Auf geht's!
Überraschenderweise hat die CD "nur" eine Spielzeit von 44:30min. Komisch - man hätte mir ruhig mehr zumuten dürfen.
#1 - 5:31
Und es fängt komplett unmetallisch an. Das hat nicht einmal etwas mit Rock oder Prog zu tun. Klingt so dieses ominöse Genre "Trip-Hop"? Erschreckenderweise gefällt mir das gerade sehr gut. Sehr angenehme, chillige Beats, ohne dabei ins wir-sind-total-bekifft-und-stolz-drauf abzudriften, dazu eine wirklich schöne Frauenstimme, die jetzt auch nicht allzu zerbrechlich klingt, sondern stattdessen so einen wundervollen Lounge-Charakter hat. Im Hintergrund hört man hier und da orientalische Einschübe (allerdings sehr dezent), genau so wie hin und wieder DJ-Gescratche (ebenfalls nur extrem dezent). Das Klangbild wirkt einfach total warm und rund. Habe ich bei solcher Musik bisher nicht wahrgenommen - ob das jetzt gegen meine Wahrnehmung oder für diesen Titel spricht, das sei mal dahingestellt. Ich bin auf jeden Fall direkt mal positiv überrascht!
#2 - 4:35
Und direkt einer dieser Kontraste, von denen ich sprach. Zu Beginn gibt's Geholze der ganz, ganz alten Schule. Es wird allerdings atmosphärischer, jedoch mitnichten weniger treibend. Viel Double-Bass, sehr eingängig und somit perfekt bangbar. Das ist hier zwar keine Garagenproduktion, aber auch kilometerweit entfernt von einer "fetten", modernen. Das Stück ist instrumental gehalten und weiß dabei vor allem durch die interessanten Basslinien zu überzeugen, die den Melodien der Gitarre(n) spannend gegenüberstehen. Eigentlich müsste jetzt nur ein Troll dazu keifen und es wäre stereotyp und perfekt. Schönes Ding!
#3 - 2:41
Und jetzt gibt's Alternative Rock? Ja, das dürfte die Sache am genauesten treffen. Leicht vertrackt, sehr modern. Der erzählt mir die ganze Zeit was davon, dass ich ihn mit nach Hause nehmen soll ("Take me home...") - würde ich glatt tun, wenn ich wüsste, um wen es sich handelt. Wobei mir der Sänger schon bekannt vorkommt, vermutlich aber nur eine stimmliche Nähe zu einem anderen Vokalisten aufweist. Der Refrain zündet bei mir zwar nicht so richtig, aber insgesamt finde ich den Track schon ziemlich spannend und auch gut.
#4 - 6:29
Und direkt wieder Geballer!
Dieses Mal komplett ohne Bass, so wie sich das für eine ordentliche Rotz-Produktion gehört! Blastbeats-Knüppel- und getragene Parts wechseln sich ab, der Hassprediger predigt mehr, als dass er wirklich singt bzw. schreit. Obwohl, geht eigentlich. Jetzt kotzt er schon ordentlich drauf los. Jetzt sogar kurzzeitig mit Uff-ta, Uff-ta Up-Tempo-Beat! Ist das noch Black Metal? Tztz... aber wenn das hier kein Black Metal ist, dann gibt's vermutlich keinen mehr.

Double-Bass-Passagen gibt's ebenfalls. Das Lied kann schon einiges, ist wunderbar abwechslungsreich und hat dabei eine immer nachvollziehbare Melodieführung in der Gitarre. Gefällt mir wieder richtig gut. So mag ich Black Metal wirklich gerne! Auf 2/3 der Strecke wird mal so richtig Wert auf Atmosphäre gelegt, bevor der Track stilsicher mit dem Anfangsriff zu einem Ende kommt.
#5 - 4:58
Haha, das ist einfach super!
Verträumt-chillige Rockmusik. Singt da Männlein oder Weiblein? Öhm... klärt sich vielleicht im weiteren Verlauf. Gezupfte Gitarre mit hardrockigen Leads zwischendurch und zartem Gesang, wobei ich mich auf das Geschlecht des Interpreten nach wie vor nicht festlegen will. Und jetzt wird richtig schön soliert, und zwar gleich doppelt übereinander. Zur Hälfte nimmt der Song nochmal richtig Fahrt auf. Frau! Oder? Haha... Jetzt wird aber wirklich ordentlich gerifft. Mal fast thrashig, mal hart rockend geht der Song voran. Und eine richtig starke Gesangslinie ist auch am Start. Das ist einfach rundum super! Und ich habe, selbstredend, natürlich wieder überhaupt keinen Plan, worum es sich hierbei handeln könnte.
Und weil mir das jetzt so viel Freude gemacht hat, spare ich mir die nächsten fünf Songs für morgen auf! Bisher ist alles richtig klasse!
