Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon frankjaeger » Mittwoch 27. April 2016, 09:35

Nein, Sally, das spricht man eben nicht so.

weiches "s": Muse - gesprochen wie Dose oder Rasen, Fliese, pesen, lösen, rasen. Alle mit langem Vokal vor dem s.
Folgt auf das einfache s ein Konsonant oder steht es am Satzende wird es manchmal scharf gesprochen, bleibt aber dennoch einfach: Lust, Bast, Maske, rasten (von "Rast" im Gegensatz zu rasten als Vergangenheit des Verbs "rasen"), Frist (Zeitspannne, aber "er frisst" von fressen mit scharfem ss), listig, Oberst, blies (Vergangenheit von blasen).
HIntergrund: versuch mal, ein weiches s in diesen Worten zu sprechen. Das geht nicht. Sanft wird es nur durch einen folgenden Konsonanten.

Scharfes s: "ss" oder "ß". Dabei ist es eigentlich ganz einfach, passt in 99% aller Fälle, und da wo es nicht passt, sprechen wir es falsch aus :grins: :
"ss" steht nach einem kurzen Vokal wie in "passen, fressen, wissen, lassen, Kresse, Ablass, Riss, Genuss oder blass (du siehst, einmal quer durch alle Wortarten)
"ß" steht nach einem langen Vokal wie in Muße, büßen, Gruß, genießen (siehen oben - hier verändert sich tatsächlich das scharfe s zwischen Verb und Substantiv).
Hier kann man den Unterschied zwischen scharfem ss und weichem s hören, und das ist der Unterschied zwischen Muße und Muse.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Mittwoch 27. April 2016, 10:05

:grins:

Dann hab ich es immer falsch gesprochen. Ich dachte immer, "Muse haben, äh, Muße haben" hätte etwas mit "musisch" zu tun. Also Zeit haben für Muse (Muße) Kunst. Musik, Bilder, Lesen. Dem ist aber nicht so. danke für die Aufklärung.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 27. April 2016, 11:32

frankjaeger hat geschrieben:Scharfes s: "ss" oder "ß". Dabei ist es eigentlich ganz einfach, passt in 99% aller Fälle, und da wo es nicht passt, sprechen wir es falsch aus :grins: :
"ss" steht nach einem kurzen Vokal wie in "passen, fressen, wissen, lassen, Kresse, Ablass, Riss, Genuss oder blass (du siehst, einmal quer durch alle Wortarten)
"ß" steht nach einem langen Vokal wie in Muße, büßen, Gruß, genießen (siehen oben - hier verändert sich tatsächlich das scharfe s zwischen Verb und Substantiv).
Hier kann man den Unterschied zwischen scharfem ss und weichem s hören, und das ist der Unterschied zwischen Muße und Muse.

Und die Rechtschreibreform ist ein Depp, weil sie die Regel, dass "ss" am Wortende zu "ß" wird, abgeschafft hat, und damit die Herkunft der Regel aus der wunderschönen Fraktur-Ligatur aus "langem S" und "rundem S" verloren ging. Haß und Verdammnis über die Rechtschreibreform, die Sau!

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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon frankjaeger » Mittwoch 27. April 2016, 12:04

Du hast zwar recht, aber in diesem Fall finde ich die Reform sinnvoll und einleuchtend. Hostorisch schade, ästhetisch schwächer, aber absolut sinnvoll.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Dekalog der Elemente » Mittwoch 27. April 2016, 15:26

Chavo89 hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Aber "Muse" spricht man doch genau so.


In Bayern vielleicht. :grins: "Muße" kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutete ursprünglich "Gelegenheit" oder "Möglichkeit". Wenn Wikipedia nicht lügt.


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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 27. April 2016, 16:46

frankjaeger hat geschrieben:Du hast zwar recht, aber in diesem Fall finde ich die Reform sinnvoll und einleuchtend. Hostorisch schade, ästhetisch schwächer, aber absolut sinnvoll.


Kulturen, die Pragmatismus den Vorrang vor Ästhetik geben sind dem Untergang geweiht.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Mittwoch 27. April 2016, 16:51

salisbury hat geschrieben:Aber "Muse" spricht man doch genau so.
Alter! Du solltest nach Ostwestfalen ziehen. Hier spricht man Muße tatsächlich wie Muse. Die sagen hier auch Sohse, egal wie scharf die Soße tatsächlich ist. Furchtbar!
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Mittwoch 27. April 2016, 19:00

Eike hat geschrieben:Die sagen hier auch Sohse, egal wie scharf die Soße tatsächlich ist.


Ich glaub, das würd ich auch gleich aussprechen. Ich kann glaub "ß" nicht sprechen, also kann ichs auch nicht schreiben. Das wär die logische Erklärung.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Mittwoch 27. April 2016, 19:34

Ich fahre tatsächlich das zweite Mal zum KEEP IT TRUE!!!

Ich freue mich auf KENN NARDI. :riffing:

Für das restliche Programm: Sollte ich mir da vielleicht eigene Musik mitnehmen?

...ach ich laber lieber Leute zu bis sie genervt sind, sind ja genug da :grins:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Tragic_Idol » Mittwoch 27. April 2016, 19:51

salisbury hat geschrieben:Ich fahre tatsächlich das zweite Mal zum KEEP IT TRUE!!!

Find ich gut! :)
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