BELLE MORTE - Pearl Hunting
Mehr über Belle Morte
- Genre:
- Symphonic Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- WormHoleDeath
- Release:
- 24.01.2025
- Pearl Hunting
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Symphonic Metal mit Euphorie-Garantie.
In der Regel sind Platten wie "Pearl Hunting" definitiv nicht meine Baustelle. Symphonischer Metal mit orchestralen Arrangements, einer standesgemäßen Elfenstimme und einer Fülle von folkloristisch geprägten Inhalten. Da gab es in der jüngeren Vergangenheit einfach zu viele Acts, die das ganze nicht nur überstrapaziert haben, sondern mit dem eigentlichen gemeinsamen Nenner namens Metal nur marginal etwas am Hut hatten. Im Grunde genommen haut das Ensemble aus Belarus auch genau in diese Kerbe, bietet aber nebst einer sehr angenehmen Performance und einem großflächigen Verzicht auf überbordenden Bombast ein paar Besonderheiten, die vor allem in der instrumentalen Darbietung verortet sind. Statt nämlich mittels digitaler Hilfsmittel möglichst viele Schnörkel einzubauen, hat sich die Truppe internationale Verstärkung geholt und aus unzähligen Nachbarländern Musiker herangezogen, die mit Bouzouki, Harfe, Flöten und einer Vielzahl zusätzlicher traditioneller Instrumente umzugehen wissen und das ganze weitaus organischer klingen lassen als der größte Teil des Kollegiums. Darüber hinaus ist auch Frontdame und Namensgeberin Belle Morte eine echte Könnerin auf ihrem Fachgebiet und nicht in einer opernhaften Darbietung gefangen. Tatsächlich werden hier Erinnerungen an die späteren NIGHTWISH-Alben mit Tarja Turunen wach, da BELLE MORTE teilweise auf ähnlichem Niveau komponiert und durch den Einsatz der Folk-Komponenten hier noch mal eine stilistische Breite erzielt, die in der schnelllebigen Szene eher ungewöhnlich ist.
Darüber hinaus ist das gesamte Songwriting erstaunlich kompakt, zu Teilen zwar progressiv, aber dennoch leicht zugänglich und mit sehr erfrischenden Melodiebögen gesegnet. Man möchte nicht von außergewöhnlichen Ideen sprechen, aber die Art und Weise wie hier einprägsame Passagen mit einer gewissen Theatralik verschmelzen, ist an vielen Stellen schon speziell und auch einfach richtig gut inszeniert. Spätestens jetzt ist auch klar, dass BELLE MORTE die gängigen Schemata weit hinter sich lässt und wirklich spannenden Stoff ins Angebot stellt. Und ganz ehrlich: Selbst als Symphonic-Metal-Skeptiker muss ich eingetehen, dass mich die Platte ganz schnell gepackt und auch begeistert hat. Es sind halt nur kleine Stellschrauben, die hier wesentliche Verbesserungen zum großen Ganzen ermöglichen, und die Belarus-Combo hat diese Eckpfeiler entdeckt, verarbeitet und toll weiterentwickelt.
"Pearl Hunting" ist daher auch Pflichtmaterial für die definierte Zielgruppe und ein schlicht und ergreifend sehr unterhaltsames, vielschichtiges und bewegendes Werk. Ich bin überrascht und gleichzeitig verzückt!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes