CALIGULA`S HORSE in Hamburg
Und es gibt doch keine bessere Medizin als MusikVielleicht hatte ich ja erkältungsbedingt Halluzinationen (was ich nicht glaube) aber was in diesem mir bisher unbekannten, gemütlich eingerichtetem Live-Club in Hamburg (auf den Namen HEADCRASH) musiktechnisch abging, entzieht sich jeglicher akkurater Beschreibung.
Also nachstehend nur ein Versuch…..
Ich bin nicht so der riesige Konzertgänger, trotzdem denke ich das ich genügend Vergleichsmöglichkeiten habe, wenn ich sage, dass diese Atmosphäre, dieser Gesang, DIESE Gitarrenarbeit….nur von einem andere Planeten oder aber Australien kommen kann.
Aber von vorne:
Alle drei Bands (inkl. 2 Vorbands) gaben wirklich ALLES, obwohl der Club nicht gerade überfüllt war, vielleicht 50 bis max. 100 Leute, aber egal, das nenne ich Aufbauarbeit, normal müssten die - wenn jeder Anwesende 2 bis 3 Mitmenschen überzeugt und das nächste Mal mitnimmt - auf das mindestens dreifache der Zuhörerschaft kommen….
Als aller erstes die mir von CD ein wenig bekannten „I BUILD THE SKY“, musikalisch schon einmal völlig losgelöst, kein Gesang ...rein instrumental (aber WIE); dann weiter durch die australische Progszene mit „CIRCLES“, die ebenfalls einige Ausrufezeichen und Akzente setzten und schon das eine oder andere Mal verzaubern konnten, es fehlten mir persönlich jetzt nur noch „OPUS OF A MACHINE“…
Aber es war erstaunlich wie die beiden Bands quasi auf sich aufbauten, sich steigerten…..Genial!
Aber dann:
Die für mich "DIE Band der Stunde" „CALIGULA“S HORSE“ (oft liebevoll die Pferde genannt

), mir bekannt leider erst seit 2017, aber eben noch nicht zu spät, da in weiten Kreisen immer noch recht unbekannt…
Aber nach diesem Auftritt sicher nicht mehr lange, wenn es irgendetwas wie Gerechtigkeit gibt.
Dieser Auftritt war magisch im wahrsten Sinne des Wortes.
Der Sänger flüsterte, sang, flehte, dichtete einmal sogar!!!!...und was für ein Gedicht!!, …das alles mit einer Inbrunst, dass mir der Atem stockte – Nein! Nicht wegen der Halsschmerzen!!:-) – die Musikabteilung ist vor lauter Üben wohl lange nicht aus dem Probezimmer gekommen, WOW, einfach nur WOW, …Stadion-Qualität in einem Mini-Club wohlgemerkt!
Für mich war es Prog in seiner wirklichen Essenz,…es sprach den Intellekt aber vor allem das Herz an, war teilweise frickelig, aber im Vordergrund stand IMMER die farbenfrohe Melodie, der jeweilige Song und das dahinterstehende Konzept, mit der Musik die Menschen abzuholen, auf eine Reise mitzunehmen, Herzen zu erreichen.
Das konnte jeder Anwesende in den knapp 90 Miuten fühlen, egal welchen Song sie auch spielten, wobei der Fokus eindeutig auf "IN CONTACT" lag....
Hier verweise ich auf die CD-Rezensionen, Live das Ganze jedoch nochmal besser!
Das war ganz große Kunst!
Allein das Stück „Graves“ von der aktuellen Platte „Live und in Farbe“ in einer solchen Qualität erleben zu dürfen (Danke an dieser Stelle dafür!) hat alle krankheitsbedingten Strapazen mehr als aufgewogen.
Mir fehlen eigentlich immer noch die Worte und ich bin meiner Frau dankbar, dass ich losziehe durfte und vorher noch heiße Zitrone mit Honig bekam
Nur noch eines: Ich will nach Australien …auswandern (Aha: Natürlich mit Familie

)
In diesem Sinne, ...danke auch Dir Peter K. für Deinen Bericht aus Berlin!!