THRONE - Ossarium
Mehr über Throne
- Genre:
- Sludge / Death Metal
- ∅-Note:
- 6.00
- Label:
- Dusktone
- Release:
- 14.02.2025
- Morrigan
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- Psychostasia
Reichlich Brachialität, wenig Seele!
Die pure Boshaftigkeit schwingt in den Noten des mittlerweile schon dritten THRONE-Longplayers mit, finstere Klangmalereien zieren den Mix aus tödlichem Edelstahl und dreckigem Sludge. Während sich die Band noch damit beschäftigt, welche Tempolage vielleicht die angenehmste für den aktuellen Release sein könnte, brüllt Frontmann Samu alles gegen die Wand, was sich ihm als Hindernis in den Weg stellen könnte. Im Grunde genommen verfährt die Band also nicht anders als auf den vorangegangenen beiden Releases, strahlt aber nach wie vor eine gewisse Uneinigkeit aus, was die genauen musikalischen Schwerpunkte anbetrifft. Denn einerseits versteift sich THRONE auf "Ossarium" mehr denn je darauf, recht klinische, finstere Stakkatos im Gleichschritt zu zelebrieren, andererseits kann sich das italienische Quintett auch nicht von der ureigenen Unruhe lösen, dann doch wieder mal aufs Gaspedal zu treten und auszubrechen. Allerdings geschieht dies immer in jenen Momenten, in denen die Songs nach Stabilität und nicht nach Chaos schreien.
Davon abgesehen, gehen die Bemühungen, das finstere Midtempo mit Sludge-affinem Riffing zu zelebrieren, auch nicht immer auf. "Ossarium" hat einen bisweilen doch recht sterilen Unterton, wirkt in manchen Phasen eher mechanisch als energisch und kann so auch die gegebenen Aggressionen nicht mit Nachdruck entfesseln. Die Songs klingen stellenweise programmatisch, die einzelnen Fragmente werden derweil viel zu sehr in die Länge gezogen, und wenn der hypnotische Effekt in irgendeiner Form beabsichtigt gewesen sein sollte, muss man auch hier reingrätschen, weil die Sterilität dem Ganzen im Wege steht.
Sicherlich: THRONE kreiert Brachiales, Teuflisches, meist sehr Bösartiges, aber die klinische Aufbereitung verleiht der Platte auch etwas sehr Befremdliches, mit dem man einfach nie so recht warm werden möchte. So intensiv die Italiener die Brutalität ihrer Musik auch zum Ausdruck bringen mögen, wenn die Seele fehlt, fehlt Entscheidendes - so wie hier auf "Ossarium".
- Note:
- 6.00
- Redakteur:
- Björn Backes