ETERNAL, THE - Celestial
Mehr über Eternal, The
- Genre:
- Doom Metal / Dark Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Reigning Phoenix Music
- Release:
- 16.01.2026
- Absence Of Light
- Celestial Veil
- It All Ends
- Bleeding Into Light
- Casting Down Shadows
- Everlasting MMXXVI
Ein fast himmlicher Vorgeschmack aus Australien.
THE ETERNAL war vergangenes Jahr eine äußerst positive Überraschung für mich, hat die Band als Support für die kleine Tour von CEMETERY SKYLINE in Finnland doch einen richtig guten Job als Anheizer gemacht. Spätestens seit dem letzten Album "Skinwalker" von 2024 sollte man die Truppe aus Melbourne um Sänger und Gitarrist Mark Kelson auf dem Zettel haben. Neben Gitarrist Richie Poate tummeln sich seit ein paar Jahren Jan Rechberger am Schlagzeug und Niclas Etelävouri am Bass (beide sind bzw. waren Mitglied von AMORPHIS), das schon erwähnte "Skinwalker" war dabei ein großartiges Stück Musik. Mit "Celestial" schiebt das australisch-finnische Quartett einen ersten Appetizer für das kommende Studioalbum nach, das im Laufe diesen Jahres unter das Volk gebracht werden soll.
Mit knapp 30 Minuten bietet "Celestial", das sogar mit einem Intro in Form von "Absence Of Light" daher kommt, ordentlich Gegenwert. Korrigiert mich, aber ein Intro für eine EP ist für mein Ermessen durchaus ungewöhnlich, schafft aber direkt eine passende Atmosphäre für das, was im Anschluss kommen soll. Der erste "richtige" Song 'Celestial Veil' knüpft unterdessen nahtlos an das letzte Album an und liefert diese typische dunkle und wunderbar erhabene Stimmung, die THE ETERNAL ganz ausgezeichnet beherrscht. Der Song kommt ebenfalls typisch getragen daher und überzeugt mit den warmen Gesangslinien von Mark Kelson und fährt die ersten Widerhaken aus. Die Nummer nistet sich ganz hinterhältig in der Hörschnecke ein, ohne dabei zu nerven. Das kann man dann auch unentwegt für die folgenden Songs 'It All Ends' und 'Bleeding Into Light' sagen, die genau denselben Ansatz weiterverfolgen, dabei zu keiner Zeit poppig wirken, sondern genug Haken schlagen, um im Gedächtnis zu bleiben und da auch nicht zu nerven, da diese Songs eine tolle schwebende Stimmung versprühen, in der man nur zu gerne verweilen möchte. 'It All Ends' ist mit seinen massiveren Gitarren eher der offensichtliche Hit, doch 'Bleeding Into Light' steht dem mit seiner Dramatik in Nichts nach. Zwei absolut wunderbare Songs, von denen ich gerne noch mehr hören möchte.
'Casting Down Shadows' ist gegen Ende allerdings ein ganz anderes Tier. Der mit Abstand sperrigste Song führt erstmals orientalische Einflüsse ein und klingt, als wäre THE ETERNAL in den Geschichten aus Tausend und einer Nacht gelandet. Der Song bliebt dabei betont zurückhaltend und durch die orientalischen Melodien bekommt man hier THE ETERNAL von einer gänzlich anderen Seite zu hören, die durchaus anspruchsvoll ist und ihre Vorzüge nicht direkt zeigen möchte. Hier muss man als Hörer die Reise bewusst antreten, um nicht zwischen den Dünen den Anschluss zu verlieren. Doch die Belohnung wird großzügig ausfallen, zündet das Finale doch einen großen Moment. THE ETERNAL wagt und experimentiert hier und das ist zum größten Teil auch gelungen.
Zum Ausklang gibt es dann noch ein Remaster des 2025 neu aufgenommenen 'Everlasting', das nochmal druckvoller daherkommt und das Original vom "Sleep Of Reason" von 2005 wie einen anderen Song klingen lässt. Nach einem Brocken wie 'Casting Down Shadows' ist 'Everlasting' ein flotter Rocker, der direkt zum Mitsingen animiert, aber dennoch genug Punch mitbringt.
"Celestial" ist ein sehr feiner Appetithappen für das neue Studioalbum von THE ETERNAL geworden, bietet es weiterhin alle Trademarks der Band und gießt diese in vier durchgängig überragend bis interessante Songs, die man auf jeden Fall mal gehört haben sollte, wenn man düsteren Metal mit leichter Doom-Schlagseite mag. Der Plan ist bei mir aufgegangen, ich habe jetzt großen Appetit und möchte gerne noch viel mehr davon.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Kevin Hunger


