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Perlen der Redaktion: Jonathan Walzers Highlights 2021

26.01.2022 | 15:24

Auch im Jahr 2021 konnte gute Musik aus fast allen Genres überzeugen, aber der Sieg gebührt den Kürbissen.

Ich hatte ungeheure Freude im Jahr 2021 an der Musik. Dabei musste ich von meinen Redaktionstätigkeiten eine gewisse Pause einlegen. Ich merkte im Frühjahr, dass da vieles nur noch aus Pflichterfüllung gehört wurde, mir war ein wenig die Leichtigkeit am Schreiben über Musik verloren gegangen. Jedenfalls bin ich froh, dass sich das zum Herbst hin wieder geändert hat. Ich schreibe wieder einige Rezensionen, und das ist gut so. Natürlich war diese Rezensionsmüdigkeit auch mit fünf Monaten Kurzarbeit und einem stressigen Umzug begründet.

Was hat mich musikalisch begeistert? Natürlich das erste Konzert, auf das ich seit Pandemiebeginn durfte. Das "Stormcrusher"-Festival im September in Weiden fühlte sich an wie "vor Corona", wurde zu einem einzigen Fiasko für meinen Geldbeutel, aber meine Güte, wie genial war es, endlich wieder mit haufenweise Maniacs ordentlich abzuhailen, während Bands wie CHAPEL OF DISEASE, MEGATON SWORD oder LORD VIGO uns einheizten!

Neue Scheiben landeten natürlich auch wieder viele in meiner Sammlung. Sie alle wurden überstrahlt von den Kürbissen. Was die Kürbisfreunde von HELLOWEEN auf ihrem selbstbetitelten Album abreißen, hätte ich so nie erwartet. Ein grandioses Comeback, das die letzten Werke verblassen lässt und mit großartigen Hymnen (und Sängern) aufwartet. Weniger überraschend und durchaus mit Anlaufschwierigkeiten konnte mich auch IRON MAIDEN mit der Zeit überzeugen. Dabei tat ich mich anfangs nach "The Book Of Souls" samt dem Übersong 'The Red And The Black' etwas schwer, da diese eine alles überstrahlende Hymne auf dem neuen Werk fehlt. Aber mit der Zeit habe ich das Scheibchen lieben gelernt.

Mit LUNAR SHADOW (stark veränderter Sound, aber weiter hochklassig) und DREAM THEATER (endlich zurück zu alter Stärke!) konnten mich zwei weitere langjährige Faves begeistern.

Anders als im Vorjahr spielte Popmusik bei mir 2021 keine so große Rolle. Aber an der Chart-Sensation OLIVIA RODRIGO kam auch ich nicht vorbei. Ihr Mix aus Dreampop, rockigem Pop-Punk und grandiosen Songs, garniert mit einer wunderschönen Stimme, holte mich voll ab. "Sour" ist das "Let Go" von 2021.

Im Death Metal begeisterte mich vor allem SIJJIN mit den "Sumerian Promises". Das würde ich mir auch live sofort geben. Klasse war 2021 auch der Black Metal mit Bands wie GRÁB, GRABUNHOLD, KANONENFIEBER und DARKTHRONE. Vor allem die deutsche Übermacht überraschte mich hier stark.

Im traditionellen Metal durften auch langsamer gewordenen VULTURE, die extrem eigenständigen Amis von SACRED OATH oder überraschenderweise RUNNING WILD punkten. Rolf brachte uns die Schunkelmomente von "Shadowmaker" zurück, und das ist super. MEGA COLOSSUS kam mir erst extrem spät zwischen die Ohren, heute würde das Album sicher die Top 10 knacken. Extrem guter Sound mit SLOUGH FEG-/ BLIND GUARDIAN-Anklängen, dazu extrem sympathische Jungs - was will man mehr? KONQUEST macht Hoffnung auf die Zukunft.

Im Thrash fühlte ich mich 2021 eigentlich nur von SPACE CHASER so wirklich hochklassig unterhalten. Im AOR hält THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA die Stange hoch, grenzt aber vom Härtegrad ja oft eher an ABBA als an Hard Rock. GRETA VAN FLEET bietet uns die dritte Classic-Rock-Vollbedienung am Stück. Wer es gotisch mag, muss sich mit IDLE HANDS, ach Quatsch, UNTO OTHERS auseinandersetzen. Und THE NEAL MORSE BAND bietet natürlich die erhoffte Prog-Vollbedienung.

ANGSTKVLT konnte leider nicht aufgenommen werden, da ich mich auf Studioalben konzentriert habe, aber diese völlig abgefahrene EP solltet ihr euch auch geben.

Klar gab es auch Enttäuschungen in 2021. ALDA lief zum Beispiel völlig an mir vorbei, trotz eines grandiosen Artworks. Das schönste Cover bot uns (wieder mal!) LUNAR SHADOW mit "Wish To Leave".

Bei Powermetal.de liebte ich es, den SAXON-Diskographiecheck zu lesen. Dicke Empfehlung hier von mir, das hat Frank wirklich genial gemacht.

Re-Releases begeisterten natürlich auch in 2021. LEGIONED MARCHER zum Beispiel bietet super US-Metal (aber leider nur zwei Songs in guter Qualität). Auf Arkeyn Steel Records ist bei Re-Releases Verlass, siehe auch SAFE HAVEN. Endlich wieder super erhältlich ist das Debüt der White-Metal-Legende LIVING SACRIFICE, ein herausragender Thrash-Abriss! Für Re-Releases von VENOM, ONSLAUGHT, OVERKILL oder GRIM REAPER bin ich dankbar, da ich dadurch endlich mal etliche klassische Alben hören kann (nein, nur Streaming ist weiterhin keine Option). Und die ersten beiden SATYRICON-Alben fanden auch endlich ihren Weg in meine Sammlung.

Im Pop-Bereich hat DUA LIPA das Album "Future Nostalgia" noch mal stark aufgewertet mit der "Moonlight Edition". Die besten Wiederveröffentlichungen sind fraglos die beiden "Taylor's Version"-Varianten von "Red" und "Fearless". Zwei der besten Pop-Alben des neuen Jahrzehnts, von TAYLOR SWIFT komplett neu eingespielt und jeweils mit einer kompletten CD an Extra-Songs ergänzt, die oft locker das Niveau der Klassiker halten. Ein Träumchen für swiftonische Musikliebhaber.

Ja, es war ein super Jahr für Musik. Ich bin dankbar für meine Family und meine Freunde, für all die guten Connections und großartigen Festivalerlebnisse, für viele wunderbare Scheiben, für gute Filme im Kino ("Dune"!), für viel Spaß mit Noppenbausteinen. Das Leben ist schön.

Hier noch meine Top 20 des letzten Jahres:

Rang Band Album
1. Helloween Helloween
2. Iron Maiden Senjutsu
3. Lunar Shadow Wish To Leave
4. Dream Theater A View From The Top Of The World
5. Olivia Rodrigo Sour
6. Sijjin Sumerian Promises
7. Vulture Dealin' Death
8. Grab Zeitlang
9. The Night Flight Orchestra Aeromantic II
10. Grabunhold Heldentod
11. Space Chaser Give Us Life
12. Sacred Oath Return Of The Dragon
13. Greta Van Fleet The Battle At Garden's Gate
14. Unto Others Strength
15. Running Wild Blood On Blood
16. Mega Colossus Riptime
17. Kanonenfieber Menschenmühle
18. The Neal Morse Band Innocence & Danger
19. Darkthrone Eternal Hails
20. Konquest The Night Goes On

Redakteur:
Jonathan Walzer

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