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Brot und Spiele für den Powermetal.de-User: große Projekte der Community und umfassende Forenspiele finden hier ihren Platz
von Eike » Sonntag 5. September 2010, 00:50
@ enemy-of-reality: Mein Eindruck von Smith - wie gesagt, ich bin da alles andere als Experte - ist, dass sie wohl eher Vorläuferfigur für Punk war, dabei aber schon viel weiter als das, was nachher zur Blaupause für's Genre wurde. Ich schätze mal, dass sie durch ihre Haltung, Arbeitsweise, die Locations ihrer Auftritte, usw., eben über das künstlerische und persönliche Umfeld einfach Ausstrahlungswirkung hatte. Poetisch, ja, das würde ich auch sagen. Punk kann mehr sein, als er oft ist. So, ich eröffne die nächste Runde: 60. NIRVANA "MTV Unplugged In New York" Grunge / Akustik Diese Konzertmitschnitte dürften NIRVANA für viele konsumierbar gemacht haben, die mit der Band vorher nichts oder nur wenig anfangen konnten. Statt sich hinter räudigem Riff- und Feedback-Gewitter zu verstecken, offenbarte sich hier manche Ohrwurmmelodie, und in den entschleunigten Darbietungen gewann manches Stück eine andere Art von Intensität als man das aus dem sonst bisweilen schmerzverrtem Gesang von Cobain gewohnt war. "MTV Unpluged In New York" ist ein schöner Einstieg in die musikalische Welt NIRVANAs und von den Bandmitgliedern geschätzter Künstler wie der MEAT PUPPETS oder DAVID BOWIEs. 59. LIQUID GRAVEYARD "On Evil Days" Heavy Metal / Death Metal / Progressive Metal Eine der glücklichsten Entdeckungen des Jahres 2009 für mich war "On Evil Days" von LIQUID GRAVEYARD, worüber ich mich an anderer Stelle ja schon genug ausgelassen habe. Hier sei daher einfach nur auf ' Rumours Are Black Like Machine Guns' und ' Anthead Grotesque' verwiesen. 58. CRIPPLED BLACK PHOENIX "Night Raider / The Resurrectionists" Postrock / Progressive Rock / Modern Folk Oha, ein Doppelalbum! Ja, und ein schönes noch dazu, dessen CD-Form in einer hübschen Pappschachtel daherkam. Darin finden sich musikalische Perlen wie ' Rise Up And Fight', ' 444', ' Wendigo' und ' Onward Ever Downwards'. Und trotzdem soll es tatsächlich noch Leute geben, die Postrock für langweilig halten... Tss! 57. TOOL "Lateralus" Progressive Metal / Progressive Rock / Alternative Metal Auch ein Album, das die Geister spaltet. Was ich nicht mehr nachvollziehen kann, ist, dass das Werk als zu verkopft wahrgenommen wird. ' The Grudge', ' The Patient', ' Disposition' - das sind alles Titel, die mir nahegehen. Es braucht zwar etwas Anlaufzeit, sich in die Stücke hineinzufinden, aber wenn sie sich erstmal geöffnet haben, ist das durchaus emotionale Musik. Mehr dazu hier. Hm, irgendwie ergibt der Vierer von heute eine eigenartige Mischung, die was hat, finde ich. Mit diesen CDs und einem Discman eine lange Bahnfahrt bei Nacht antreten - das wäre sicher interessant. 
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Eike
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von Feamorn » Sonntag 5. September 2010, 00:58
Wenn mich eine Nirvana noch richtig interessiert, ist es die unplugged CD. Alleine "Lake Of Fire"... Ich frage mich gerade, warum ich die Scheibe noch immer nicht besitze. 
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von firestarter » Sonntag 5. September 2010, 02:47
Eike hat geschrieben:@ enemy-of-reality: Mein Eindruck von Smith - wie gesagt, ich bin da alles andere als Experte - ist, dass sie wohl eher Vorläuferfigur für Punk war, dabei aber schon viel weiter als das, was nachher zur Blaupause für's Genre wurde. Ich schätze mal, dass sie durch ihre Haltung, Arbeitsweise, die Locations ihrer Auftritte, usw., eben über das künstlerische und persönliche Umfeld einfach Ausstrahlungswirkung hatte. Poetisch, ja, das würde ich auch sagen. Punk kann mehr sein, als er oft ist.
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von firestarter » Sonntag 5. September 2010, 02:52
NIRVANA - purerererer gehts nimmer.
LIQUID GRAVEYARD - bisher nur namentlich bekannt, sehr interessanter Stoff!
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von Holger Andrae » Sonntag 5. September 2010, 15:14
Eike hat geschrieben::-) 76. APOCALYPTICA "Inquisition Symphony" Cello / Metal Ja, da hat die Gruppe noch keine Halbheiten abgeliefert oder sich auf Gaststars ausgeruht. Das zweite Album ist wohl auch nach wie vor das beste. Weg von reinen METALLICA-Covers, weg vom reinen Covern überhaupt, aber immer noch beim reinen Cello-Sound geblieben. Die Eigenkompositionen und die auf Cello arrangierten Coverversionen können gleichermaßen punkten - durch die Bank weg auf höchstem Niveau. Man höre ' Refuse/Resist' und ' M.B.' um sich überzeugen zu lassen.
Das fand ich zu Anfang noch spannend, kann ich mir heuer aber nicht mehr anhören. Im Endeffekt auch nur ne Coverband, die ab und an mal eigenes spielt und deren Cover halt durch eine andere Instrumentierung etwas besonders sein sollen. Brauch ich andere Instrmentierung von Songs, die ich schon im Original nicht gut finde (Refuse)? Brauch ich andere Instrumentierung von Songs, die ich im Original grandios finde? Selten. Eike hat geschrieben::-) 75. JUDAS PRIEST "Sin After Sin" Rock / Hardrock / Heavy Metal / Speed Metal In letzter Zeit denke ich immer, wenn ich "Sin After Sin" auflege, daran, dass ich mir endlich mal "Sad Wings Of Destiny" zulegen will. Und sei es auch bloß, um nachher meine Vermutung bestätigen zu können, es bei "Sin After Sin" tatsächlich mit dem in meinen Ohren besten Album der Band zu tun zu haben. Falls nicht, hätte ich damit natürlich gleich doppelt gewonnen. JUDAS PRIEST ist sicher eine der wandelbarsten Mainstreammetalbands. Und "Sin After Sin" in sich schon ein Füllhorn sondergleichen: Hier findet man von Rock über Hardrock bis hin zu Metal eine breite Spanne an Stilen, und jeder einzelne Track überzeugt mich auf seine Weise. Als Anspieltipps wähle ich mal nicht ganz so arg bekannte aus. Allerdings gibt es, da die W@#*% von Sony nicht wollen, dass Ihr nach Anhören des Originals gleich das Album kauft, auf YouTube nicht die Original-JUDAS PRIEST-Version, sondern bloß eine (gar nicht mal üble) Coverversionen von ' Here Come The Tears'. Aber immerhin: ' Let Us Prey/Call For The Priest' gibt es dafür sogar in priesterlicher Liveversion von der '77er Tour zum Album. Die Dessen Qualität ist nicht die beste, es handelt sich dabei wohl um ein bootleg, aber vielleicht kommt dadurch bei ein paar alten Säcken ja wieder Tapetraderfeeling auf...
Diese Priest Phase sagt mir ja auch am meisten zu und somit ist das natürlich ein absoluter Hinhörer. Feini. Eike hat geschrieben::-) 74. S.I.N. "Secrets Of Industrialized Noise" Gothic Mal was anderes: S.I.N. vermengt gekonnt Dark Wave, Gothic, Industrial zu einem eigenen langsamen Stil zwischen dustrem Rock und Doom light. Hörbeispiele konnte ich leider nicht finden. Wirklich zu obskur? Schade. Na dann: Seid mutig, kauft auf Verdacht! Es lohnt sich. Unglaublich, dass man dazu gerade mal ein einziges Coverbild per Googlesuche findet...
Kenn ich nicht  Eike hat geschrieben::-) 73. SQUAREPUSHER "Go Plastic" Drum N Bass / Drill N Bass / IDM / Experimenteller Techno Somewhere in between a cliché and a monkey: SQUAREPUSHER sprengt Kategorien von Musik. Instrumental, Digital, Live gespielt, aus Loops gezogen, je nach Bedarf! Hier spricht er in einem Interview über sein Album " Go Plastic", von dem der Anspieltipp ' The Exploding Psychology' stammt. Progressiv ist das einzige Label, das da noch klebenbleibt. "Go Plastic" ist ein Trip in spacige Welten, ob inner oder outer space bleibt offen oder kippt wie ein Vexierbild. Da gibt es an Pingpong, Flipper, U-Bahn-Schächte, Zahnarztbohrer, Gummitwist, Hyperraumsprung, Heckselmaschine und Tropfsteinhöhle erinnernde Klänge, ambiente Flächensounds und vieles vieles mehr zu entdecken - und auch wenn die sonst bei SQUAREPUSHER immer mal wieder auftauchenden jazzigen Bassläufe auf diesem Album kaum auszumachen sind: Grenzüberschreitung- und -erweiterung gibt es hier zu Genüge.
Das mag ambitioniert sein, kommt bei mir aber nicht an. Dazu bi ich zu verbohrt auf Rockrhythmik.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Holger Andrae » Sonntag 5. September 2010, 15:30
Eike hat geschrieben:72 LIFE OF AGONY "Soul Searching Sun" Rock / Heavy Rock / Alternative Rock Das melodischste Album der ehemaligen Hardcore-Band LIFE OF AGONY besticht nicht nur durch ein Coverartwork von Dave McKean, sondern vor allem durch die Ausnahmestimme von Sänger Keith Caputo, aber auch durch das brillante Songwriting und eine spielerische Bandchemie, die sich zu keinem Zeitpunkt anmerken lässt, dass dies das (vorerst) letzte Album der Band sein sollte. Nicht nur die wohl bekannteste Single des Albums - das groovige ' Weeds' - sondern auch ruhigere Titel wie ' My Mind Is Dangerous' und ' Angry Tree' überzeugen auf ganzer Linie.
Nun bin ich erneut überrascht. Diese LO light Version gefällt mir sehr gut. Mag ja aber auch Keith Solo sehr gern. Eike hat geschrieben:71. PATTI SMITH GROUP "Radio Ethiopia" Rock / Proto- & Post-Punk / Songwriter Epischer Punk? Vertonte Poesie? Rockendes Songwritertum? Wie passt das zusammen? Ganz einfach: Drahtige Komposititionen, langgezogener Gesang, erdige Gitarren, verschleppte Rhythmen, ein Hauch Psychedelik eingebettet in einen mageren und rauen Sound, der dabei dennoch klar abgemischt wurde. Kein Akkord oder Ton zuviel, doch nie zu wenig Leidenschaft - so geht es, wenn man's kann. Und die PATTI SMITH GROUP konnte es. "Radio Ethiopia" stammt aus dem Jahr 1976, klingt aber - man ahnt es schon - im besten Sinne zeitlos. Für Fans von ausdrucksstarken Frauenstimmen (alles). Für Freunde unkonventioneller Musik (das meiste). Für Adepten mystisch-doomiger Schepperschamanengrummelgrooves (der Titelsong). Das ganze Album: Ein Klassiker! Einen weiteren Anspieltipp gibt's dennoch mit ' Pissing In A River.
Eike hat geschrieben:Hier bin ich zwiegespalten. Der erste Song gibt mir gar nichts, Pippi im Bächlein ist aber toll. Was jetzt? 70. EARTH "The Bees Made Honey In The Lion's Skull" Drone / Doom light / Ambient Rock Was für ein Plattenhüllenmotiv. Was für ein Titel. Was für Musik. Erdige, schöne, honigfließende Riffs in Zeitlupe. Jedes Lied eine Wabe, jede Wabenkammer ein Riff, jede zähflüssige Melodie honigsüß. Dass das alles in einen Kopf passt. Das muss ein Löwenschädel sein. Die Musiker von EARTH haben hier alles richtig gemacht. Ein Album zum Einschlafen, Aufwachen, Liegenbleiben. Sonntagsmusik. Am siebten Tag entstand in den Knochen neues Leben. 'Miami Morning Coming Down II (Shine)' und ' Hung From The Moon' wollte ich euch eigentlich zukommen lassen. Aber das Video zu 'Shine' ist auf YouTube leider nicht verfügbar. Also gibt's stattdessen ' Engine Of Ruin'. Auch nicht schlecht!
Zeitlupeninstrumentaldrone. Meine Lippe wird blau. Eike hat geschrieben:69. RAGE "Trapped!" Heavy Metal / Power Metal Jaaaa, nun wird es zur Abwechslung mal wieder metallisch. Das beste Album von RAGE ist für mich auch eines der besten Alben aus dem gesamten Genre - kraftvoll, melodisch, riffmächtig, abwechslungsreich, instrumental tight und gesanglich von einer ebenso passenden wie starken Stimme unterstützt. Songs wie ' Solitary Man' und ' Take Me To The Water' sind zudem auch noch mitsingtauglich. Was will man mehr? .
Wie bereits anderswo geschrobtet endet mein Rageinteresse nach "Reflections". Peavey bleibt ein toller Sänger, aber die Songs werden nicht besser.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Holger Andrae » Sonntag 5. September 2010, 15:57
Eike hat geschrieben:68. EHNAHRE "The Man Closing Up" Post-Metal / Post-Doom / Post-Jazz / Post-Gothic Heut bleibts metallisch, allerdings vorerst anti-frankjaeger-ig. EHNAHRE hat ein heißes Hexensüppchen gekocht, mit Bilsenkraut und Tollkirsche und Pilzen. Hmmmmm, Pilze!! Was Pilze genau sind, ist noch nicht abschließend geklärt:   Geklärt ist hingegen, dass " The Man Closing Up" ziemlich psycho klingt. Gerade darum liebe ich dieses Album ja so. Nehmt halt mal ' Part I' zum Einstieg. Die anderen vier Stücke sind aber auch gut.
"auch gut" ... aha  Nenene, das ist mir mal wieder zu holzkreuzig ... Maschendrahtsounds und Düsternisgehuste ... ich nehm jetzt Sonntagsgebäck und Kaffee ... Was ich die ganze Zeit schon schreiben wollte: Wozu diese Schubladen am ANfang einer jeden Scheibe? Klar als Orientierungshilfe für den Hörer und Querleser, aber mit dieser Selbstkasteiung arbeitest du doch kontraproduktiv, wenn du Scheuklappen öffnen möchtest .. und was ist Post-Metal? Eike hat geschrieben:67. SAVATAGE "Edge Of Thorns" Heavy Metal / Melodic Metal / Power Metal So, da wir den guten Frank ja nicht die ganze Zeit über schinden können, hier (und auch bei den Nr.n 66 & 65) jetzt mal was eingängigeres und trällerigeres ganz ohne Gewürge. " Edge Of Thorns" habe ich hier ja schon desöfteren als mein Lieblings-SAVATAGE-Album angepriesen, von daher erübrigen sich weitere Worte. Anspieltipps sind heute ' Lights Out' und ' Sleep'.
Gut, aber nicht toll. Das können die besser. Sogar danach noch. Eike hat geschrieben:66. IRON MAIDEN "Seventh Son Of A Seventh Son" Melodic Metal Weiter geht's mit dem Melodienfest. Statt Markenzeichengaloppiergeriffemitsahnehäubchen bietet das vielleicht etwas untypische IRON MAIDEN-Album " Seventh Son Of A Seventh Son" quasi nur melodische Sahnehäubchen mit einem hochprozentigen Tropfen altbewährter Rhythmuskunst darin. Als Kirsche obendrauf ist das Coverartwork ist auch völlig erhaben und passt ausgezeichnet zur Musik. Man sieht: Der 49. Enkel (vielleicht aber auch nur der 7. oder sogar der 66., so genau ist das nicht überliefert...) ist quasi die Schwarzwälder Torte unter den Metalalben. Bruce singt hier ganz hervorragend, das Instrumentalspiel dazu klingt für Heavy Metal außergewöhnlich leicht und verspielt (ohne zu niedlich zu sein), und mit den Refrains hat man es auch nicht wirklich übertrieben. Die gehören eben einfach dazu.  Also, die meisten werden ja zumindest die Band kennen, viele auch das Album, allen anderen empfehle ich, mal in das fast schon poppige ' Moonchild', das eindringliche ' The Evil That Men Do' und den grandiosen Titelsong reinzulauschen. Zusammen mit dem Debut ein unschlagbares Doppel und wohl mit ein Grund, warum es außer den beiden nur noch "Fear Of The Dark" in meine Sammlung geschafft hat.
Eine sehr feine Scheibe, gar keine Frage, aber für meine Liste reicht das nicht. Und Melodic Metal klingt in meinen Ohren auch anders ... Eike hat geschrieben:65. RISK "The Reborn" Heavy Metal / Power Metal RISK fing mal als Thrash-Band an, aber " The Reborn" ist deutlich gemäßigter. Kaum noch Speed, dafür viel Atmosphäre. Das Ding ist ein Konzeptalbum über eine alte Gottheit, die wiedererwacht und die Menschheit ausrottet oder so ähnlich. Naja, Metal eben. Vor allem macht das Album - aller zur Schau getragenen Apokalyptik zum Trotze - aber durchweg gute Laune, denn es wird durchweg melodischer aber ausreichend schwerer, leicht abgedunkelter, insbesondere aber dynamischer Bilderbuchmetal geboten. ' Turn Back To Ecstasy' und ' Armageddon (Fight Back)' mögen da als Anspieltipps genügen. So, und jetzt Ihr!
Der Mikus und seine unbehelmten Krieger. Das war lustig, auch mitreißend, aber bis heute hat das nicht ausgreicht. Seit Dekaden nicht mehr aufgelegt. War eine hübsche Zeitreise.
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von Holger Andrae » Sonntag 5. September 2010, 16:21
Eike hat geschrieben:64. CELTIC FROST "Monotheist" Doom Metal FUCKING EPIC!
Ob das Doom ist? Hahaha, egal, es ist großsartig. Wie fast alles von Onkel Tom. Krank, zerstörerisch und doch noch nachvollziehbar für so einen dummen Metaller wie ich es bin. Attitüde galore. Eike hat geschrieben:63[/url].
KAYO DOT "Blue Lambency Downward"
Progressive Music / Psychedelic / Ambient / Free Jazz
Am besten, Ihr hört es Euch selbst an - komplett(!) im offiziellen Stream. Mit tollen visuals dazu. Ein erstklassiger Service. Und jetzt alle so: KAYO DOT! KAYO DOT! KAYO DOT! Blue! Lambency! Downward!
Gut gemacht, ohne dass ich vor Ohnmacht vom Hocker falle. Progressive Fahrstuhlmusik. Eike hat geschrieben:[u]62[/url]. JOY DIVISION "Substance" Punk / Post-Punk / Dark Wave / Gothic[i]
Mecker: Das ist aber kein reguläres Studioalbum! - Ja, ja, ja. Doofe Puristen... "Substance" ist dennoch toll, weil es hier eine ziemliche Bandbreite zu hören gibt (s. o.). Toll sind die Rhythmen, und zwar immer, toll ist die Stimme von Ian Curtis, toll sind die dürren und rauen Gitarrenlinien, toll sind aber auch die atmosphärischen Kinkerlitzchen in den ruhigeren Momenten. Wer das nicht begreifen kann, geht falsch an Musik heran. Das kann man nicht erklären, das will nämlich erfühlt werden. 'Warsaw', 'Transmission' und 'Atmosphere' sollten zum Anfixen ausreichen.
Überraschung: Ich finde Joy Divison ziemlich toll. Wie ich auf die Band gestoßen bin? Über die Coverversion von Human Drama. Total tolle Band. Eike hat geschrieben:SOUNDGARDEN "Down On The Upside" [i]Rock / Hardrock / Grunge / Post-Grunge Dass es [u] den Seattle-Sound nicht gibt, sollte mittlerweile jedem klar sein. Was es aber gibt, bzw. gab, ist zum Beispiel mit SOUNDGARDEN eine Band, die aus einem Gemenge aus Hardrock und Punk heraus etwas eigenes, neues schuf, das sich beständig weiterentwickelte, bis mit "Down On The Upside" etwas derart facettenartiges dabei herauskam, dass die Bandmitglieder wohl nicht mehr weiterwussten, wie und wohin sie das miteinander noch führen sollten. Macht aber nix, denn bis dahin waren ja einige gute und bessere Alben entstanden, und das Abschlusswerk hatte ebenso unterschiedliche wie vom Zahn der Zeit unbesiegbare Songs am Start, beispielsweise ' Rhinosaur', ' Ty Cobb', '[url]Blow Up The Outside World[/url]' und ' Boot Camp'. Bingo! ...
Wenn Cornell singt, ist es zumindest schon mal sehr gut. Ich bevorzuge zwar frühere Alben, aber ist natürlich sehr gut anhörbar. Hatte das große Vergnügen Soundgarden noch vor ihrem Durchbruch im Hamburger logo vor geschätzten 150 leuten explodieren sehen zu dürfen. Punkrock. Fett.
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Holger Andrae
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von Holger Andrae » Sonntag 5. September 2010, 16:33
Eike hat geschrieben:60. NIRVANA "MTV Unplugged In New York" Grunge / Akustik Diese Konzertmitschnitte dürften NIRVANA für viele konsumierbar gemacht haben, die mit der Band vorher nichts oder nur wenig anfangen konnten. Statt sich hinter räudigem Riff- und Feedback-Gewitter zu verstecken, offenbarte sich hier manche Ohrwurmmelodie, und in den entschleunigten Darbietungen gewann manches Stück eine andere Art von Intensität als man das aus dem sonst bisweilen schmerzverrtem Gesang von Cobain gewohnt war. "MTV Unpluged In New York" ist ein schöner Einstieg in die musikalische Welt NIRVANAs und von den Bandmitgliedern geschätzter Künstler wie der MEAT PUPPETS oder DAVID BOWIEs.
Kann man sich gut anhören, aber wenn man ehrlich ist, kann Kurt nicht singen. Dann lieber die Originale. Gerade bei Bowie. Mochte "Nevermind" (und nur die, ja, ich bin Mainstreamer), kann mir das aber seit Jahren nicht mehr anhören. Eike hat geschrieben:59. LIQUID GRAVEYARD "On Evil Days" Heavy Metal / Death Metal / Progressive Metal Eine der glücklichsten Entdeckungen des Jahres 2009 für mich war "On Evil Days" von LIQUID GRAVEYARD, worüber ich mich an anderer Stelle ja schon genug ausgelassen habe. Hier sei daher einfach nur auf ' Rumours Are Black Like Machine Guns' und ' Anthead Grotesque' verwiesen.
Das hatte ich anderswo wohl überlesen. Sehr fett. Zumindest die Mucke. Über den "Gesang" ließe sich streiten, aber er stört auf jeden Fall Mal nicht. Das behalte ich im Auge. Eike hat geschrieben:58. CRIPPLED BLACK PHOENIX "Night Raider / The Resurrectionists" Postrock / Progressive Rock / Modern Folk Oha, ein Doppelalbum! Ja, und ein schönes noch dazu, dessen CD-Form in einer hübschen Pappschachtel daherkam. Darin finden sich musikalische Perlen wie ' Rise Up And Fight', ' 444', ' Wendigo' und ' Onward Ever Downwards'. Und trotzdem soll es tatsächlich noch Leute geben, die Postrock für langweilig halten... Tss!
Langweilig ist das auf jeden Fall mal gar nicht. Reißt mich jetzt auch noch nicht vom imaginären Hocker, klingt aber ansprechend. Das ist mal gebookmarked, wie man das so schön heute nennt. Eike hat geschrieben:57. TOOL "Lateralus" Progressive Metal / Progressive Rock / Alternative Metal Auch ein Album, das die Geister spaltet. Was ich nicht mehr nachvollziehen kann, ist, dass das Werk als zu verkopft wahrgenommen wird. ' The Grudge', ' The Patient', ' Disposition' - das sind alles Titel, die mir nahegehen. Es braucht zwar etwas Anlaufzeit, sich in die Stücke hineinzufinden, aber wenn sie sich erstmal geöffnet haben, ist das durchaus emotionale Musik. Mehr dazu hier.
Tolles Album. Punkt.
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von Eike » Sonntag 5. September 2010, 22:16
Holg hat geschrieben:Zeitlupeninstrumentaldrone. Meine Lippe wird blau.
Dabei klingt das doch so schön warm. Holg hat geschrieben:Hier bin ich zwiegespalten. Der erste Song gibt mir gar nichts, Pippi im Bächlein ist aber toll. Was jetzt?
Mehr davon hören: ' Poppies' und ' Ain't It Strange' etwa (beide live - und letzteres hier noch in einer etwas früheren Version von vor der Albumeinspielung). Hey, magst Du nicht auch Nick Cave und Polly Jean Harvey? Da müsste das doch passen! Holg hat geschrieben:Wozu diese Schubladen am ANfang einer jeden Scheibe? Klar als Orientierungshilfe für den Hörer und Querleser, aber mit dieser Selbstkasteiung arbeitest du doch kontraproduktiv, wenn du Scheuklappen öffnen möchtest
Genau, als Orientierungshilfe für Pauschaltouristen, die vorab einen Fahrplan brauchen. Was die Scheuklappen angeht: Wer partout nichts aus "verbotenen" Genres hören mag, dem werde ich nicht die Augen respektive Ohren mit Gewalt aufzubohren versuchen. Das bringt eh nix. Holg hat geschrieben:was ist Post-Metal?
nicht mehr so richtig Metal, kommt aber aus der Richtung 
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