Redaktionspoll 2025 - die Auswertung

08.01.2026 | 20:45

"Same procedure as last year, Miss Sophie?" - "Same procedure as every year, James!" Mit diesem Zitat aus dem alljählichen Silvester-Liebling "Dinner for one" möchte ich euch bei unserem Redaktionspoll für das Jahr 2025 begrüßen. Wie immer haben wir unsere Redaktion nach ihren Favoriten befragt und für euch ein Ranking der besten Alben, Songs, Livebands oder auch Artworks erstellt. 29 Redakteure und Redakteurinnen haben ihre Listen eingereicht und das Gesamtergebnis möchte ich euch nun vorstellen.

Los geht es natürlich mit dem Album des Jahres und in dieser Kategorie gibt es zwei verschiedene Typen von Jahren. Entweder es gibt dieses eine Album, das diese Kategorie komplett abräumt, oder der Sieg geht an ein Konsensalbum, das eben vielen Redakteuren gefällt, aber in den Einzellisten nicht als beste Platte des Jahres genannt wird. Den zweiteren Fall hatten wir im Jahr 2025, wo HELLOWEEN mit "Giants & Monsters" zwar mit meilenweitem Vorsprung den Sieg einstreicht, trotz insgesamt vierzehn Nennungen in den Top 20 aber nicht einmal die Goldmedaille verliehen bekommen hat. Das deckt sich dann insgesamt auch mit unserer Gruppentherapie zum Album, die den Power-Metallern die Kreation eines sehr guten Langspielers bescheinigte, der aber eben nicht unbedingt zum Metal-Klassiker werden wird. Trotzdem macht das den Sieg natürlich nicht unverdient, denn auch einen solch großen Konsens in einer sehr divers aufgestellten Redaktion zu erzielen, ist eine große Leistung. Wie breit gefächert der Geschmack unserer Schreiber und Schreiberinnen ist, zeigt dann auch die Tatsache, dass es keine einzige Dopplung beim ersten Platz in der Album-Kategorie gab.

Einen ersten Rang konnte sich aber unser Gesamtzweiter CORONER sichern, wobei "Dissonance Theory" daneben sieben weitere Top-Platzierungen einstreichen konnte, sodass der Thrash-Kracher am Ende mit solidem Abstand die Silbermedaille einheimst. Überraschenderweise folgt dann auch erst dahinter mit "Parasomnia" von DREAM THEATER ein Album auf dem dritten Rang, das ich durchaus auch für den Sieg auf dem Zettel hatte. Immerhin wurde das Album dank der Rückkehr von Mike Portnoy von Fans und Redaktionskollegen sehnsüchtig erwartet. Sieben Nennungen und ein erster Platz reichen in der Endabrechnung dennoch "nur" zur Bronzemedaille in unserem Ranking. Komplettiert werden die Top 5 dann von AVATARIUM und THE HALO EFFECT, wobei "Between You, God, The Devil And The Dead" insgesamt neun Kollegen und Kolleginnen überzeugen konnte. "March Of The Unheard" gelang das nur bei sechs Redakteuren und Redakteurinnen, wobei der Verfasser dieser Zeilen mit seiner Nennung auf dem ersten Rang mit Sicherheit auch einen kleinen Beitrag dazu geleistet hat, dass die Melodic-Death-Supergroup am Ende doch mit sicherem Abstand den fünften Rang für sich verbuchen kann.

Der Rest unser Top 10 folgt dann mit einem respektablen Abstand, wobei sich zwischen Rang 6 und Rang 10 kaum Unterschiede in der finalen Tabelle auftun. Überraschend empfinde ich die Nennung von ARCH ENEMYs "Blood Dynasty" auf dem sechsten Platz, denn eben jenes Album wird uns auch in einer anderen, etwas negativ behafteten Kategorie nochmals begegnen. "Everest" von HALESTORM (Rang 10) und auch "Para Bellum" von TESTAMENT (Platz 8) sind dagegen Alben, die gefühlt durch die Metalszene hinweg für viel Begeisterung sorgen konnten. Natürlich dürfen in unseren Jahrescharts auch ein paar "kleinere" Bands nicht fehlen, wobei PAGAN ALTAR mit "Never Quite Dead" und SEVEN SISTERS mit "Shadow Of A Fallen Star Pt. 2" in den Top 10 die Flagge für die Musiker und Musikerinnen hochhalten, die nicht unbedingt dem Metal-Mainstream zugerechnet werden können.

Die großen Namen des selbigen dominieren dann allerdings den Rest unserer Top 20, wobei wir hier Schwergewichte wie KILLSWITCH ENGAGEPARADISE LOSTARCHITECTS, SPIRITBOX oder AMORPHIS antreffen. Natürlich dürfen aber auch kauzige Perlen wie WYTCH HAZEL mit "V: Lamentations" nicht fehlen, wobei sicher erwähnenswert ist, dass sich der Silberling mit nur eine Pole Position und vier Nennungen den geteilten elften Rang erkämpft hat. Der vierzehnte Rang für BIFFY CLYRO mit "Futique" ist dagegen schon eine kleine Überraschung, denn die schottischen Power-Rocker erfreuen sich ansonsten in unserer Redaktion eigentlich deutlich größerer Beliebtheit.

Wo wir von Überraschungen sprechen, darf mit Sicherheit auch WINGS OF STEEL mit "Winds Of Time" nicht unerwähnt bleiben, denn die traditionellen Heavy-Metaller dürften sich mit ihrem Zweitwerk als einer der spannendsten Newcomer im Schwermetall-Sektor etabliert haben und streichen so verdient den vierzehnten Platz ein. Nur vier Ränge weiter hinten folgt mit HYENA eine weitere noch recht frische Band, die mit "About Rock And Roll" eindrucksvoll gezeigt hat, dass der klassische Heavy Metal noch lange nicht tot ist. Eine Band, die ihr mit Sicherheit auf dem Zettel haben solltet!

Und hier nun die kompletten Top 20 in der tabellarischen Übersicht für euch.

Rang

Band Album
01. HELLOWEEN Giants & Monsters
02. CORONER Dissonance Theory
03. DREAM THEATER Parasomnia
04. AVATARIUM Between You, God, The Devil And The Dead
05. THE HALO EFFECT March Of The Unheard
06. ARCH ENEMY Blood Dynasty
07. PAGAN ALTAR Never Quite Dead
08. SEVEN SISTERS Shadow Of A Fallen Star Pt. 2
08. TESTAMENT Para Bellum
10. HALESTORM Everest
11. KILLSWITCH ENGAGE This Consequence
11. WYTCH HAZEL V: Lamentations
13. AMORPHIS Borderland
14. BIFFY CLYRO Futique
14. SPIRITBOX Tsunami Sea
14. WINGS OF STEEL Winds Of Time
17. LORNA SHORE I Feel The Everblack Festering Within Me
18. HYENA About Rock And Roll
19. PARADISE LOST Ascension
20. ARCHITECTS The Sky, The Earth & All Between

 

Bei den Songs des Jahres gibt es im Anschluss dann wie gewohnt ein Wiedersehen mit vielen bereits genannten Bands der Album-Sektion. Klar, ein starkes Album besteht eben auch aus tollen Songs, sodass diese erneuten Nennungen jedes Jahr wenig überraschend sind. Trotzdem habe ich nicht schlecht gestaunt, dass sich mit dem Titeltrack von "Winds Of Time" WINGS OF STEEL den Titel als bester Song des Jahres gesichert hat. Das sollte noch einmal deutlich unterstreichen, wie viel Potential in den Amerikanern steckt! Das restliche Podium verdeutlicht dann, wie groß der Konsens für HELLOWEEN am Ende ist, denn mit 'This Is Tokyo' und 'Majestic' stellen die Hanseaten als einzige Band gleich zwei Songs in den Top 10 und holen sich gleich nochmal zwei Medaillenränge ab. Komplettiert werden die Top 5 danach von PAGAN ALTAR mit 'Kismet' und HYENA, die ähnlich wie WINGS OF STEEL mit 'The Eternal Zero' großes Potential für die Zukunft aufzeigen. Unerwähnt bleiben soll auch 'My Mind Is A Mountain' auf Platz 6 nicht, denn die Nu-Metaller DEFTONES schaffen es als einzige Band, ohne einen Platz in den Top 20 der Alben einen Song bei den besten Songs des Jahres zu platzieren.

Die kompletten Top 10 findet ihr wie gewohnt nun in der folgenden Tabelle.

Rang

Band Song
01. WINGS OF STEEL Winds Of Time
02. HELLOWEEN Majestic
03. HELLOWEEN This Is Tokyo
04. PAGAN ALTAR Kismet
05. HYENA The Eternal Zero
06. DEFTONES My Mind Is A Mountain
07. AMORPHIS Dancing Shadow
08. DREAM THEATER The Shadow Man Incident
08. THE HALO EFFECT Detonate
10. SEVEN SISTERS Andromeda Descending

 

Bei der Album-Enttäuschung des Jahres ist sich die Redaktion danach gewohnt uneins und nominiert durch jeweils zwei Nennungen gleich fünf Alben für diesen unrühmlichen Titel. MACHINE HEAD mit "Unatoned" und SABATON mit "Legends" sind dabei die einzigen beiden Alben, die wir in diesem Artikel noch nicht thematisiert haben und die offenbar durch die Redaktion hinweg nicht so gut angekommen sind. Anders sieht das bei DREAM THEATER und ARCH ENEMY aus, denn trotz Top 10 Platzierungen im Alben-Ranking sind beide Scheiben für jeweils zwei Redakteure und Redakteurinnen auch die Enttäuschung des Jahres. Noch überraschender ist dann allerdings der Umstand, dass auch unser Sieger HELLOWEEN mit "Giants & Monsters" zweimal genannt wird, wobei ich das darauf zurückführe, dass hier vielleicht die Kollegen und Kolleginnen einfach von der Tatsache enttäuscht sind, dass das überragende Niveau des selbstbetitelten Reunionwerks nicht ganz gehalten werden konnte.

Erfreulicher ist da schon der klare Sieg von HYENA in der Kategorie Newcomer des Jahres, der nach den beiden eingangs aufgelösten Kategorien aber wohl niemanden mehr überraschen dürfte. Neben den Peruanern komplettieren VOID und SACRED das Treppchen dieser Kategorie, während auch UNDER RUINS und VIGILHUNTER als einzige weitere Bands zwei Nennungen auf sich vereinen konnten und daher nicht unerwähnt bleiben sollten.

Beim Artwork des Jahres herrscht dann erneut keine Einigkeit, denn es gibt nur zwei Mehrfachnennungen. Diese entfallen auf "Heimat" von HEAVEN SHALL BURN und "Dissonance Theory" von CORONER, sodass sich beide am Ende den Sieg teilen müssen.

Anders sieht das bei der Liveband des Jahres aus, wo sich SAVATAGE mit recht deutlicher Mehrheit den Sieg gesichert hat. Die Rückkehr der legendären Metaller war im Metal-Sektor aber auch klar das musikalische Ereignis des Jahres. Ebenfalls klar auf dem zweiten Rang platziert sich mit IRON MAIDEN ein weiterer großer Name der Metalszene. Eigentlich aber auch nicht unbedingt überraschend, denn die Jubiläumstour der eisernen Jungfrauen war ein Triumphzug ohnegleichen mit oldschooliger Setlist und bombastischer Show. Gleiches scheint auch für die Konzerte von HYENA zu gelten, denn die Peruaner tauchen hier erneut in unseren Bestenlisten auf und sichern sich den letzten Podestplatz. Auf Rang 4 geht HEAVEN SHALL BURN über die Linie, während IN EXTREMO, MACHINE HEAD, STRANGER, JUDAS PRIEST und THRESHOLD mit einem geteilten fünften Rang die vorderen Platzierungen dieser Kategorie komplettieren.

Bleibt uns noch der POWERMETAL.de Artikel des Jahres, wo es ebenfalls einen geteilten ersten Platz gibt. Besonders viel Spaß haben unserer Redaktion dabei die EP-Euphorie (Die Herzens-EPs der Redaktion, Die besten EPs der letzten zehn Jahre, Die Geheimtipps der Redaktion) und der - wen überrascht es - HYENA-Tourbericht gemacht. Knapp dahinter komplettiert der OZZY OSBOURNE-Diskografie-Check (Teil 2, Teil 1) das Treppchen.

Und damit sind wir auch schon am Ende unseres interen Polls angekommen und mir bleibt eigentlich nur, euch allen im Namen der Redaktion für die Treue zu danken und euch ein gesundes und frohes neues Jahr zu wünschen, das hoffentlich wieder mit so viel toller Musik und Konzerten gefüllt sein wird wie das vergangene Jahr!

Das Foto von SAVATAGE wurde von Michael Vogt beim Konzert in München aufgenommen.

Redakteur:
Tobias Dahs

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