5RAND - Ordhalia
Mehr über 5Rand
- Genre:
- Modern Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Art Gates Records
- Release:
- 28.11.2025
- Lullaby For The Broken
- Bloodlife
- Ordhalia
- The Nihilist
- Double Bind
- Turbid
- Ritual Of Silence
- Lethargy
- Resurge In Death
- Silent Line
Ein Modern-Metal-Dreigestirn als Inspiration.
Ob man es bereits ein Comeback nennen kann, wenn eine junge Combo nach zwei Alben wieder sang- und klanglos verschwunden ist und sich sechs Jahre nicht mehr im Studio hat blicken lassen? Die Musiker von 5RAND waren seinerzeit recht vielversprechend gestartet und konnten mit ihrem Mix aus ARCH ENEMY und LACUNA COIL sicherlich so manchen Hörer aus der Reserve locken.
Inzwischen haben sich die Prioritäten bei der Truppe aus Rom ein wenig verschoben. Es geht deutlich extremer zu, gleichzeitig werden die Kontraste aber auch wesentlich stärker verschoben, so dass zwischen melodischen Fragmenten und einigen epischen Parts (samt erstaunlich starkem clean-Gesang) einige ziemlich brachiale Stakkatos stehen, die phasenweise an das jüngere Material von FEAR FACTORY erinnern. Dass deren aktueller Frontmann in 'The Nihilist' einen Gastauftritt hinlegt, kommt daher auch nicht von ungefähr.
Die drei genannten Bands in Kombination sind letztlich auch genau jene Schnittmenge, in der sich das dritte Werk der italienischen Modern-Metal-Combo bewegt. Die Schwerpunkte werden immer wieder verlagert, so dass sich "Ordhalia" auch nie so wirklich ausrechnen lässt. Doch der aggressivere Output der Schweden mit dem aufgepolsterten Düster-Bombast, von Cristina Scabbia und ihren Mitstreitern, bis hin zur mechanischen Brutalität von Dino Cazares, findet sich in den zehn neuen Stücken eigentlich ständig wieder und wird in einer beachtlich emotionalen und wuchtigen Performance auch prima auf den Punkt gebracht.
Denn auch wenn einzelne Passagen auf "Ordhalia" sehr verspielt sind, kommen die neuen Stücke straight aus den Boxen und legen sich mit ihrer vielschichtigen Ausrichtung keine Steine in den Weg. Dies ist zum einen der bärenstarken Darbietung von Frontdame Julia Elenoir zu verdanken, die in den neuen Kompositionen wirklich alle Stimmungslagen einmal durchlebt, dann aber auch wiederm den handwerklichen Fertigkeiten ihre Mitmusiker, die sich nicht damit zufriedengeben, ausschließlich das Einmaleins des modernen Metal-Riffings zu bedienen, sondern durchaus auch im progressiven Sinne ein paar Steine versetzen.
Das Songwriting war unter diesen Voraussetzungen keine echte Herausforderung mehr, sondern die Kür eines Prozesses, der trotz der langen Pause wohl nötig war, um das jetzige Level zu erreichen. "Ordhalia" ist folglich auch das bislang beste, reifeste und härteste Album im Hause 5RAND.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


