RIOGHAN - Kept
Mehr über Rioghan
- Genre:
- Alternative Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Inverse Records
- Release:
- 14.02.2025
- Dreams
- Hands
- Skin
- Edge
- Distance
- Hopes
- Motion
- Here
- Red
- Grief
Finnland's Antwort auf LACUNA COIL.
Nach ihrem letzten Release "Different Kind Of Losses" konnten sich die fünf Köpfe von RIOGHAN noch nicht mit dem ersehnten Durchbruch beschäftigen. Die düsteren Alternative-Sounds mit ihrer ordentlichen Ladung modernen Metals brachte die Truppe um Frontdame Rioghan Darcy zwar umgehend in den Dunstkreis einer Gruppe wie LACUNA COIL, doch die nötige Aufmerksamkeit hat die Truppe aus dem finnischen Lapua vor zweieinhalb Jahren noch nicht erlangen können. Letztgenannte hat sich das nordeuropäische Quintett mit der Veröffentlichung der zweiten Scheibe jedoch redlich verdient. Die Songs sind noch detailreicher, das Material an sich ist noch einen ganzen Zacken vielseitiger, die teils recht gut versteckten Hooklines zünden nach einer Weile gewaltig. Den Terminus Female-Fronted interpretiert die Combo auf eine solch erfrischende Art und Weise, dass auch in dieser Hinsicht der volle Zuspruch erfolgt - zumindest von meiner Seite.
Der name LACUNA COIL muss nun auch im Zusammenhang mit "Kept" erfolgen, da die Annäherungsversuche sicherlich nicht nur zufällig sind, sondern auch bei den Finnen eine wunderschöne Symbiose aus wuchtigen Riffs, vielen atmosphärischen Parts tollen Melodien und einer eindringlichen Vokal-Performance entstanden ist, die eine außerordentliche Würdigung absolut verdient hat. RIOGHAN beschäftigt sich gelegentlich auch mit symphonischen Inhalten, macht diese aber nicht zum Kern der Kompositionen, sondern lässt sie als schmückendes Beiwerk immer mal wieder passend einfließen, so dass die einzelnen Stücke noch voluminöser und einfach fetter klingen.
An der metallischen Breitseite, die "Kept" mitbringt, ändert dies jedoch rein gar nichts. Im Gegenteil: RIOGHAN kann sich auf die pralle Dynamik der zehn Kompositionen verlassen, die selbst in den ruhigeren Passagen für ein dauerhaftes Spannungsgefühl garantieren, das schließlich auch von der bärenstarken Sängerin getragen wird. Zwischen Elegie, Melancholie und gelegentlicher Aggression pendeln sich dabei die Emotionen immer wieder neu ein, inszenieren eine fesselnde Dramaturgie und generieren in Kombination mit dem melodischen Unterbau des Albums auch einige packende Widerhaken, die schließlich die Vollendung bringen.
"Kept" ist zumindest qualitativ das Werk, das den Durchbruch anvisieren darf und ihn hoffentlich auch einleitet. Hier schlummert nicht nur ein dicker Batzen Potenzial, sondern hier wird es auch vollwertig abgerufen. Dringend empfehlenswert - nicht nur für Anhänger von Scabbia und Co.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes