100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

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Re: 100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

Beitragvon firestarter » Samstag 21. August 2010, 22:58

Eike hat geschrieben:Kitsch entsteht meist durch Erstarrung, Sinnentleerung, Oberflächlichkeit gepaart mit ZU VIEL von etwas, dessen Einsatz nicht (mehr) hinterfragt wird. Konvention, die sich hinter manischer Übertreibung von Details zu verbergen sucht. Davor ist über kurz oder lang wohl kein Genre gefeit. Das auch nur am Rande.


oder anders ausgedrückt - M.A.N.O.W.A.R., auch nur am Rande. :grins:
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Re: 100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

Beitragvon Feamorn » Sonntag 22. August 2010, 00:24

Ich hab mich gerade irgendwie erschreckt, als hier zwei neue Seiten waren... ;)
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Re: 100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

Beitragvon Eike » Sonntag 22. August 2010, 00:32

Sei froh, dass es da keine Links gehagelt hat. Es kommt eh kein Mensch mehr mit antesten nach.
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Re: 100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

Beitragvon Feamorn » Sonntag 22. August 2010, 00:43

Holger Andrae hat geschrieben:Ich weiß auch nicht, wer diesen Kitsch-Faktor immer mit Gothic in Verbindung bringen. Dann ist die Metal-Szene mit ihren Klischees auch kitschig. Das nur mal am Rande.


Ich hab solche Musik "damals" (das heißt Ende der Neunziger) nunmal als "Gothic Metal" kennen gelernt... Dass das mit vielem, was sonst unter "Gothic" läuft nichts zu tun hat, weiß ich, aber "Symphonic Metal", zum Beispiel, ist ja fast noch weniger ein begrenztes Genre (zumindest wenn man das im wörtlichen Sinne nimmt). Wie sortiert man Tristiana, ToT etc. denn "richtig" ein? (Das ist jetzt eher eine Frage an alle...)
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Re: 100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 22. August 2010, 00:56

Die Frage beantworte ich aus meiner Sicht jetzt einfach mal mit "Gothic Metal" und bin mir dabei sehr bewusst, dass sich keine direkte Entwicklung aus dem Gothic Rock in dieses "Gothic Metal" genannte Genre konstruieren lässt. Dem Genre wurde (von der Industrie und der Journaille) nun einmal dieser Name verpasst, und wenn wir uns nicht als unverstandene Besserwisser gebärden wollen, dann müssen wir damit eben leben. Das selbe gilt für die bereits erwähnten Beispiele Power Metal und Funeral Doom. Das sind eben neue "Markenzeichen", die nicht unbedingt das widerspiegeln, was manche Fans der vermeintlichen Vorläufer-Genres darunter verstehen möchten, die aber inzwischen so gefestigt sind, dass man kaum daran vorbei kommt.

Ich gebe Eike recht, dass es an sich unpassend ist, gerade den kitschig-operhaften Aspekt mancher Bands mit "gothic" zu umschreiben. Wenn mir das passiert, dann liegt das daran, dass ich dem "Gothic Metal" eher skeptisch gegenüber stehe und mich oft genau dieser Aspekt an den Gothic-Metal-Bands stört. Dass vom ursprünglichen Wortsinn her die Voranstellung "Gothic" eher das düster-romantische und melancholische Element des Genres symbolisiert als das schwülstige und überladene Element, das ist natürlich misslich, aber hier bin ich wohl Opfer einer - im Bezug auf dieses spezielle Genre - recht modernen medialen Prägung. Werde versuchen, mir das abzugewöhnen.

Dennoch: Tristania würde ich - der Macht des Faktischen folgend - schon als "Gothic Metal" definieren. Keine Ahnung... Schubladen sind eh blöd.
;-)
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Re: 100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

Beitragvon Feamorn » Sonntag 22. August 2010, 01:07

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Schubladen sind eh blöd.
;-)


Keine Frage, aber in Diskussionen, sofern nicht alle beteiligten alle "nötigen" Bands kennen, doch beinahe unentbehrlich. Oder sagen wir zumindest sehr hilfreich.
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Re: 100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 22. August 2010, 01:11

Ja, oder in Besprechungen... wem erzählst du das?
:grins:
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Re: 100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

Beitragvon Eike » Sonntag 22. August 2010, 01:27

Bei THEATRE OF TRAGEDY und TRISTANIA passt es auch für mich ja noch mit dem Gothic Metal, das ist jedenfalls teilweise deckungsgleich mit manchen von mir oben aufgeführten Elementen ("Bezüge zu Abgründigem oder von der modernen Zivilisation gerne mal verdrängtem Urwüchsigem oder tiefer Melancholie oder Überschreiten von Tabus oder sonstigen Konventionen oder [zu] musikalischen Elementen des (Post-)Punk oder kathedralem Sound oder tatsächlich in der Tradition der Epochen der europäischen Gotik oder der Neogotik des 19. Jh. stehende[r] Kunst oder [...]") - oder ähnlichem, was eben die Band darunter versteht. Aber ich habe das Gothic-Verdikt auch schon über NIGHTWISH gelesen.

Ich wollte doch bloß den Irrglauben ausräumen, hellmelodisches Frauenstimmchen + romantisierender Keyboardeinsatz sei zugleich notwendiges und hinreichendes Kriterium für Gothicness, und wo diese "ausnahmsweise" ohne diese Elemente auskäme, habe das dann unbedingt mit großem Erstaunen sowie einer besonderen Erwähnung dieses "untypischen" Faktums einherzugehen; denn ich finde solche Bemerkungen ähnlich befremdlich, als würde jemand jedesmal, wenn er auch nur einen lobenden Satz über SAXON, BLACK SABBATH oder IRON MAIDEN verliert, pflichtschuldig kund und zu wissen tun, dass diese Heavy-Metal-Kapellen ohne Schwert und Fellhosen und Kesselpauke auftreten.

Gothic Metal ist aus meiner Sicht halt ähnlich un-eng umgrenzt wie Symphonic Metal, und ich wäre ein noch viel schlimmerer Schelm, würde ich gewisse Schnittmengen kategorisch ausschließen wollen. ;-) Es war keineswegs meine Absicht, philosophische Dilemmata bezüglich der präzisesten Schubladisierungsmethoden hervorzurufen. Aber wenn schon schubladisiert wird, dann bitte nicht nach Schema Keyboard + Frau = Gothic. Dann wären die FLIPPERS gothic, sobald sie sich 'ne Sängerin holten, aber CHRISTIAN DEATH müssten draußen bleiben (<--- Bitte nicht missverstehen als Einladung zu einer nerdigen Spezialdiskussion, ob, warum und wie man Deathrock, Gothic und Batcave korrekt gegeneinander abzugrenzen habe! Danke).

Der verständlicheren Praxis halber greife ich bzgl. TRISTANIA ein einziges Mal scherzhaft zum Wortungetüm "Blackened Symphonic Melodic Gothic Metal". Klingt absurd, ist aber so. ;-) :lol: :grins:

Nee, das hat Rüdiger in seinem obigen Posting - mal wieder schneller, damn! - schon sehr gut auf den Punkt gebracht: Auch mit dem im Hinterkopf...
Dass vom ursprünglichen Wortsinn her die Voranstellung "Gothic" eher das düster-romantische und melancholische Element des Genres symbolisiert als das schwülstige und überladene Element
...lassen sich die Soundbeispiele zu TRISTANIA unter Gothic Metal fassen, ohne komplett in irgendwelche Marketingfallen zu tappen oder sich einer bösen Macht des Kontrafaktischen beugen zu müssen.

Und was das Besserungsgelöbnis betrifft, freut mich das natürlich fast so sehr wie die gewohnte Wortmächtigkeit. Und jetzt alle: Rüdiger zum Raben mit der goldenen Feder krönen! :bier2:
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Re: 100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

Beitragvon Jesus » Sonntag 22. August 2010, 07:12

Dass SIRENIA und TRISTANIA (und in manch weniger gut informierten Kreisen sogar NIGHTWISH...) als Gothic bezeichnet werden, obwohl sie jetzt wenig zu tun haben mit SIOUXSIE AND THE BANSHEES oder FIELDS OF THE NEPHILIM, hat eher mit der Subkultur an sich zu tun. Damals standen halt auf dieses Batcave-Zeug düster eingestellte Mädels mit weißgetünchten Gesichtern, schwarzen Fingernägeln, Rüschenhemdchen und Strapsen... mmmh... Gotinnen... äh, wo waren wir? Ach, genau: also das ist in etwa die gleiche Subkultur, die dann auf diesen Die-Schöne-und-das-Biest-Metal ansprang, da der ursprünglichere Gothic immer schwülstiger und kitschiger wurde und sich dies auf so ein plakativ-theatralisches Genre wie den Metal sehr gut übertragen ließ. Et voilà, aus Gothic wurde Gothic Metal. Manchmal ist es doch so einfach.

Andersherum könnte man ja auch fragen, was denn bitteschön CANNIBAL CORPSE mit Metal zu tun haben, obwohl sie kein bisschen wie DEEP PURPLE klingen.
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Re: 100 Schnappschüsse aus meinem musikalischen Kosmos

Beitragvon Peter Kubaschk » Sonntag 22. August 2010, 09:12

die TRISTANIA habe ich sogar im Schrank stehen. Keine Ahnung warum. Habe ich seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gehört. Auf "Beauty & Beast"-Metal kann ich nur ganz selten. Das ist beim nochmaligen Reinhören zwar ganz nett, aber berührt mich gar nicht mehr.
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