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Perlen der Redaktion: Walter Scheurers Highlights 2020

11.01.2021 | 14:12

Das andere Jahr. 2020 in der Retrospektive.

Keine Bange, ich werde Euch nicht damit langweilen, was alles in diesem Jahr anders gewesen ist oder nicht so gelaufen ist wie erhofft und gewünscht. Ich möchte Euch einfach nur einen Einblick in mein Musik-Jahr 2020 gewähren und darüber in Kenntnis setzen, was mir allen Unannehmlichkeiten zum Trotz überaus positiv in Erinnerung geblieben ist.

Da wär zunächst einmal das Konzert-Highlight des Jahres. Dafür sorgte das in Top-Form aufspielende Bay Area-Triumvirat TESTAMENT / EXODUS / DEATH ANGEL Ende Februar in der Wiener "Arena". Auch wenn danach an der Live-Front leider Sendepause für mich war (und diese Tournee aus den inzwischen "alltäglich" gewordenen Gründen nicht einmal beendet werden konnte), bin ich sicher, dass dieser Konzert-Abend auch unter "normalen" Umständen bei mir in diesem Artikel Erwähnung gefunden hätte.

Quarantäne und diverse Lockdowns haben zwar auch die gewohnten Studio-Tätigkeiten gehörig beeinflusst, an hochkarätigen Scheiben mangelte es aber 2020 definitiv nicht.

Im Gegenteil, man konnte sogar den Eindruck gewinnen, als ob die fehlenden Möglichkeiten auf Tournee zu gehen und Konzerte generell spielen zu können, dazu beigetragen haben, dass die Anzahl an hochkarätigen Veröffentlichungen in diesem Jahr gestiegen ist. Wohl auch jene an Neuauflagen und Live-Mitschnitten, weshalb ich auch BLUE ÖYSTER CULT als meine persönliche "Wiederentdeckung des Jahres" hervorheben möchte. Ich mochte die Band zwar schon immer, dermaßen intensiv beschäftigt habe ich mich mit den Alben der New Yorker Urgesteine aber schon lange nicht mehr. Da jedoch im Vorfeld ihres aktuellen Drehers "The Symbol Remains" jede Menge an Material neu aufgelegt wurde und die Diskographie der Herren zudem um einige neue Live-Dreher erweitert wurde, habe ich mich wieder so richtig in das Schaffen dieser Band eingelebt. Ein Genuss!

Dass es besagte Scheibe schlussendlich doch nicht in meine Top 20-Liste geschafft hat, liegt weniger an mangelnder Qualität, sondern lediglich am Umstand, dass mich eben jede Menge anderer Formationen mit ihrem neuesten Material noch mehr anzusprechen wussten.

Ganz vorne tummeln sich bei mir erneut diverse "Altersgenossen" aus den US of A. Mag sein, dass im Verlauf des Jahres der "Fanboy" in mir beim Hören immer wieder durchgekommen ist. Man möge es mir verzeihen. Da sich aber auch die Kollegenschaft ganz offen zu den aktuellen Releases von ARMORED SAINT, HEATHEN, HITTMAN, TESTAMENT und FATES WARNING bekannt hat und sich das auch in unseren Soundcheck-Ergebnissen niedergeschlagen hat, fühle ich mich gewissermaßen bestätigt. Daher dürften die von mir erwähnten Helden in den "Top 5" meiner Liste wohl auch kaum für großartige Verwunderung sorgen.

Schon eher mein persönliches Highlight aus der Progressive / Stoner / Psychedelic / Folk Rock-Ecke: VILLAGERS OF IOANNINA CITY. Da es diese Griechen geschafft haben mit "Age Of Aquarius" (Ich weiß, das Album durfte schon 2019 das Licht der digitalen Veröffentlichungs-Welt erblicken. Da es aber erst in diesem Jahr "offiziell" aufgelegt wurde, kann ich die Nennung mit bestem Gewissen verantworten!) nicht nur für edle Musik zu sorgen, sondern auf schlicht sensationelle Weise zugleich auch die Sehnsucht nach einem Urlaub in ihrer Heimat zu evozieren, ist dieser Dreher seit Anfang April zu einem immer wieder gerne gehörten Begleiter geworden.

Das haben selbstredend auch andere Alben geschafft. Je nach Verfassung und Laune standen deshalb auch erhabene Düster-Kunst (PARADISE LOST) und ergreifende Doom-Epen (SORCERER) mehr als nur einmal auf meinem "Wohlfühl-Programm". Noch häufiger jedoch Prog-Metal-Kost, die im Fall von SONS OF APOLLO dieses Mal sogar überraschend eingängig ausgefallen ist. Oder, wie das heiß ersehnte Comeback-Album von PSYCHOTIC WALTZ, nicht nur spieltechnisch über jeden Zweifel erhaben klingt, sondern obendrein auch noch mit einem schlicht wunderschön gestalteten Cover in die Umlaufbahn katapultiert wurde.

Ein großer Teil meiner Highlights stammt aber auch 2020 aus dem traditionellen Hard Rock, dem Melodic Rock und dem Classic-Rock-Bereich. Dazu muss ich zunächst einmal gestehen, dass ich ein dermaßen imposantes Gerät wie "Whoosh!" von den Altmeistern DEEP PURPLE in dieser Form nicht mehr erwartet hätte. Respekt! Und sollte das tatsächlich der "Schwanengesang" gewesen sein, ist es ein absolut würdiger!

Ganz wunderbar unterhalten wurde ich auch von CATS IN SPACE. Das kam insofern etwas überraschend, da die UK-Rocker neuerdings einen formidablen Mix aus Glam Rock und AOR zum Besten geben und den Prog-Rock-Anteil minimiert haben. Das führte zu akutem Ohrwurm-Alarm und machte "Atlantis" zu einem ähnlich kurzweiligen Vergnügen wie die aktuellen Werke der schwedischen "Melodie-Phallanx" H.E.A.T., DEAD LORD, NIGHT und THUNDERMOTHER.

Für exquisiten Hörgenuss war auch bei der vermeintlichen "Newcomer-Truppe" BLACK SWAN gesorgt. Da sich hinter diesem Banner jedoch eine so genannte "Supergroup" verbirgt, bleibt wohl zunächst nur zu hoffen, dass die Herren Robin McAuley, Reb Beach, Jeff Pilson und Matt Starr an eine Fortsetzung denken und uns - allen anderen Verpflichtungen zum Trotz - einen Nachfolger zu "Shake The World" kredenzen. Ob und wann, weiß zwar noch niemand so genau, doch wie sagt man bei uns in Österreich so schön: "Wart' ma amoi, daun segn ma eh".

Ein Statement, das uns wohl auch 2021 des öfteren zu Ohr kommen wird, denn so wirklich vorausplanen lässt sich zumindest zum jetzigen Zeitpunkt für das kommende Jahr noch so gut wie nichts. Machen wir einfach das BESTE daraus!

Hier meine Top 20-Alben in der Übersicht:

Rang Band Album
1. ARMORED SAINT Punching The Sky
2. HEATHEN Empire Of The Blind
3. HITTMAN Destroy All Humans
4. TESTAMENT Titans Of Creation
5. FATES WARNING Long Day Good Night
6. VILLAGERS OF IONANNIA CITY Age Of Aquarius
7. DEEP PURPLE Whoosh!
8. SORCERER Lamenting Of The Innocent
9. SONS OF APOLLO MMXX
10. H.E.A.T. II
11. DEAD LORD Surrender
12. PSYCHOTIC WALTZ The God-Shaped Void
13. HIGH SPIRITS Hard To Stop
14. HESPERIAN OPUS Chasing The Light
15. MANTICORA To Live To Kill To Live
16. PARADISE LOST Obsidian
17. BLACK SWAN Shake The World
18. CATS IN SPACE Atlantis
19. NIGHT High Tides - Distant Skies
20. THUNDERMOTHER Heat Wave

Redakteur:
Walter Scheurer

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