter)


NEVERMORE

Daß NEVERMORE zur Zeit DIE Metalband sind, wurde schon Minuten vor dem Auftritt deutlich, als die Fans geschlossen 'NEVERMORE, NEVERMORE' schrien. Mit dem Megaoutput "Dead Heart In A Dead World" im Rücken, hat die vielleicht langhaarigste Band des Planeten den Durchbruch auch verdammt noch mal verdient. Und schon mit den ersten Takten des Openers "Narcosynthesis" flippten die Fans inklusive des Rezensenten komplett aus und bangten, hüpften, moshten und sangen, was Körper und Kehle hergaben. Das folgende, alles vernichtende "Inside Four Walls" brachte dann wirklich jeden Nacken zum bangen. Hammer!!
Wenn Sangesgott Warrel bangen wollte, musste er allerdings immer erst seinen reichlich albernen Cowboy-Hut abziehen, den er dann aber auch immer wieder aufzog. Aber das interessierte eh niemanden, da Songs wie "Beyond Within", das von der Menge lauthals mitgesungene "The Heart Collector" oder "The River Dragon" einfach nur göttlich sind.
Warrel animierte die Fans vor der Bühne immer wieder zu wilden Moshpits und zum Crowdsurfen, während Jim Sheppard (b.) und Livegitarrist Curren wieder einmal voller Energie rumbangten und über die Bühne fegten. Aus den seligen SANCTUARY-Tagen wurde dann "White Rabbit" zum besten gegeben. Das ist zwar eine völlig geniale Coverversion, aber mir wären echte(!) SANCTUARY-Songs wie "Die For My Sins" oder "Taste Revenge" doch deutlich lieber gewesen. Zum Abschluss gab es dann noch "Sound Of Silence", welches von einem SLAYER-Riff eingeleitet wurde und bei den Fans noch einmal sämtliche Energien freisetzte und den Ruf NEVERMORE's als derzeit beste Metalband erneut untermauerte.
Wenn es etwas an diesem großartigen Gig zu mäkeln gab, dann die zu kurze Spielzeit (warum zur Hölle durften bspw. NIGHTWISH oder IN FLAMES eine ganze Stunde spielen und die nicht minder erfolgreichen und beliebten NEVERMORE nicht?), der etwas leise Gitarrensound und das erneute Fehlen von Kunstwerken wie "Matricide" oder "The Sanity Assasins". Ansonsten alle Daumen weit nach oben!!!
(Peter)


OVERKILL

Die Sprechchöre vor dem Gig machten klar, daß die Fans heiß darauf waren, mal wieder eine der besten Livebands der Szene zu sehen, OVERKILL! Und sie wurden nicht enttäuscht. Vom Anfang mit "Deny The Cross" bis zum Ende der Show mit "Bastard Nation" fegten OVERKILL, allen voran Sänger Bobby "Blitz" Ellsworth und Basser D.D. Verni über die Bühne wie ein Wirbelsturm und zeigten, daß Overkill trotz umstrittener neuerer CDs längst noch nicht zum alten Eisen gehören.
Aber wer Songs wie "Hello From The Gutter", "Long Time Dyin'", "Bleed Me", "E.N.D." oder das geniale "In Union We Stand" im Programm hat, bei dem kann nichts schiefegehen. So feierten die Fans die Band dann auch ordentlich ab, sangen lauthals bei "In Union We Stand" mit und hatten einfach verdammt viel Spass. Ebenso wie OVERKILL, die noch "The Battle", "Hammerhead und "Rotten To The Core" in einem Medley spielten und natürlich "Fuck You" (mit "War Pigs" Zwischenpart), wo sich OVERKILL Tausende Mittelfinger entgegenstreckten. Bis auf den zu lauten und übersteuerten Sound ein sehr guter Auftritt. Mehr davon!
(Herbert)


THERION

Nach dem phänomenalen und völlig intergalaktischen OVERKILL-Gig war ich froh, daß nun mit THERION eher Musik zum Hinsehen und -hören kam. Das im Vorfeld angekündigte Orchester entpuppte sich bei Betrachtung der Leute auf der Bühne zwar lediglich als Chor, bestehend aus zwei Sängern und sechs Sängerinnen, aber das machte den Fans gar nichts aus, die die Band für perfekt dargebotene Songs wie "To Mega Therion", "Birth Of Venus Illegitima", "Sodom and Gomorrha" oder dem zweiten MAIDEN-Cover des Tages ("Revelations") auch entsprechend abfeierten.
Christofer Johansson und seine Mannen fegten dabei äußerst agil über die Bühne und überzeugten mit Spielfreude und Präzision. Präzise war auch der Sound, der die perfekte Gesangsleistung des Chores krönte und so ein echte Hammershow gekonnt abrundete. Klasse!
(Peter)


HELLOWEEN

Die Hanseaten um Bandboss Michael Weikath hatten ein echtes Heimspiel, was man am völlig überlaufenen Gelände auch deutlich merkte. Und im Laufe des Sets wurde auch deutlich, welche Anzahl an Klassikern die Band in ihrer Karriere schon fabriziert hat. Seien es Nummern aus seligen Keeper-Zeiten wie "Eagle Fly Free", die lauthals mitgesungenen "I Want Out" und "Future World" oder Stücke neueren Datums wie "Steel Tormentor". Das sind alles Klassiker, die die Band auch locker in zehn Jahren noch live spielen kann. Allerdings muss man auch anmerken, daß Songs vom aktuellen Silberling "The Dark Ride" wie "Mirror, Mirror" deutlich weniger euphorisch, ja beinahe kühl von den Fans aufgenommen wurden. Dies kann neben der Qualität des Songs aber auch an dem lässig-arroganten Auftreten der Herren Weikath, Großkopf und Co. gelegen haben, welches zumindest mir etwas den Spaß an Nummern wie "Dr. Stein" oder dem großartigen "The Dark Ride" genommen hat.
Bei "The Departed" kamen zudem die Backingvocals ziemlich dünn rüber, was der Nummer einiges an Klasse nahm. An der spielerischen Komponente gibt es hingegen nix zu mäkeln. Uli Kusch hat sowieso einen geilen Punch und Andy Deris war gesanglich immer voll in der Spur, auch wenn er bei den alten Songs natürlich nie einen Michael Kiske ersetzen können wird. Als die Band nach dem geilen "How Many Tears" die Bühne verließ, musste ich feststellen, das sie erst 65 Minuten gespielt hatten. Die lauten Zugabe-Rufe verhallten allerdings ungehört im weiten Areal. Sehr enttäuschend, hätten sie doch noch 10 Minuten Spielzeit gehabt.
Insgesamt ein routinierter Gig der Kürbisköpfe, aus dem die Hamburger aber sicher eine ganze Menge mehr hätten machen können.
(Peter)


SAXON

Eine Dreiviertelstunde vor Beginn waren die ersten Reihen schon besetzt, es brandeten immer wieder Sprechchöre durch die Menge und dann war es endlich soweit: SAXON! Und das schon mal vorweggenommen, SAXON waren das Highlight des Freitags und wurden insgesamt nur noch von JAG PANZER übertroffen. Der Sound war glasklar und bretthart und die vermeintlichen alten Herren rockten wie Hölle, allen voran ein glänzend aufgelegter Biff Byford und Basser Nibbs Carter, bei dem man immer darauf wartet, daß ihm vom vielen Bangen mal der Kopf abfällt.
Die Gitarrenfraktion spielte arschgeil, hielt sich sonst aber zurück und Drummer Fritz Randow verpasste der Band nochmal eine zusätzlichen Arschtritt. Der neue Kracher "Killing Ground" war ein perfekter Einstieg, bevor auch schon die ersten Klassiker kamen: "Motorcycle Man", "Dogs Of War" und "Heavy Metal Thunder".
Insgesamt gab es mit "Cut Out The Disease", "Metalhead" und "Conquistador" nur drei neuere Songs, ansonsten Klassiker pur. Der ergreifendste Moment des Gigs war aber ohne Zweifel "The Eagle Has Landed" bei dem der "Eagle" von der Bühnendecke bis kurz über die Musiker schwebte. Grandios! Und das zum ersten Mal seit fünfzehn Jahren, nur geil!
Aber auch der Rest der Songs wie "Solid Ball Of Rock", "Crusader", "The Power And The Glory" und "Princess of The Night" waren einfach nur absolute Hymnen, was die Fans mit Sprechchören und tosendem Applaus auch entsprechend honorierten. Nach minutenlangen Sprechören gab es, nach dem Drumsolo im Hauptteil, erst ein Gitarrensolo als Zugabe, bevor dann "Wheels Of Steel", "Strong Arm Of The Law", "20.000 Ft. " und natürlich "Denim And Leather" noch mal die letzten Reserven aus den Fans und ihren Stimmen herausholten. Danach war dann endgültig Schluss und auch wenn vielleicht einige Titel gefehlt haben, SAXON waren einfach nur der Hammer! Göttlich!
(Herbert)


DIMMU BORGIR

Zeit für Black Metal!!!
BM der Extraklasse und vom Feinsten. So dachte ich, bevor DIMMU BORGIR als letzte Band des Abends die Bühne betraten. Allerdings wurde ich dann jäh enttäuscht. Erst einmal wurden die Fans durch ein viel zu langes Intro ewig hingehalten, bis die Satansjünger die Bühne betraten. Dann wurde man noch von einem sehr schwachen Sound enttäuscht, bei dem man eigentlich nur die Schreie von Shagrath, die Drums von Nick Barker und die Keyboards von Mystis vernahm.
Weiterer Minuspunkt war das schwache bzw. nicht vorhandene Stageacting. Wie auch in Stuttgart (auf ihrer letzten Tour) wirken die Schwarzwurzler irgendwie lustlos - aber warum? Der Platz war voll und es waren genug Black Metaller da, um DIMMU BORGIR zu feiern - aber Shagrath suchte zu keiner Zeit den Kontakt zum Publikum... Starallüren?
Ok, sie haben wirklich gute Songs gewählt, so durfte auch der Oberknüller "Mourning Palace" nicht fehlen. Aber es wurden bereits alle guten Songs, während die Setlist abgespielt wurde, vergeudet - das ganze Pulver quasi verschossen. Hätten DIMMU BORGIR doch einen Song von den älteren Alben wie "For All Tid" oder "Stormblåst" gespielt.. So verließen sie einfach die Bühne, ohne auch nur ein Wort des Abschieds zu verlieren, von einer Zugabe ganz zu schweigen.
DIMMU BORGIR waren nur enttäuschend und so langsam habe ich das Gefühl, daß sie keine gute Liveband ist, was ich sehr bedauere.
(Ruben)

Redakteur:
Christian Debes

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