von Eike » Mittwoch 28. Mai 2025, 11:51
Ich habe da flugs drei Songs angetestet, und mein Fall ist es wohl auch eher nicht. Bei 'Past Self' ging es mir wie Holger: Der Filter auf der Stimme und die Prominenz des so bearbeiteten Gesangs im Mix verbauten mir jeglichen emotionalen Zugang, die hübsch gleitende Melodie im Hintergrund verblieb somit im Ambience-Bereich, was ich schade fand... 'Gethsemane' fand ich ziemlich gut, das hat eine schöne Melodie, behutsame aber nicht langweilende Rhythmusuntermalung, und hier empfand ich den Gesang trotz möglicherweise leichter Verfremdung als gefühlvoll. Bei 'Caramel' hingegen war der Effekt auf der Stimme für mich derart schlimm erinnernd an furchtbarsten generischen und trivial faken Pop / Mode-Hip-Hop deutscher Dummbeutel, und auch die sonstige Klangästhetik zu nah an diese Kerbe schlagend, dass ich nach einigen Takten entnervt aufgab. All in all, a mixed bag. Ich fühle mich gerade sehr alt, nachdem ich die Begeisterungsstürme in YouTubes Kommentarspalten überflogen habe, nach denen unzählige Menschen dies nicht bloß ästhetisch schön finden oder gar "nur" als emotional überwältigend wahrzunehmen scheinen, sondern darüber hinaus sich ganz grundsätzlich damit (über-?) identifizieren können. Da komme ich einfach nicht mehr mit, wo genau darin der emotionale Vibe liegt und was ihn auszeichnet, dass er anscheinend ein durchgehendes Lebensgefühl einfängt. Generationengraben?
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)