Enslaved

Re: Enslaved

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 30. Dezember 2010, 01:37

Drumtier hat geschrieben:Und wie schon an anderer Stelle angemerkt, ich hab wegen der Scheibe gemerkt, dass ich wieder mehr BM hören muss. Die Art des Gesangs vermag halt (in den jeweilig genretypischen Variationen natürlich) im Black Metal viel mehr Emotion zu vermitteln, als dies beim todesmetallischem Growlen der Fall ist. Vielleicht bedeutet das auch die eine oder andere frühere Enslaved für mich, aber das werden wir sehen ;-)

Diesen Satz von dir zu lesen ist auf jeden Fall erstaunlich. Das war für mich immer der entscheidende Grund, warum mir Black Metal in der Regel näher ging als Death Metal. Klar, es gibt hier wie da Ausnahmen, aber die Beobachtung hat bei mir allgemein die selbe Grundtendenz.
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Re: Enslaved

Beitragvon Drumtier » Donnerstag 30. Dezember 2010, 23:07

Dass das auf Verwunderung stößt war mir klar, hab deshalb überlegt ob ichs noch näher ausführen soll. Wie ich geschrieben hab, beziehe ich mich vor allem auf die jeweils genretypischen Growler, egal ob das jetzt hoch wie in der Frühphase (Obituary, frühe Death,...) oder tief (Cannibal Corpse, Six Feet Under,...) ist. Der Gesang der erwähnten oder vergleichbaren Bands (und wenn ich noch so auf diese stehe) vermittelt das Bild eines Monsters, vermittelt Aggression (is zwar eine Emotion aber darauf komme ich noch) und sonstige Horrorfilm-Ausschnitte ;-)
Aber wenn ich wie jetzt gerade wieder Enslaved höre dann steckt hinter der Aggression des Kreischens noch viel mehr Verzweiflung (ohne irgendwie Resignation oder so), viel mehr ich versuchs mal mit "Festhalten-wollen-des-Moments". Verdammt schwierig, das zu erklären. Auch bei Agalloch gings mir da heute ganz genauso, beim Kreischen wird die vorherrschende Grundstimmung der Melancholie keineswegs zerstört sondern einfach noch viel intensiver rübergebracht. Und auch wenn die Stimmung bei Enslaved eine ganz andere ist, so ist der Effekt der gleiche. Auch bei anderen alten Norwegern (auch wenn das dann meine Kompetenzen übersteigt) dürfte das ganz ähnlich sein, ich denke dabei vor allem an deine Ausführungen zu alten Burzum. Attila Csihar zählt zwar nicht mehr zu genretypischen Sängern (das spielt für mich aber wie gesagt vor allem bei DM eine Rolle) aber über die Emotion die er vermittelt brauchen wir eh nicht zu reden ;-)

So was hab ich noch offen? Genau, die Aggression. Das ist schnell erledigt, hab ich eh schon öfter mal erwähnt denke ich. Klar sind DM-Sänger zwar aggressiv, aber bei ihnen steht eben auch viel mehr Brutalität, Gewalt, etc im Vordergrund. Bei BM-, aber auch Thrash-Sängern fallen diese Attribute weg und übrig bleibt nur die Wut. So finde ich ja auch eine Reign In Blood so aggressiv wie sonst nichts, obwohl jede zweite oder dritte DM-Scheibe in meiner Sammlung sie in Sachen Härte, Brutalität, etc logischerweise um Längen schlägt.

Das andere war die Sache mit genretypischen Sängern, das is mir noch ein Bedürfnis. Bei nicht so typischen Sängern kann es durchaus sein, dass sie auch sehr emotional sind, was für viele vielleicht seltsam klingt. Auf einen Nergal von Behemoth oder Chuck Schuldiner bei seinen späteren Werken trifft das z.B. so zu, die schaffen es auch schon teils sehr emotional zu klingen. Auch ein Ross Dolan von Immolation scheint zwar auf den ersten Blick wie ein typischer DM-Sänger in der tiefen Variante, da er aber alles komplett verständlich singt ist er für mich auch nicht wirklich genretypisch und voilà, eine der emotionalsten DM-Bands auf dem Planeten.

Das war jetzt also die lange, aber überflüssige Ausführung, weil eh schon alles gesagt wurde: Ja, Black Metal schlägt in Sachen Emotion durchaus die meisten oder zumindest viele Death Metal Bands.

Und weil ich die Axioma Ethica Odini grad wieder gehört hab:
Nightside ist für mich der Song der mich ziemlich an Opeth erinnert, mit dem klaren Gesang komm ich (ich hoffe, dass ich mir das nicht nur einbilde) langsam immer besser zurecht, aber vor allem der gekreischte Gesang, so manche Riffs und Soli stehen noch im Vordergrund. Das Solo bei Ethica Odini ist kompletter Wahnsinn, generell dürfte der Song für mich hier der beste bleiben. Andere Favoriten sind Waruun, The Beacon, Giants oder Lightning ohne dass die dazwischen aber sonderlich abfallen. Echt starkes Album, wächst aber noch!
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Re: Enslaved

Beitragvon Drumtier » Freitag 4. Februar 2011, 01:22

Grad nochmal gehört und ich muss sagen, das Ding wird ja immer besser! Wahnsinn, echt jetzt. Es gibt keine Favoriten mehr, also Raidho is "nur" gut, alle andern Songs sind absolute Hits, wirklich stark, vom grandiosen Opener bis zu den fulminanten Abschlusssongs, ich bin schon ein wenig überwältigt, ja ;-)
Werd mir wohl wirklich noch was zulegen müssen. Gäbe sogar schon wieder einige Kandidaten. Auch wenn ich ganz ernsthaft nicht weiß, wann ich das Zeug hören sollte. Aber ich schweife ab, wo war ich?
Genau, Enslaved! Geile Scheibe!! ;-)
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Re: Enslaved

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 4. Februar 2011, 01:59

Zum deinem letzten Beitrag habe ich damals gar nichts mehr gesagt, obwohl ich ihn gelesen hatte und gut fand. Ich kann sehr viel von dem, was du sagst, absolut nachvollziehen und teile den Eindruck. Aggression ist die Empfindung, welche Black- und Thrash-Metal-Sänger auch in meinen Ohren am besten transportieren. Beim Thrash Metal kommt dazu dann oft Wut und Anklage, während es beim Black Metal eher Hass und Verzweiflung sind, die als Triebfeder mitschwingen. Bei Death Metal sind es - wie du sagst - Gewalt und Brutalität, weniger die Aggression.

Dass dir die neue Enslaved weiterhin so gut gefällt, ist schön. Ich hoffe sehr, dass da bald mal was folgt.
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Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Donnerstag 14. April 2011, 20:07

Nun hab ich es ja auch endlich mal geschafft mir die "Frost" zu kaufen. Und die erste Durchgänge verwundern mich schon etwas. Das ist weit weniger Geknüppel und Raserei als ich dachte. Das Tempo wird immer wieder rausgenommen. Und manche Parts klingen sogar thrashig oder gar punkig. Dazu Grutles wildes Organ und etwas Keyboard. Scheint mal wieder ne sehr coole Angelegenheit zu sein. Ich glaub ich muss demnächst mal einen "Seziertisch" zu allen Enslaved Platten hier veröffentlichen. Wenn ich denn dann auch mal das Debüt habe. Irgendwie fehlen mir immer die Debüts. :P :)
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Re: Enslaved

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 15. April 2011, 00:10

Jo. Enslaved war auch in den wilden Zeiten schon vielseitig und anspruchsvoll. Wenn dir die "Frost" zusagt, dann ist sicher auch "Vikingligr Veldi" eine Anschaffung wert. Auf den Seziertisch bin ich gespannt!
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Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Freitag 15. April 2011, 21:48

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Wenn dir die "Frost" zusagt, dann ist sicher auch "Vikingligr Veldi" eine Anschaffung wert. Auf den Seziertisch bin ich gespannt!


Cool. Grad meine Mails gelesen...der plattenladen feiert Geburtstag. Daher kann man grad Versankostenfrei bestellen. Habe mir das Debüt nun für 8,29 € bestellt. :)
Muss mal gucken wie ich das dann mache. Ich glaube nach und nach von Platz 10 bis 1. Mal überlegen. Soll auf jeden Fall schon etwas umfangreicher werden und nicht nur grad zwei Sätze. Mal gucken. Vielleicht haben ja auch noch andere Lust dazu. Jeder könnte ja alle Alben einer Band vorstellen. Wäre vielleicht sogar was für den "Muscia et Circenses Thread". Also ich übernehme dann schon mal ENSLAVED. :)
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Re: Enslaved

Beitragvon Jesus » Dienstag 10. Mai 2011, 07:10

Unsere norwegischen Lieblingsprogger bieten kostenlos eine neue EP zum Download an: http://preemtiv.com/emails/enslaved/
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Re: Enslaved

Beitragvon Peter Kubaschk » Dienstag 10. Mai 2011, 10:15

da habe ich just die "Ruun" bestellt. Die war erst mal dringlicher als "Vertebrae" (oder so).
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Re: Enslaved

Beitragvon Peter Kubaschk » Dienstag 10. Mai 2011, 12:13

zum glück ist die EP kostenlos. So richtig dolle ist das ja nicht...
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