MESSTICATOR - Total Mastery
Mehr über Messticator
- Genre:
- Death / Thrash Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Testimony Records
- Release:
- 13.03.2026
- The Pit Awaits...
- ...The Pitslayer
- High Ground
- One-Shot-Kill
- Ruins Of Reason
- Bloodsport
- Mass Human Extinction
- Skeletal Thorns
- Deathtouch
- The Tyrant's Scepter
- Cougar Claws (Return Of The Leathermilf)
The Pitslayer returns!
In Hamburg muss irgendwas im Wasser sein, was sich äußerst positiv auf die Entstehung von menschenunfreundlichen Death Metal auswirkt. Neben den grandiosen ENDSEEKER redet seit ein paar Jahren auch das Dreiergespann MESSTICATOR aus der Hansestadt ein paar Wörtchen mit. Nach dem Debüt "Forthcoming Revelation" von 2022 folgten einige Gigs quer durch die Republik, unter anderem als Support auf der Album-Release Tour von DESERTED FEAR. Mein Erstkontakt erfolgte 2024 eher zufällig, nachdem die Wacken Foundation einige Bands in einen Bus gestopft und in die drittgrößte Stadt in Sachsen abkommandiert hat, um mal die Stützpfeiler des hiesigen Kraftverkehr ordentlich ins Wanken zu bringen.
Jetzt im Jahre 2026, die Band ist mittlerweile zum Quartett angewachsen, steht mit "Total Mastery" endlich das Zweitwerk auf dem Programm, das sich angriffslustig daran schickt, einen Schritt weiter an die Weltherrschaft und die Unterwerfung der gesamten Menschheit zu erreichen. Der Albumname ist dabei durchaus als Parole für das anzusehen, was die kommenden 53 Minuten hereinbricht.
Nach dem stimmungsvollen und erfreulich songorientierten Intro "The Pit Awaits..." wird mit "...The Pitslayer" nicht nur direkt den Fans ein Song auf den Leib geschrieben, sondern auch direkt klar gemacht, dass es von nun an keinerlei Gnade zu erwarten gibt. War die Produktion beim Debüt amtlich, knallt vor allem das Schlagzeug auf "Total Mastery" nochmal mehr und ist einfach fett. Am Mikro röchelt Thomas Thede eine Spur bedrohlicher und auch anders als sein Vorgänger Phil, was durchaus einigen Riff-Attacken im Laufe des Albums zugutekommt.
Allgemein steht MESSTICATOR fast ständig auf dem Gas, als hätten die Jungs bei jeder Aufnahmesession den gesamten Bestand von Jagdwurst im gesamten Hamburger Stadtgebiet konsumiert. Da man bei Songs wie 'High Ground' aber immer wieder die Thrash-Metal-Einflüsse durch geile Riffs hörbar macht, vermeidet es MESSTICATOR, dass man sich durch redundante Blastbeatorgien kämpfen muss und am Ende nichts hängen bleibt. Das kommt dann vor allem dem thrashigen und Hardcore-beeinflussten 'Bloodsport' zu Gute, was meine Herzfrequenz immer wieder gefährlich erhöht und den Gedanken fördert, das heimische Wohnzimmer in einem Anfall auf die anliegende Straße zu befördern.
Das hebt MESSTICATOR für mich von einer handelsüblichen Death-Metal-Band ab, hört man hier doch zu jeder Zeit, wo die Wurzeln der Jungs liegen und das Geschehen auflockern. Obwohl sich immer wieder handfeste Thrash-Riffs finden, bleibt MESSTICATOR fest im Death Metal verwurzelt. "Mass Human Extinction" pendelt dabei zwischen Raserei und flicht dabei immer wieder unheilschwangere Melodien ein, die allerdings nie zum Selbstzweck verkommen und direkt wieder geschickt in einen nackenbrechenden Mosh-Part münden.
Trotz der gegebenen Abwechslung – selbst das sechs Minuten lange 'Deathtouch' bietet viele coole Riffs und prägnante Passagen – lässt es sich für mich dann doch nicht vermeiden, dass mir gegen Ende der rote Faden ein wenig abhandenkommt und ich nicht mehr in Gänze weiß, in welchem Song ich mich gerade gegen eine Horde von Fäusten erwehren muss. Dazu ist der gewählte stilistische Rahmen doch ein wenig zu klein. Nicht, das es sich ähnelt. Ganz und gar nicht. Es wirkt wie ein großer, böser und aggressiver Batzen, gespielt von vier Jungs, die hörbar Spaß an ihrer hochenergetischen Death-Thrash-Melange haben.
Wenn da nur nicht der letzte Song wäre. Das skurril betitelte 'Cougar Claws (Return Of The Leathermilf)' lässt erst an einen Ausflug an die Reeperbahn denken, ist dabei aber die Fortsetzung von 'Leathermilf' vom Debüt, was spürbar aus dem bislang bekannten Korsett ausbricht. Verspielte, fast schon heroisch anmutende Riffs zeigen hier eine andere Seite von MESSTICATOR. Hier ist der Einfluss von klassischem Heavy Metal à la W.A.S.P. nicht zu verleugnen und lässt in mir die Frage aufkommen: Ist das nur ein Spaß oder tatsächlich ein Fingerzeig, in welche Richtung MESSTICATOR sich noch entwickeln könnten? Der Song macht zum Ende nochmal richtig Laune und funktioniert überraschend gut.
Löffel, Gabel, MESSTICATOR? "Total Mastery" serviert eine blutige Schlachtplatte, für die man keinerlei Werkzeug benötigt, da sie mit schierer Willenskraft durch sämtliche Mauern bricht, fette Grooves serviert, einschneidende und drückende Riffs am Fließband abfeuert und das mit ballernden Drums und menschenunfreundlichen Gegrunze zu durchgängig geilen Songs vermengt, die keinen Fan von Death Metal mit einer ordentlichen Thrash-Schlagseite enttäuschen sollte. Ich für meinen Teil beuge mein Haupt vor MESSTICATOR und bin gespannt, wohin die Reise für diese sympathische Truppe noch gehen wird. Bow to the Pitslayer!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Kevin Hunger


