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HELHORSE: Das dreibeinige Pferd aus Dänemark

14.09.2019 | 23:08

Das jüngste Werk der Dänen konnte sich in unserem letzten Soundcheck einen ziemlich guten sechsten Platz sichern und auch mir persönlich hat "Hydra" sehr gut gefallen, was man in meinem Review zur Platte nachlesen kann. Bandleader Mikkel Wad Larsen und der Drummer der Band, Theis Roed Thorgersen, gaben mir bereitwillig Auskunft über HELHORSE, die Songs, die Texte und durften natürlich auch die obligatorischen lobenden Worte über das deutsche Metal-Publikum bei mir loswerden.

Daniel: Hallo, ihr zwei. Sagt mal, warum kommt eigentlich so viel gute Musik aus Dänemark?

Mikkel: Ich denke, das liegt daran, dass wir Dänen unseren generellen Groll und unser mangelhaftes Selbstwertgefühl endlich abgelegt haben. Die neue Generation von Bands wie MØL, BÆST und APHYXION präsentiert eine wirklich coole Mischung aus internationalem Songwriting mit einem dänischen Touch. Die Zukunft sieht rosig aus.

Daniel: Wie häufig kommt es vor, dass eure Band fälschlicherweise mit einem Doppel-L geschrieben wird? Soweit ich weiß, bedeutet "Hel" auf Dänisch so etwas ähnliches wie "Geist" ... was genau ist da der Unterschied zum vermeintlichen Höllenpferd?

Theis: Natürlich kommt das bei Artikeln oder Rezensionen immer mal wieder vor, aber zum Glück nicht so häufig. Viele Leute schreiben unseren Namen falsch, wenn sie das erste Mal nach uns suchen, denke ich. Ich hatte mal einen Kollegen, den hat es interessiert, was ich so für Musik mache, und er hat im Internet nach HELLHORSE gesucht. Nunja, er war ziemlich überrascht (Black Metal aus Arizona - Anm. d. Red.). Der Name stammt aus der dänischen Folklore über ein dreibeiniges Pferd, das das Land durchstreift und Tod und Krankheit mit sich bringt. Ich glaube also, dass die Bedeutung mit "Höllenpferd" ziemlich identisch ist, aber HELHORSE ist in unserem dänischen Erbe verwurzelt, also haben wir es nordisch gehalten.

Daniel: Am Anfang eures Daseins als Band habt ihr ja eher eine Mischung aus Hardcore und Sludge gespielt. Im Laufe der Jahre habt ihr euch ständig weiterentwickelt und jedes Album hat irgendwie einen neuen Stil verpasst bekommen. Habt ihr mit "Hydra" nun zu eurem endgültigen Sound gefunden?

Theis: Ich hoffe, dass wir unseren bevorzugten Stil noch nicht gefunden haben, womit ich meine, dass wir ständig versuchen werden, an unserem Songwriting und Sound zu arbeiten und als Band weiter zu wachsen. Ich glaube nicht, dass unsere nächste Platte nur eine "Hydra 2.0" sein wird, sondern eine zu diesem Zeitpunkt fortgesetzte Version von HELHORSE.

Daniel: Das klingt zugleich ambitioniert und äußerst sympathisch. Ihr habt einen echt coolen und mitreißenden Groove in euren Songs. Habt ihr euch da von einer anderen dänischen Metal-Combo inspirieren lassen?

Theis: Ich glaube nicht, dass unsere Inspirationen von einer bestimmten Band oder einem bestimmten Genre stammen, abgesehen von unserer musikalischen Verneigung vor den Gentlemen von BLACK SABBATH. Wir sind nicht nur vom Metal beeinflusst, sondern lassen uns von den verschiedensten Genres inspirieren. So ist zum Beispiel unser Gitarrist Jakob über das neue Album von CROY AND THE BOYS gestolpert, und das ist tatsächlich nichts anderes als Country-Musik. Unser Schlagzeuger August hört viel afrikanische Musik und wir suchen unsere Inspiration bei all den hart arbeitenden dänischen Bands, die derzeit auf dem Markt sind. Und es fühlt sich gut an, ein Teil davon zu sein, Dänemark auf die internationale Metal-Karte zu setzen.

Daniel: In welchen Gefilden bewegt ihr euch in euren Songs textlich? Geht es hauptsächlich um Themen, die beispielsweise der Sinnspruch "Carpe Diem" beschreibt?

Mikkel: Die Texte drehen sich um eine innere Unruhe, eine ständige Wut, die das Verlangen nährt und den Kampf gegen die Banalität. Als Texter habe ich gelernt, ehrlich zu sein und offen zu sprechen. Ich möchte mit dem Zuhörer in Kontakt treten, indem ich seine Gefühle anspreche. Ich denke, das ist diesmal gelungen.

Daniel: Okay, das klingt jetzt etwas weniger nach "Nutze den Tag", als ich vermutet hatte, aber die Grundidee, stets in Bewegung zu bleiben, scheint die selbe zu sein und deckt sich ja auch mit Theis' Aussage über euren Musikstil. Wenn ich übrigens ganz ehrlich bin, dann habe ich irgendwie das dringende Bedürfnis, euch einmal live zu sehen, sobald ich eure aktuelle Platte auflege. Wird es in Deutschland bald die Gelegenheit dazu geben?

Theis: Wir haben noch keine konkreten Shows angekündigt, aber wir arbeiten hart daran, einige deutsche Shows in unsere Bücher zu bekommen. Wir lieben es wirklich, in Deutschland zu spielen und wurden immer herzlich vom deutschen Metal- und Rockpublikum begrüßt. Vielleicht schaffen wir es, etwas länger mit dem Album im Gepäck zu touren und eine Fangemeinde aufzubauen. Hoffentlich möchte Deutschland, dass wir auch in Zukunft wiederkommen.

Daniel: Da bin ich mir sicher, denn ihr werdet mit "Hydra" auch sicher ein paar Fans dazugewinnen, die euch noch gar nicht auf der Bühne erleben durften. Danke für das Interview und maximale Erfolge mit dem Album und dann auf Tour!

 

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Foto: Mikkel Laumann

Redakteur:
Daniel Lindhorst

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