UNVIAR - Disglac
Mehr über Unviar
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- ATMF
- Release:
- 28.11.2025
- Nevere
- Corints
- Disglac
- Ritír
- Sul Ór
Beeindruckend episch, beeindruckend vielschichtig.
Oftmals macht man sich die Mühe, in einem neuen Release vermeintlich frische Elemente herausfischen zu wollen, das Individuelle zu spüren oder gar innovative Ideen ausfindig zu machen, um dann wieder festzustellen, dass das Althergebrachte manchmal doch der bestmögliche Schlüssel zum Erfolg ist.
Ein Paradebeispiel für diese Vorgehensweise könnte der aktuelle Silberling von UNVIAR sein, der sich im melodischen Black Metal recht offensiv ausbreitet, von DISSECTION zu DER WEG EINE FREIHEIT alles aufsaugt, was sich im eigenen Sinne (und mit eigenem Stempel!) wiederbeleben lässt, dabei aber nicht allzu großen Wert darauf legt, das altbekannte Rad noch einmal neu erfinden zu wollen. Und schlussendlich ist das gerade dann nicht nötig, wenn man - wie hier geschehen - fünf packende Hymnen an den Start bringt, die sich mit ihren triumphalen Harmonien und ihren epischen Arrangements zu weitaus mehr eignen, als nur Platzhalter für die nächsten Veröffentlichungen der großen Namen zu fungieren.
Bereits beim elfminütigen Opener 'Nevere' bekommt man sofort das Gefühl, Teil von etwas sehr Erhabenem zu sein. Die Melodien zünden auf Anhieb, die Dramaturgie des Songs ist vortrefflich, Aggressionen lauern an allen Ecken, und dennoch bewahrt sich UNVIAR eine gewisse Epik, die sich als roter Faden ohnehin durch das gesamte Werk zieht. Die weiterführende Dynamik ist überdies beeindruckend und färbt auch auf diejenigen Kompositionen ab, in denen es zeitweise etwas ruhiger zugeht. Der Titelsong von "Disglac" nimmt sich beispielsweise ein bisschen zurück, bevor es dann zu wiederkehrenden Explosionen kommt, und auch das schleppende 'Sul Ór' setzt hier am Schluss noch einmal klare Akzente und kann den Vergleichen mit den eigangs genannten Acts problemlos standhalten.
Die italienische Black-Metal-Combo hat definitiv verstanden, worum es in der melodischen Spielweise ihres favorisierten Sounds geht: Es wird getrümmert und geschlachtet, gleichzeitig aber auch mit hymnischen Versatzstücken nicht gegeizt. Der letztendliche Output ist wahrhaft bemerkenswert und zum Abschluss der 2025er Saison noch einmal ein richtiges Highlight!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


