HOGARTH, STEVE - S.P.Q.R.
Mehr über Hogarth, Steve
- Genre:
- Art Rock
- Label:
- Earmusic
- Release:
- 16.01.2026
- Thank You Whoever You Are
- Afraid Of Sunlight
- White Paper
- Famous Blue Raincoat
- Cover My Eyes (Pain And Heaven)
- Three Minute Boy / All You Need Is Love
- The Deep Water
- Sounds That Can’t Be Made
- Waiting To Happen
- Estonia
- The Crow And The Nightingale
- Nothing To Declare
- Acid Rain
- Go!
- Man Of A Thousand Faces
- Easter
Ein Prog-Abend mit einem echten Entertainer und einer großen Stimme!
Es ist absolut faszinierend, was die Band MARILLION und ihre Bandmitglieder so treiben. Es dürfte hier niemanden mehr überraschen, dass ich ein großer Fan der Band bin, sowohl der frühen Alben als auch der Veröffentlichungen mit Sänger Steve Hogarth. Neben der Tatsache, dass sie sich eine treue Fanbasis erspielt haben, früh den Weg der völligen Selbstständigkeit gegangen sind und sich musikalisch zwar grob in Richung Art Rock, aber ansonsten keinesfalls genauer festlegen lässt, sind die Musiker auch nebenbei geradezu hyperaktiv, spielen jedes Jahr zahlreiche Konzerte, veranstalten ihre eigenen MARILLION-Weekends, veröffentlichen Alben und Songs mit Solo- und Nebenprojekten und gehen mit diesen gelegentlich sogar auf Tournee. Workaholics? Ja, scheint wohl so.
Im Frühjahr 2024 tourte Frontmann Steve Hogarth mal wieder solo, gelegentlich unterstützt durch den Flowing Chords Choir und der italienischen Band RANESTRANE, unter seinem eigenen Namen und ließ die Show in Rom zum Zwecke dieser Veröffentlichung aufnehmen. Dabei spielte er hauptsächlich Songs seiner Hauptband MARILLION, sodass man sich fragen könnte, was diese Tour und Veröffentlichung sinnvoll macht, aber diese Frage kann nur von jemandem kommen, der H, wie Hogarth häufig genannt wird, weder live erlebt, noch dieses Album gehört hat, denn der Unterschied zu den MARILLION-Bandkonzerten könnte kaum größer sein.
Hogarth ist nicht nur ein großartiger Sänger, sondern auch ein versierte Musiker, der Gitarre, Piano und Keyboard spielt. Genau das steht im Mittelpunkt dieser Show, die er weitgehend solo nur mit seiner Stimme und Keyboard bestreitet. Die Atmosphäre ist dadurch viel intensiver als bei einer Bandvorstellung. Hogarth interpretiert die Stücke anders, hat sie reduziert und intoniert sie mit einem starken Fokus auf seiner Stimme. Der größte Teil der Show besteht dabei aus MARILLION-Songs, angefangen bei dem 1990er 'Easter' bis zu 'The Crow And The Nightingale' vom aktuellen Album "An Hour Before It's Dark". H spielt aber auch mehrere Songs seines ersten Soloalbums "Ice Cream Genius" von 1997 und sogar einen Song aus seiner Zeit, bevor er bei MARILLION eingestiegen ist, und beweist, dass seine Wahl als Ersatz des vorherigen Sängers Derek William Dick damals kein Zufall war. Seine Band Mitte der Achtziger hieß EUROPEANS und 'Acid Rain' vom zweiten Album "Recurring Dreams" sticht tatsächlich etwas heraus aus dem Konzertabend, da es opulenter arrangiert ist. Dazu kommen mit 'Famous Blue Raincoat' von Leonard Cohen und 'All You Need Is Love' von den BEATLES zwei Coversongs, die den musikalischen Reigen abrunden.
Sechzehn Lieder und deutlich über zwei Stunden zeigen Steve Hogarth von seiner vielfältigen Seite, emotional und doch gleichzeitig als humorvoller Entertainer, sodass man beim Hören der Tonträger wünschte, man wäre dabei gewesen. Die Blu-ray ist ein Ersatz, aber kein gleichwertiger, ich bin sicher, jeder, der dieses schöne Live-Dokument gehört und die Blu-ray gesehen hat, wird beim nächsten Gastspiel des britischen Barden im Publikum stehen, so brillant, sympathisch und mitreißend ist der Auftritt. Hier ist ein kleiner Ausschnitt mit dem Song 'Famous Blue Raincoat':
- Redakteur:
- Frank Jaeger


