WHEEL OF TIME - Asymmetry
Mehr über Wheel Of Time
- Genre:
- Progressive Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Eigenproduktion
- Release:
- 12.11.2025
- Grand Cosmos
- Freedom Day
- Blind Sight
- Addicted!...
- ...To The Awakening
- The Night Of Eternity
- China Moon
- 2063
Vermeintliches All-Star-Projekt mit gehörigem Wohlklang.
Die Begegnung mit Kiko Loureiro im Jahr 2022 hat das Leben von Jimmi Hong vollkommen auf den Kopf gestellt. Der chinesische Multiinstrumentalist hatte schon länger die Idee, eines Tages ein eigenes Projekt zu gründen, doch das Aufeinandertreffen mit dem ANGRA- und einstigen MEGADETH-Gitarristen hat dem Vorhaben noch einmal einen neuen Push gegeben, gleichzeitig aber auch viele Türen geöffnet. So gelang es Hong schließlich, für das Debüt von WHEEL OF TIME die Creme de la Creme des progressiven Metals an seine Seite zu bringen und mit einer erlesenen Schar von Gastmusikern eine Platte zu veröffentlichen, die sicherlich ihre Fußspuren hinterlassen wird - auch wenn "Asymmetry" merkwürdigerweise noch in Eigenregie herausgegeben wird.
Ganz gleich wie man All-Star-Projekten grundsätzlich gegenübersteht, sollte der Liebhaber bei Namen wie Michele Luppi, Tony MacAlpine, Derek Sherinian und Timo Tolkki bereits mit der Zunge schnalzen, allerdings sind dies nur ausgewählte Akteure, die das riesige Ensemble komplettieren, das an den acht neuen Stücken mitgewirkt hat.
Man mag sich nun fragen, inwiefern es Hong dabei gelungen ist, die vielen Egos unter einen Hut zu bekommen und dennoch etwas Eigenständiges zu produzieren. Exakt hier kann man vielleicht auch einschieben, dass dies nicht in Gänze gelungen ist, letztlich aber auch keine Notwendigkeit besteht, weil das Songmaterial trotz allem hervoragend ist. So manche DREAM THEATER-Passage wird der chinesische Künstler nicht leugnen können, in den verspielten Parts entdeckt man ein paar Fragmente früherer SYMPHONY X-Alben, ANGRA und STRATOVARIUS (Frühphase) sind sicherlich auch Referenzen, die auf "Asymmetry" eine Rolle spielen, und bei der Gitarrenarbeit darf man hin und wieder auch ein paar CRIMSON GLORY-Gedächtniszeilen rezitieren.
Schlimm? Nein, perfekt! Dass WHEEL OF TIME ab und an auch etweas Neoklassisches einfügt, ist eine zusätzliche Bereicherung, zumal die einzelnen Musiker hier handwerklich problemlos liefern können. Am Ende sind es aber vor allem die Hooklines, die in Erinnerung bleiben und der recht lebendigen Performance die Krone aufsetzen. Natürlich wird man an allen Ecken und Enden an die Hauptbetätigungsfelder der vertretenen Künstler erinnert, aber das geht an dieser Stelle völlig in Ordnung, weil Copy & Paste hier keinesfalls Thema ist.
Nein, "Asymmetry" fügt die besten Komponenten einfach nur zusammen und verwertet sie äußerst effizient. Gerade diejenigen, für die ANGRA eine bedeutende Rolle in ihrer musikalischen Sozialisation gespielt hat, sollten sich daher nicht lange bitten lassen und Mr. Hong unterstützen. An Talent mangelt es ebenso wenig wie an einer ansprechenden Präsentation, und schon gar nicht an hervorragenden Songs!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


