TALES OF BLOOD - Breath Of Repugnance
Mehr über Tales Of Blood
- Genre:
- Death Metal
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Great Dane Records
- Release:
- 13.12.2024
- Boiled To Death
- Bled And Still Alive
- Low Cost Holocaust
- Storm Of Maggots
- The Bloody Week
- Time To Rot
- Boss Killer Zombie
- Bullet To Mutilate
- Funeral March
Eingefahrene Rezepturen machen keinen Kult!
Mehr als drei Dekaden im Business und lediglich ein Demo, eine EP und zwei vollständige Platten auf dem Buckel: Die bisherige Ausbeute von TALES OF BLOOD ist relativ mager. Wenn man sich den aktuellen Longplayer der Jungs etwas näher zu Gemüte führt, erscheint es gerade so, als sei die Band seit Anbeginn in einer Zeitschleife gefangen, in deren Mittelpunkt ausschließlich Material steht, das auch schon im Gründungsjahr 1993 hätte veröffentlicht werden können - das ist auch völlig in Ordnung so.
Allerdings bezieht sich diese vermeintliche Retrospektive auch auf die eigentliche Weiterentwicklung der Musiker, denn wirklich Spektakuläres, geschweige denn Frisches, kann TALES OF BLOOD auch diesmal nicht auflegen. Das Material klingt wie eine etwas dreckigere Variante diverser OBITUARY-Scheiben und muss sich den Vergleich mit dem Florida-Original eigentlich über die gesamte Distanz gefallen lassen, was zunächst auch kein Hindernis darstellt, würde man währenddessen nicht ständig auf Riffs herumkauen, die auch vor 30 Jahren irgendwann recht fade geschmeckt hätten. Ein paar Elchtod-Komponenten sorgen zwar für einen angenehmem rockigen Drive, der zumindest hier und dort ein paar Alleinstellungsmerkmale erlaubt. Doch da Variation auf "Breath Of Repugnance" auch nicht die erklärte Stärke der Truppe ist und man grundsätzlich eher einheitlich bolzt und mit stetem Tunnelblick räudiges, morbides Todesblei anrührt, gerät die Scheibe sehr schnell an ihre Grenzen und verliert auch zunehmend mehr Strahlkraft.
Ich könnte derweil nicht mal sagen, was TALES OF BLOOD ändern müsste, um hier den Schalter noch einmal umlegen zu können. Die Old-School-Attitüde bleibt authentisch, der Sound ist Original frühe 90er und das Gehacke bleibt über die gesamte Strecke über sehr roh. Aber die bleibenden Reize offenbart "Breath Of Repugnance" leider nicht, und mit dieser Misere lässt sich auch im möglichen Herbst der Karriere nicht viel reißen. Ein echtes Dilemma ist das, so gut die Songs für sich betrachtet auch sein mögen, aber auf lange Sicht gerät diese Platte höchstwahrscheinlich wieder schnell in Vergessenheit!
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Björn Backes