36.
TOM WAITS "Franks Wild Years" Songwriter / Folk
"Franks Wild Years" behandelt nicht die Jugendzeit von unser aller liebstem Label-Boss, sondern ist die Geschichte von einem, der auszog, die Tücken des Amerikanischen Traums zu erfahren. Da findet sich sowas wie dessen theme song 'Straight To The Top' zunächst in der hoffnungsfrohen
Rhumba-* und schließlich in der kläglichen
Vegas-Version
* . Dazwischen gibt es mit dem sehnsüchtigen '
Temptation' und dem wanderlustigen '
I'll Be Gone' allerlei Gefühliges, und danach schließlich mit Unterstützung von David Hidalgo (LOS LOBOS) am Akkordeon die zu Tränen rührende Ballade '
Cold Cold Ground'. Hier haben wir es mit dem wohl romantischsten der jüngeren Waits-Alben (nach denen aus den '70ern) zu tun. Es hat immerhin auch schon 23 Jahre auf dem Buckel, ist aber wie TOM WAITS selbst gut gealtert.
(
* beide klingen etwas anders als auf dem Album, doch der Kontrast sollte herüberkommen )
35.
SQUAREPUSHER "Ultravisitor" Elektronik / Electro-Jazz
Zu "
Ultravisitor" schrieb ich ja schon im Rahmen unseres
Jahresrückblicks 2004 (und habe dann meine Wertung nicht rechtzeitig eingereicht...

), außerdem hatte ich auch mal einen
Thread zu SQUAREPUSHER eingerichtet und ein früheres Album von ihm
hier schon vorgestellt. An dieser Stelle daher nur noch ein paar Anspieltipps: '
Circle Wave' & '
Iambic 9 Poetry'.
34.
MASSIVE ATTACK "Mezzanine" Trip Hop / Dub
In dieser Liste hätte eigentlich auch "Blue Lines" stehen können, das dubbigere Pendant von MASSIVE ATTACK. Aber "Mezzanine" ist etwas rumoriger, schwummriger, aus einem Guss. Ich kann die Musik nicht wirklich beschreiben, jedenfalls nicht in der gebotenen Kürze. Wunderschön ist der Videoclip zu '
Teardrop', Musik und Bilder ergeben da eine besondere Symbiose. Das sollte man sich in Ruhe anschauen und anhören (leider nicht im Original verfügbar wegen dummer Labelpolitik). Falls das gefällt, empfehle ich noch '
Inertia Creeps' zum Antesten. Der Rest des Albums ist ähnlich hypnotisch.
33.
NICK CAVE AND THE BAD SEEDS "No More Shall We Part" Songwriter / Edelpop
Auch hier verweise ich auf unseren Jahresrückblick
Jahresrückblicks 2001 (Platz 6) und die
Rezension. Für Schrägies fast schon zu geschliffen, dann aber wieder so brillant geschliffen, dass man es trotzdem lieben muss, ist der langsam zelebrierte und äußerst elegant präsentierte Bombastpop von "No More Shall We Part" ein angenehmes Kontrastprogramm zu den frühen (Post-)Punk-Eskapaden des Herrn NICK CAVE. Mit den BAD SEEDS hat er versierte Musiker um sich geschart, und so entstand ein absolutes Meisterwerk. Anspieltipps sind das obligatorische '
Fifteen Feet Of Pure White Snow' sowie das traurige '
God Is In The House'.
...
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)