von Eike » Sonntag 22. August 2010, 03:13
Rüdiger, das trifft es!
Neulich hatte ich beim Hören die Vision eines grotesken, surrealen Horrorfilms, wo jemand in einem überdimensionalen, leeren Haus von einem Psycho durch ganz viele Räume gejagt wird, während 'Cara Mia' läuft. So eine stilistisch irgendwie übertrieben inszenierte Chose, mit allem Pipapo, kurz vor dem Kitsch, aber aus irren Winkeln gefilmt und eben trotz aller Traditionalität dieser Urszene auf eine frische, irre Art und dabei vordergründig voller Ernsthaftigkeit präsentiert, lediglich mit latenter, sinistrer Komik unterfüttert, weil hintergründig voller Anspielungen, dabei aber atmosphärisch so dicht, dass diese Anspielungen kein Stück auflockernd wirken, sondern all den Horror der Vorlagen miteinbeziehen, verdichten, nicht mehr eindeutig einzelnen Filmen zuordnungsbar machen, dadurch unwirklicher und noch alptraumhafter wirken lassen. Die Essenz einer Jagd durch ein verwunschenes Haus, quasi. Natürlich mit rostigen Messern und wehenden Vorhängen.
Längst nicht das ganze Album kann mich (immer) so mitreißen wie dieses Stück. Aber alleine, dass inmitten all der anderen Waghalsigkeiten mich gerade diese so anspricht, macht Hoffnung auf mehr. (Ein grower, ein grower, ein grower...)
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)