Der Kurzreview-Thread

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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Havoc » Freitag 13. Januar 2017, 23:28

Eike hat geschrieben:Ich mag die schlichte Eleganz im Artwork.


Ich auch. Tolles Cover!
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon frankjaeger » Freitag 13. Januar 2017, 23:29

Die ist die letzte tolle Scheibe von QR. Danach stürzten sie tief, mit ein paar kleinen Highlights abgesehen - das "TRibe"-Album ist ganz gut, und zwei Songs von der "OM2", zwei von HITNF. Das war aber auch schon das meiste.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Havoc » Freitag 13. Januar 2017, 23:39

SATYRICON - Satyricon (2013)

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Das Album ist nach fünf Jahren VÖ-Abstinenz tatsächlich wieder etwas anders als die beiden relativ ähnlichen Vorgänger. Es ist durchaus mutig, hat Hits und gefällt
mir wirklich richtig gut. Und dennoch muss man festhalten, dass das 2002er "Volcano" das letzte wirklich geniale, mitreißende und Welten sprengende Werk von Satyr und Frost
war. Die Band ist zwar neben Enslaved wohl immer noch meine wichtigste BM-Band überhaupt und ich erwarte das nächste Album (vielleicht dieses Jahr?!) schon mit Spannung, aber ich bin
skeptisch, ob die Frühwerke und die beiden Meisterwerke um die Jahrtausendwerke jemals wieder erreicht werden können. Satyr hat ja mal gesagt, dass es sein Ziel sei das perfekte Album zu schreiben. Ich denke näher als in den Jahren 1999 und 2002 wird er der Perfektion nicht mehr kommen. ;-)

-> 8,5
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Schaf » Freitag 13. Januar 2017, 23:56

5 Punkte zu viel.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Havoc » Samstag 14. Januar 2017, 00:00

Schaf hat geschrieben:5 Punkte zu viel.


Bei "Independence Day" lasse ich Dir das durchgehen...hier nicht.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon lenbert » Samstag 14. Januar 2017, 11:37

METALLICA - Hardwired...To Self-Destruct

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"Hardwired...To Self-Desctruct" war für mich in den letzten Monaten ein Quell der Freude, denn mit so einem Album von METALLICA hatte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet. Ein lupenreines Metal-Album, in das die Vergangenheit der Band eingeflossen ist, das aber für mich nie nach Selbstplagiat klingt. Fordernd oder innovativ mag das neue Song-Material nicht sein, aber es unterhält auf insgesamt gutem Niveau, auch wenn es in der zweiten Hälfte Schwächen zeigt und mit etwas mehr Mut zur Schere noch mehr drin gewesen wäre. Meine Highlights sind "Atlas, Rise!", "Moth Into Flame" und "Halo Of Fire".

8.0
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 16. Januar 2017, 01:30

@ "Satyricon"
=> Wir hatten die Diskussion ja damals schon. Ich finde das Album stimmig und eigenständig. Wenn man anschaut, wo die Band herkommt, durchaus weichgespült, ja, keine Frage. Trotzdem, mich fasziniert es ein gutes Stück weit. Finde es immer noch so gut wie damals bei erscheinen. Auf jeden Fall innovativer und spannender als die beiden Vorgänger. Natürlich nicht so toll wie die ersten drei oder auch ersten fünf Scheiben.

@ "Hardwired"
=> Das seh ich im Wesentlichen alles haargenau gleich wie du, Lenbert. Gleiche Faves, gleiche überraschende Freude, gleiche Wahrnehmung was Abbauen in Hälfte zwei angeht. Zudem finde ich, dass hörbar viel Hingabe ans Songwriting in die Scheibe geflossen ist, was zu detailverliebten und abwechslungsreichen Songs führt, die auch ich nie mehr von Metallica erwartet hätte. "Atlas" für sich genommen ist für mich ohne Wenn und Aber ein 10-Punkte-Kracher.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Havoc » Samstag 21. Januar 2017, 15:15

MAYHEM - Esoteric Warfare (2014)

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Das Album klingt so ziemlich wie ein Hybrid aus "Chimera" und "Ordo Ad Chao". Und eigentlich wäre das eher der logische Nachfolger von "Chimera" gewesen. Besonders gut an dem
Album gefällt mir die düstere unscheinbare wahnsinnige Atmosphäre (natürlich auch wegen Attila). Es ist aber erstmals kein Quantensprung zu erkennen. Es wird keine neue Richtung eingeschlagen. Wie eine Kopie wirkt es aber auch überhaupt nicht. Ich finde es wieder mal richtig stark. Legendäre Band.

-> 8,5 (mit Tendenz nach oben!)
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Eike » Montag 23. Januar 2017, 10:43

MAYFAIR - "My Ghosts Inside"

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Platz 15 im Redaktionspoll 2016, Platz 10 in meinen Neualbencharts des Jahres ist ein Prog-Album von besonderer Qualität: Fordernd, verworren, spröde, fragil, filigran, gefühlig, und das über ein breites Spektrum hinweg. Es geht eben "um die inneren Kräfte, die in jedem von uns schlummern, positiv als auch negativ", wie Sänger Mario erklärt hat, um "unterdrückte Energie". Das geschieht ja auch oft unbewusst, und wenn man diese Pandorasbüchse erstmal öffnet, springt einen oft ein wüstes Knäuel an miteinander verknoteten Emotionen an. Manchmal kriechen aber auch nur einzelne Fäden aus den Ritzen brüchiger Verdrängung. Und so klingt das Album dann auch: Scheinbar widersprüchlich, aber doch aus einem Guss, latent brodelnd bisweilen, dann schon aufschäumend, drängend, im nächsten Moment wieder Deckel drauf oder Stimmungsumschwung. Wer sich darauf einlassen kann, wird mit einer zunächst etwas obskuren Schatulle aus Rock, Metal, Instrospektion, Minimalgefrickel und Detailoffenheit belohnt, in der es immer wieder anderes zu begrabbeln und begreifen, aus ihr hervorzuholen und ins Licht der Betrachtung zu rücken gibt.
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(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Eike » Montag 23. Januar 2017, 12:36

TOCOTRONIC - "Schall & Wahn"

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Aus meiner Sicht eines der besten deutschen Postpunkalben! / Song #1: Sehnsüchtig sägend. / Song #2: Rasant schrammelig. / Song #3: Melodisches Protestlied gegen Vereinnahmung & scheinbar sanfte Gleichschaltung, und auch "ein Tanz für die Ästhetik". / Song #4: Musikalisch bewusst kitschnahe, selbstkritische Ballade über 'Das Blut an meinen Händen'; ein kleines "Dankeschön" an all die Kollateralopfer und outgesourceten Täter unserer komfortablen, "friedlichen" Lebensweise. / Song #5: Groovige, kratzbürstige Anti-D.I.Y.-Verklärungs-Hymne: "Wer zuviel selber macht, wird schließlich dumm (ausgenommen Selbstbefriedigung)". / Song #6: Ein mal hektisch, dann wieder eskapistisch anmutender Klopper über das betriebsame, aber letztlich egale Hin und Her zwischen den Polen "bums" und "bi" in unserer irgendwie beliebigen Marktplatzwelt. / Song #7: Ode an die Musik, an Tradition und Progressivität, ans In-etwas-Aufgehen und ans Sich-allein-Stellen: "Ich bin ein Teil des Teils"; "Ich bin euch zugetan"; "Ihr schreitet mir voran"; "Ich bin ein Einzelton in Eurer Division"; "Es kommt ein Menschenkind, das keine Reue kennt, das sich Verräter nennt und sich zu euch bekennt"... / Song #8: Streicher und Akustikgitarre; sanfter Gesang über Zweifel, Zaudern, Zorn, Zerreißen der eigenen Uniform; ein Plädoyer für Zweifel, Zwitterwesen, Zerbrechlichkeit, Zwischenstufen. / Song #9: 'Keine Meisterwerke mehr'; Bildersturm, Nichtsmehrbeweisenmüssen, das aber gekonnt; nicht mehr ganz punkig, aber auch nicht etabliert, TOCOTRONIC eben. / Song #10: Kaputtnikaggressionsaufruf, zorniger Wirbelsturm, Auflauf aller Instrumente, Dieletztensollendienächstensein! / Song #11: Ziemlich kryptisch. Schwankt zwischen Nachvornestreben, innerer Zerrissenheit, spröder Hymnenhaftigkeit. "Ich bin Graf von Monte Schizo, und ich singe diesen Hit so [...] Leierklang und ein flammendes Inferno grüßen dich auf das Allerzärtlichste [...] In mir brennt das ewige Feuer, kalt, modern und teuer". / Song #12: Hintergründige, unschnulzige aber nicht unschuldige, begehrende, zärtlich schmurgelnde, verlangende Ballade über die Verführung als schleichendes 'Gift', als "Lohn der Angst"; "Sag niemals nie..." / Aus meiner Sicht eines der besten deutschen Postpunkalben, weil es noch die Gluthitze des Punks atmet, aber schon weit darüber hinausgeht, weil es Romantik und Zerrissenheit, Brüche und Widersprüche schlüssig in eins setzt, ohne die Kanten und Risse kitten zu wollen: Es hat Bombast UND Geschrammel; Trieb UND Nachdenklichkeit; Position UND Zweifel.
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