Mein musikalisches Jahr im Rückblick

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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Holger Andrae » Montag 29. Dezember 2025, 23:53

Dann will ich hier auch mal einsteigen. Spannende Sachen, schon beim reinen Überfliegen!

Species ist komplett an mir vorbei gegangen. Dieses hektische Gethrashe ist natürlich komplett meine Welt, da kann mich auch der Gesang nicht mehr schocken. Aber irgendwie vernehmen meine empfindlichen Ohren da auch eine Spur Core-Elemente im Klangbild. Die stören mich da schon ein kleines bisschen mehr. Trotzdem spannende Angelegenheit, die ich mal auf die Hörliste setzen werde.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Jhonny » Dienstag 30. Dezember 2025, 12:33

Die Alben von PAGAN ALTAR und AVATARIUM fand ich auch beide ganz fein!
Gut möglich, dass eine oder sogar beide meine Top 20 erreichen.

SACRIFICE und JINJER dagegen kenne ich bisher nicht - zumindest nicht die aktuellen Alben.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 30. Dezember 2025, 14:45

Platz 03
Coroner | Dissonance Theory


Bild

Wenn Alben schon Jahre, manchmal Jahrzehnte zuvor angekündigt werden, ohne konkret zu werden, dann kann das vielerlei Stimmung in einem auslösen. Eine gewisse Skepsis entsteht, die in der Vergangenheit schon viele massive Enttäuschungen hervorgerufen hat. Das liegt vor allem daran, dass man die Zerfahrenheit im Songwriting und in der Produktion seltsamerweise deutlich spürt – als wäre zu lange an den Songs geschraubt worden, bis ihnen die Lebendigkeit verloren ging. Gut, andere Bands erspielen ähnliche Ergebnisse ohne jahrelange Wartezeiten. Vielleicht eine Frage des Handwerks. Eine mögliche Strategie, sich dieser Ernüchterung zu entziehen: die eigene Erwartungshaltung runterschrauben. Mit genau diesen Erfahrungen im Gepäck, bin ich an das Album herangegangen. So simpel das auch klingen mag. Und siehe da – damit stellte sich ein Überraschungseffekt ein, der die Skepsis gar nicht erst aufkommen ließ. Ich habe also eine gute Nachricht: „Dissonance Theory“ ist solch ein Album geworden. Ein Album, bei dem oben genannte Punkte nicht auftreten sondern von Reife zeugen als schleichend unnötige bleiartige schwere hinzuzufügen.

Was die Jungs da zusammengetrümmert haben, lässt diese oben erwähnte Ernüchterung erst gar nicht zu. Mit den ersten Tönen des Albums stellte sich eine beinahe berauschende Zufriedenheit ein. Mit jedem Durchlauf hielt mich die reiz- und geheimnisvolle Ästhetik fest in ihrem Bann.

Die Band hat sich den Ruf der Ernsthaftigkeit, der technischen Versiertheit und der Progressivität erarbeitet. Diese Wut, dieses hassbratzige Art, in gewisser Weise monoton, treibende, bündelt all ihre Stärken. Es intensiviert sie sogar so, dass sie dem Soundgefüge der Band eine neue Facette auferlegen.

Ein Album, das von tiefgreifenden Emotionen durchzogen ist, so unumstößlich, dass sie kaum zu durchbrechen in der Lage scheinen. Das zu verhindern versucht die Band mit großer Willenskraft und Konsequenz, ihrer Art des Musik Schreibens zu verhindern. Es macht sich ein Schatten der Bedrücktheit breit. Nicht auf klagende, wehleidige Weise. Aber als ständiger Begleiter innerhalb des Albums.

Ich bin irgendwann auf den Vergleich zur „Monotheist“ von CELTIC FROST gekommen, weil mich die Eigenheiten, zumindest nach meinem Gefühl, ähnlich aufgewühlt zurücklässt. „Trinity“ muss ich hier als Beispiel nennen. Dazugesellen darf sich auch „Prolonging“. Ein Song, der mit seinen Keyboard- und Orgelklängen eine überraschende Nähe zulässt, die im Gegensatz zum Rest so nicht gegeben ist. Ein gut platzierter Song, der dem Album den Fluss nicht zu nehmen wagt.

Sicher, die Alben, die sich in der Diskographie über die Jahre verfestigt haben, werden nicht übertroffen. Weniger gut ist es aber eben auch nicht. Auf Augenhöhe - allemal!

Die Band ruht sich also nicht auf vergangene Lorbeeren aus und setzt einen durchaus wichtigen Stempel ihrer Karriere hinzu. Gerade weil die Songs einfach mutiger und straighter wirken. Die Sperrigkeit bleibt, das Selbstbewusstsein über die Jahre neu erstarkt. Ein Album, dass auf meinem dritten Platz herzlich eingeladen ist.

Trinity
Prolonging
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 30. Dezember 2025, 22:18

salisbury hat geschrieben:Platz 4 ist ein Treffer!

Wow, was für ein guter Text dazu wieder, Pilly. Ich beneide dich ein bischen, dass du soviel Zeit hast, Musik so intensiv zu hören, wahrzunehmen und zu analysieren. Das schaffe ich leider nicht mehr so häufig wie früher.

Ich liebe vor allem 'My Hair Is On Fire', ich finde, dass der weit heraus ragt. Insgesamt gefallen mir deswegen frühere Alben auch einen Tick besser, z.B."The Girl With The Raven Mask".


Danke Sally. Ich analysiere gar nicht so heftig. Das sind, wie ich es letztens bei Havoc im Thread geschrieben habe, viele Eindrücke, die ich wenn sie mir in den Sinn gekommen sind aufgeschrieben habe. Entweder im Forum oder in meinem kleinen Notizbüchlein. Zum Ende des Jahres, fügt sich das meiste ziemlich schnell, wenn es um die Top 10 geht.

Ja, der Song ist einfach stark. Aber das sage ich ja vom ganzen Album. Die früheren Sachen, wie gesagt, habe ich noch nicht zu hören bekommen. Wird im nächsten Jahr aber folgen.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 30. Dezember 2025, 22:20

Havoc hat geschrieben:Mit AVATARIUM habe ich mich noch nie beschäftigt. Habe mal kurz reingelauscht. Das klingt auf jeden Fall nach Qualität. Der Frauengesang schreckt mich auch nicht direkt ab. Es klingt aber eher ruhig und ziemlich düster und traurig. Auf sowas habe ich gerade eher weniger Lust. Und wenn, dann lege ich halt wohl doch eher My Dying Bride auf. Aber wer weiß. Ich will nicht ausschließen, dass irgendwann der Tag kommen könnte an dem ich mir auch mal ein Album der Band hole. ;-)


Es ist sicher düster und traurig, würde es aber, mit dem was ich von MY DYING BRIDE kenne, nicht vergleichen wollen. Das Albu hat auch seine harten Seiten. Das scheine ich im Text wohl etwas außen vor gelassen zu haben.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 30. Dezember 2025, 22:22

Holger Andrae hat geschrieben:Dann will ich hier auch mal einsteigen. Spannende Sachen, schon beim reinen Überfliegen!

Species ist komplett an mir vorbei gegangen. Dieses hektische Gethrashe ist natürlich komplett meine Welt, da kann mich auch der Gesang nicht mehr schocken. Aber irgendwie vernehmen meine empfindlichen Ohren da auch eine Spur Core-Elemente im Klangbild. Die stören mich da schon ein kleines bisschen mehr. Trotzdem spannende Angelegenheit, die ich mal auf die Hörliste setzen werde.


Ich bin etwas verwirrt von der Aussage der Core Elemente. Höre ich tatsächlich gar nicht. Aber vielleicht mag der mike, wenn er das denn liest, mal aufgreifen. Wegen ihm bin ich auf das Album gekommen.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 30. Dezember 2025, 22:28

Den Plan, am gestrigen Tag zwei Alben zu posten, habe ich wieder verworfen. Also wird es am 1. Januar oder eher am 2. Januar Platz 1 geben. Hat einfach die Zeit nicht hergegeben.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon salisbury » Dienstag 30. Dezember 2025, 22:43

CORONER: Treffer!

Wenn Dich das wundert, mich auch. Aber das Album ist einfach anders als das frühere Zeug und beeindruckt mich ziemlich; auch dazu gibt es eine Gruppentherapie 8-)
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Jakob » Dienstag 30. Dezember 2025, 23:03

Ich hab die CORONER bisher noch gar nicht angehört, das habe ich jetzt mal nachgeholt. Ich muss das zu einem anderen Zeitpunkt nochmal intensiver machen, aber bisher nicht übel!
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 30. Dezember 2025, 23:12

salisbury hat geschrieben:CORONER: Treffer!

Wenn Dich das wundert, mich auch. Aber das Album ist einfach anders als das frühere Zeug und beeindruckt mich ziemlich; auch dazu gibt es eine Gruppentherapie 8-)



Gar nicht mal so arg, das hätte ich noch eher als etwas eingeschätzt, was dir zusagt. Ich kann mich an die Gruppentherapie gut erinnern, weil es wahninnig gute Noten dafür gab. Von jedem!

Ich finde es toll, dass du das erwähnst. Denn die Artikel haben die Aufmerksamkeit verdient.
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