RIPTYDE - Of Conquest And Downfall
Mehr über Riptyde
- Genre:
- Heavy Metal / Power Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Independent
- Release:
- 01.01.2025
- Si Vis Pacem Para Bellum
- Warbringers
- Into Oblivion
- Hermits Serenade
- Fear No Evil
- The Oath
- Take The Cross
- The Leper King
- Blood In The Sand
- Victory Unending
- Enlighten Me
- A Templars Lament
- Leap Of Faith
- Deus Vult (For The Crusade)
- Serlos Rock
- Thy Kingdom Come
- Bonus: Lord Of Lies
Fast wie ein verschollenes Demo von BLIND GUARDIAN.
Die in Essen ansässige Band RIPTYDE wurde 2019 gegründet und hat bereits am ersten Januar des laufenden Jahres ihr Debüt "Of Conquest And Downfall" vorgelegt. Wie es oft bei Eigenproduktionen der Fall ist, hat das Album bisher wohl keine allzu große Beachtung gefunden. Mittlerweile ist die CD im Digipack-Format bei uns in der Redaktion eingetroffen und harrt geduldig der Besprechung. "Of Conquest And Downfall" ist ein Konzeptalbum, das den Kreuzzügen gewidmet ist. Das ist natürlich ein im Heavy Metal recht beliebtes Thema, an dem sich schon diverse Bands mit unterschiedlichem Erfolg versucht haben. RIPTYDE vermeidet dankenswerterweise die unreflektierte Herangehensweise plumper Schlachtenromantik und setzt sich teilweise kritisch mit dem Phänomen auseinander.
Stilistisch ist RIPTYDE im Heavy Metal beziehungsweise Power Metal anzusiedeln, wobei unter Power Metal nicht die gegenwärtig so beliebte Hochglanzversion mit Ballerschlagzeug und der Lizenz zum Schunkeln zu verstehen ist. Die Band benennt dabei allerlei musikalische Einflüsse, von denen einer besonders heraussticht, und das ist ganz klar BLIND GUARDIAN. Diese musikalische Parallele liegt insbesondere an Sänger André Zwierzina, dessen Stimme der von Hansi Kürsch in den getragenen Passagen zum Verwechseln ähnelt. Stellenweise drängt sich der Eindruck auf, ein verschollenes Demo der Vorgängerband der Krefelder, LUCIFER'S HERITAGE, vor sich zu haben. Der Begriff "Demo" muss hier fallen, da "Of Conquest And Downfall" klanglich tatsächlich den Charakter eines besseren Demos aufweist. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil und soll auch nicht despektierlich gemeint sein, denn die Musik tönt ehrlich und unverfälscht. Bei einer Eigenproduktion sollte man das Klangbild auch nicht allzu kritisch unter die Lupe nehmen.
Wichtiger ist, dass das Quintett ein Händchen für schön ausgearbeitete Melodien hat, die mit viel Pathos vorgetragen werden. Die gelungenen Gitarrensoli machen einen weiteren Reiz von "Of Conquest And Downfall" aus. Geschickt eingesetzte kurze Instrumentals lockern das Ganze auf. Das Intro 'Si Vis Pacem Para Bellum' setzt mit Mönchsgesang und Schwerterklirren den Ton für das Konzeptalbum. Der auf den antiken Spruch "wenn du Frieden willst, bereite (dich) auf den Krieg vor" Bezug nehmende Titel des Intros hat gerade aktuelle Relevanz und ist vielleicht auch so gemeint. Der eigentliche Einstieg ist dann 'Warbringers', das gerade im Chorus richtig schön episch klingt. Aufs Gaspedal tritt das Quintett bei 'Fear No Evil' und setzt zu Beginn mit erfrischendem NWoBHM-Riffing Akzente. Das ist eines der Highlights auf "Of Conquest And Downfall". Das von einem Klavier begleitete 'The Leper King' erinnert an die frühen Alben von MANOWAR.
"Of Conquest And Downfall" ist ein gelungenes Debüt, das in seiner Thematik sicherlich sehr ambitioniert, aber doch auch gut umgesetzt ist. Emotional packende Momente gibt es einige, was insbesondere dem Gitarrenspiel und den Gesangsarrangements zu verdanken ist. Dass bei der positiven Einschätzung auch ein gewisser Nostalgiefaktor eine Rolle spielt – alles tönt herzerfrischend nach dem Underground der 80er –, soll nicht unerwähnt bleiben. Wer RIPTYDE unterstützen möchte, kann übrigens die schick aufgemachte CD mit gezeichnetem Artwork und Booklet für einen fairen Zehner neben einer reichlichen Auswahl an Merchartikeln auf der Homepage der Band (riptyde.de) erwerben.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Jens Wilkens