Perlen der Redaktion: Tommy Schmelz' Highlights 2019

25.01.2020 | 23:59

Das letzte Jahr ist definitiv eines, auf das ich gerne zurückblicke. Neben vieler guter neuer Musik gab es magische Konzerterlebnisse und eine nicht zu erwartende Rückkehr alter Helden.

2019 waren es für mich genau fünf Alben, die alles überstrahlten. Hier hatte ich auch keine Probleme ein Ranking zu erstellen. Anders sah dies bei den weiteren Platzierungen aus. Aufgrund einer hohen Qualitätsdichte tat ich mich diesmal extremst schwer, noch mehr als bereits letztes Jahr.

Kommen wir zuerst zu den Positionen auf dem Treppchen. Rang drei geht hochverdient an AVANTASIA. "Moonglow" ist ein weiteres Meisterwerk aus der Feder von Tobias Sammet, vor dem ich hier nur den Hut ziehen kann. Dieser erwies sich übrigens auch als äußerst sympathischer Interviewpartner, was ihr hier nachlesen könnt. Die Silbermedaille gebührt den Tunesiern MYRATH. "Shehili" ist in jeder Hinsicht perfekt und hätte unter normalen Umständen die Spitzenposition eingenommen. Ja wenn nicht nach dreizehn Jahren die Götter TOOL mit einem neuen Album alles andere in den Schatten gestellt hätten. An "Fear Inoculum" gibt es für mich beim besten Willen nichts zu kritisieren. Hier hat sich das Warten gelohnt. Ok, die Veröffentlichungspolitik keine reguläre CD-Version anzubieten, darüber hielt sich auch meine Begeisterung am Anfang in Grenzen. Letztendlich siegte dann aber doch der Fanboy in mir und ich habe mir das edle Teil zugelegt und es keinesfalls bereut.

Knapp am Treppchen vorbei geschrammt sind die Schweden OPETH mit ihrem neusten Werk "In Cauda Venenum", das mich wieder einmal sowohl in deutscher als auch in schwedischer Sprache überzeugt hat - eine ganz coole Idee. Auf Platz 5 schaffte es das langersehnte Orchesteralbum von BLIND GUARDIAN. Mit "Legacy Of The Dark Land" haben sich die Symphonic-Power-Metaller selbst übertroffen.

Die folgenden Platzierungen sind dann eher zufällig und orientieren sich an einer imaginären Rotationsliste. Besonders erwähnen möchte ich hier als erstes SIGNUM REGIS. Die Slowaken um den sympathischen Gitarristen Ronnie König haben noch nie enttäuscht, sondern schaffen es regelmäßig noch einen draufzusetzen. "The Seal Of A New World" ist da keine Ausnahme. "Vice World", das Debüt von TURBOKILL, dem neuen Betätigungsfeld des von ALPHA TIGER bekannten Sängers Stephan Dietrich, hat mich ebenfalls geflasht. Mit dem überzeugenden Erstlingswerk ist die Truppe für mich der Newcomer des Jahres. Und dass es "With Fire & Steel" von STEEL SHOCK in meine Liste schaffen würde, stand für mich schon seit der Veröffentlichung im letzten Februar fest. Getrübt wird dies allerdings durch den unerwarteten Tod von Gitarrist Martjo Whirlewolf im letzten Dezember.

Die Top20-Alben in der Übersicht. Mit einem Klick auf den Albumnamen gelangt ihr - soweit vorhanden - zur Rezension.

Rang Band Album
01. TOOL Fear Inoculum
02. MYRATH Shehili
03. AVANTASIA Moonglow
04. OPETH In Cauda Venenum
05. BLIND GUARDIAN TWIGHLIGHT ORCHESTRA Legacy Of The Dark Land
06. ROYAL REPUBLIC Club Majesty
07. SIGNUM REGIS The Seal Of A New World
08. TURBOKILL Vice World
09. MICHAEL SCHENKER FEST Revelation
10. PENDULUM OF FORTUNE Return To Eden
11. RAZOR PUNCH Tell Me Your Secret
12. GRAND MAGUS Wolf God
13. DOUBLE CRUSH SYNDROME Death To Pop
14. DREAM THEATER Distance Over Time
15. DARKWATER Human
16. DEAF RAT Ban The Light
17. CONJURING FATE Curse Of The Fallen
18. STEEL SHOCK With Fire & Steel
19. NIGHTQUEEN Seduction
20. HAMMERFALL Dominion


Zwar nicht unter den Top20, aber ebenfalls beeindruckt hat mich SUZI QUATRO mit ihrem Spätwerk "No Control", mit dem sie beweist, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Und auch der Einstand von JOHN DIVA & THE ROCKETS OF LOVE darf als gelungen betrachtet werden. "Mama Said Rock Is Dead" ist 'ne richtig coole Scheibe und enthält mit 'Wild Wild Life' eines meiner Lieblingsstücke aus dem letzten Jahr. HERMAN FRANKs "Fight The Fear" ist auch wieder feinster deutscher Edelstahl. Des Weiteren müssen auch noch folgende Releases erwähnt werden, die ich für POWERMETAL.de reviewen durfte und die trotz dementsprechender Bewertung nur wegen der schon erwähnten imaginären Rotationsliste an den Top-20 gescheitert sind: BUCKETS N JOINTS - Offline, MOVING OOS - Romancer, REVEAL - Overlord, PAUL THORN - Best OfSILVERTUNG - (BUT, AT WHAT COST??!), MOTORPSYCHO - The Crucible und THE DAMN TRUTH - Devlish Folk. Ich hätte mich einfach nicht wohl gefühlt, diese Alben in meinem persönlichen Jahresrückblick nicht wenigstens zu erwähnen. Und wenn ich mir so die Bestenlisten der Kollegen anschaue, ist aber doch auch noch das eine oder andere an mir vorbei gegangen. Hier gibt es dann definitiv noch Nachholbedarf.

Kommen wir zu RAMMSTEIN. Der Band wäre mit jedem früheren Werk ein Platz in meinen Top5 sicher gewesen. Nach der langen Wartezeit und dem ganzen Hype war der neuste Output dann doch eher eine kleinere Enttäuschung für mich. Ok, das Teil ist weit davon entfernt schwach zu sein und die Produktion ist amtlich. Aber manches wirkt mir zu sehr konstruiert und hier und da nicht zwingend genug. Bei RAMMSTEIN darf man die Messlatte ruhig mal etwas höher ansetzen.

Meine drei Newcomer des Jahres sind TURBOKILL, RAZOR PUNCH und DEAF RAT.

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2019 gab es zudem gleich eine Reihe herausragender Liveveröffentlichungen, was mich als großer Liebhaber von Livemucke ganz besonders freute. Hier hat HELLOWEEN mit "United Alive" ganz weit die Nase vorn. Das Teil setzt neue Maßstäbe. Gleich dahinter folgt KING DIAMOND, dessen "Songs From The Dead Live" die erste offizielle audiovisuelle Vollbedienung darstellt. NIGHTWISH bringt "Decades: Live In Buenos Aires" in die heimischen Wohnzimmer. Auch die Monstershow "Recordead Live - Sextourcism In Z7" von LORDI macht Spaß. Die Celtic-Rocker RUNRIG baten zum letzten Tanz. "The Last Dance – Farewell Concert" ist eine sowohl in Bild als auch Ton wunderbar eingefangene Abschiedsvorstellung. Zwar nicht visuell und nur auf CD zeigen sich die Altrocker MAGNUM auf "Live At The Symphony Hall" in bestechender Form. Den Schweden BULLET ist es gelungen ihre formidablen Livequalitäten auf der Doppel-CD "Live" für die Nachwelt festzuhalten. Die Legende FOREIGNER feiert auf "Double Vision: Then And Now" ihr 40-jähriges Jubiläum mit einer Wiedervereinigung der Ur-Besetzung. Die Deutschrocker KÄRBHOLZ geben sich mit Herz & Verstand – Live In Köln" die Ehre. LEE AARON weckt mit "Power, Soul, Rock`n`Roll – Live In Germany" Erinnerungen an einen heißen Konzertsommer 2016. Nicht zu vergessen sind auch die beiden Releases von HEART - "Live in Atlantic City" und GOV'T MULE - Bring On The Music - Live at The Capitol Theatre.

Aber sind wir doch ehrlich, nichts ist schöner als ein Konzertbesuch selbst. Hier gab es letztes Jahr auch ein paar persönliche Höhepunkte. Überragend war hierbei der Auftritt von Y&T im Riffelhof. Gleich dahinter folgt die Reunion meiner alten lokalen Helden GRAVESTONE, die ich gleich zweimal live erleben durfte, einmal in Illerzell und dann nochmals vor ausverkaufter Hütte im Riffelhof Burgrieden. Beeindruckt hat mich KISS auf der Abschiedstour in München mit einer Wahnsinnsshow. Ebenfalls in bester Erinnerung habe ich noch die Releaseshow von DARK BLUE INC. in der Traube Bellenberg, sowie die Konzerte von AVANTASIA, AXEL RUDI PELL, FOREIGNER und DIE TAUCHER. ROCK MEETS CLASSIC war wie immer ein ganz besonderes Erlebnis, ich liebe diese Symbiose aus Rock und Klassik. Das Familientreffen auf dem BANG YOUR HEAD ist immer ein Hightlight, wie auch der erneute Besuch auf dem VOLLE KRAFT VORAUS FESTIVAL. Diese drei Termine sind für dieses Jahr bereits wieder fest eingeplant.

Bei einem bin ich mir ziemlich sicher: Das neue Jahr 2020 wird nicht weniger rocken als das vergangene!

Redakteur:
Tommy Schmelz

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