ERGOT - Decade
Mehr über Ergot
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Eigenproduktion
- Release:
- 26.11.2025
- Notte Senza Fine
- Quel Sogno Che Incombe
- Tutto Niente E Nessuno
- 11:11
- AlterEgo666
- O.M.N.I.
- Riflesso Di Mille Realtà
Erster, aber beeindruckender Release seit zehn Jahren!
Der Titel des neuen ERGOT-Albums ist insofern passend, da seit dem Debüt der italienischen Black-Metal-Combo ziemlich genau zehn Jahre verstrichen sind und die Truppe damit auch eine weitere Ära abschließen möchte. Jedoch eine Ära, in der sich die Band keine echten Fleißpunkte erarbeiten konnte, da zwischen der Veröffentlichung der neuen Platte und dem Erstling "Victims Of Our Same Dreams" kein weiteres Material erschienen ist. Man könnte nun argumentieren, dass die Kapelle aus Triest alle Energie in dieses besondere Werk gesteckt hat, schließlich suggerieren die zahlreichen Hymnen von "Decade" nichts anderes. Und dennoch: Die magere Quantität im Katalog und die lange Wartezeit sind natürlich Hindernisse, denen man schon mit ausgesprochen hoher Qualität begegnen sollte, um im Konzert der namhaften Acts irgendwann auch eine Rolle spielen zu können.
Mit Titeln wie 'Notta Senze Fine' und 'O.M.N.I.' ist hier aber sicherlich ein entscheidender Anfang gemacht, beeindruckt ERGOT doch mit einer stimmungsvollen Melange aus schwarz gefärbtem Doom, melodischem Black Metal und einigen nahezu symphonischen, aber nicht bombastisch aufgeplusterten Strukturen, die auf jeden Fall ein beeindruckendes Zeugnis davon abgeben, wozu die Truppe anno 2025 imstande ist. Auch in Sachen Leidenschaft kann "Decade" über die volle Strecke überzeugen, weil ERGOT immer wieder mit überraschend aggressiven Offensiven einlenkt, die schleppenden, epischen Arrangements regelmäßig mit frischer Energie auskontert und sich trotz der vielen markanten Parts und der wiederkehrenden Hooklines nicht vollständig in die Karten schauen lässt.
Auf der anderen Seite kann man nun nicht behaupten, dass die Italiener gänzlich neuen Wind in die Szene bringen, sondern ihren neuen Stoff vorwiegend auf dem Fundament bereits vertrauter Inhalte aufbauen. Dies ist zwar insofern nicht tragisch, da alle sieben Stücke überdurchschnittlich gut sind und mit ihren hymnischen Partituren begeistern können, soll aber als Randnotiz noch erwähnt werden, schließlich hat ERGOT zehn Jahre zur Fertigstellung einer weiteren Platte investiert.
Wer sich daran nicht kratzt, erhält mit "Decade" definitiv einen starken, über weite Strecken auch sehr eingängigen Silberling, der die Band umgehend wieder in eine der Spitzenpositionen der südeuropäischen Szene katapultiert. Für die Zukunft sollte das Arbeitstempo jedoch wieder etwas höher sein, damit auch dieses Kleinod nicht wieder in Vergessenheit gerät.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


