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Perlen der Redaktion: Peter Kubaschks Highlights 2021

27.01.2022 | 19:31

Auch in 2021 gab es genug Perlen.

Wahrscheinlich hat so ziemlich jeder gedacht, dass es nach 2020 nur besser werden kann. In vielerlei Hinsicht dürfte dies auf 2021 jedoch nicht zutreffen. Bei mir persönlich war es allerdings ein positives Jahr. Alle in der Familie sind gesund geblieben und außerdem gab es mit Hund Tayo und Kater Pepe zur Jahresmitte noch wichtigen Haushaltszuwachs. Vielleicht liegt es sogar ein bisschen an den beiden, dass ich 2021 musikalisch weniger stark als erhofft fand, denn die Zeit, um in Ruhe Musik zu hören, ist doch merklich geschrumpft, außerdem gab es ab und zu eine neue Definition des Wortes "Schreibblockade":


Bereits Ende Januar erschien mit SOENs "Imperial" für mich das beste Album des Jahres. Und tatsächlich ist es das mit mit einem Jahr Abstand zur Veröffentlichung auch immer noch sehr deutlich. Auch heute läuft "Imperial" immer noch sehr regelmäßig bei mir und packt mich jedes Mal aufs Neue. Darüberhinaus waren Joel Ekelöf und Martin Lopez sympathische, reflektierte Interviewpartner, was den positiven Eindruck nur noch verstärkt.

An diesem Monolithen von Album konnte im Laufe des Jahres nur eine Band halbwegs rütteln. Dass diese BIFFY CLYRO heißt, dürfte keine Überraschung sein. Die sympathischen Schotten haben die erzwungene Tourpause genutzt, um nur etwas mehr als ein Jahr nach "A Celebration Of Endings" mit "The Myth Of The Happily Ever After" ein neues Werk vorzustellen. Stilistisch bewegt man sich darauf zwischen dem Soundtrack-Album "Balance, Not Symmetry" und eben dem Vorgänger "A Celebration Of Endings". Simon Neil und die Johnston-Zwillinge machen hier hörbar das, worauf sie Bock haben und dabei entstehen auch Songs wie 'Separate Missions' oder 'Sleepy Sleepy Slurp Slurp', die wahrlich keine Kompromisse eingehen.

Um den letzten Platz auf dem Treppchen gibt es dann ein Hauen und Stechen von drei tollen Alben, die allesamt gemeinsam haben, dass der jeweilige Vorgänger noch besser war. Gewonnen haben letztendlich die Australier THE STRANGER, die mit "Kaleidoscope" ein farbenfrohes Zweitwerk auf die Proggies loslassen. Wie es sich gehört, muss man sich darauf erst einmal einlassen und auch die Veränderungen im Sound akzeptieren, bevor man es so abfeiert wie ich. Auf Augen- und Ohrenhöhe dahinter kommen die Norweger LEPROUS und die Finnen WHEEL. Auffällig auch, dass bis auf THE STRANGER alle Bands auch schon im Jahr 2019 in den Top6 meiner Jahrescharts standen, die Australier dafür im Jahr 2017. Das spricht natürlich auch für eine gewisse Konstanz.

So ganz und gar nicht auf dem Schirm hatte ich THE VICOUS HEAD SOCIETY, deren Kopf und Vordenker der Ire Graham Keane ist. "Extinction Level Event" ist das zweite Werk des Herren und dürfte jedem Proggie, der auch Bands wie HAKEN oder die ebenfalls in dieser Liste vertretenen DREAM THEATER und A DYING PLANET mag, sehr gut hereinlaufen. Songs wie 'Judgement' oder 'Absolution' dürften einige Kinnladen überstrapazieren.


Auch sonst war es im progressiven Bereich dieses Jahr ausgesprochen ergiebig. Denn auch die bereits erwähnten A DYING PLANET und DREAM THEATER, sowie SHUMAUN, VOLA, POVERTY'S NO CRIME und BETWEEN THE BURIED & ME haben hohe Qualität abgeliefert. Knapp an der Liste gescheiterte Truppen wie TERRA ODIUM oder AZURE sind da noch gar nicht inbegriffen.

Doch auch im Bereich Hard und Melodic Rock hat 2021 einiges zu bieten gehabt. Vor allem die Briten THUNDER haben ihr Werk 'All The Right Noises' absolut korrekt betitelt. Doch auch W.E.T. und CANDLEBOX sowie die knapp gescheiterten AUTUMN'S CHILD, KENT HILLI und ECLIPSE haben hier absolut überzeugt.

Das ganze große Thema im traditionellen Sektor war natürlich das neue IRON MAIDEN-Werk, das mich sehr positiv überrascht hat, nachdem ich "The Book Of Souls" viel zu lang und "The Final Frontier" viel zu langweilig fand. Hier machen Bruce Dickinson, Steve Harris und Co. aber wieder so einiges richtig und veröffentlichen nebenher mit 'Hell On Earth' den besten Song seit 'Paschendale'. Ganz stark. Etwas besser gefielen mir lediglich die Werke von PHARAOH und WITHERFALL, die qualitätsbewusste Banger sicher nicht verpassen dürfen.

Komplettiert wird die Top20 von der wunderbaren ANNEKE VAN GIERSBERGEN, deren Werk sich stilistisch am äußersten Rand dessen bewegt, was wir bei POWERMETAL.de üblicherweise so besprechen, und dem Comeback der britischen Post-Rocker MAYBESHEWILL, das ebenfalls voll überzeugt.

In Sachen livehaftiger Beschallung habe ich dieses Jahr noch einmal die komplette Abstinenz erfahren, aber es bleibt zu hoffen, dass sich das irgendwann in 2022 wieder ändert, auch wenn es bisher leider nicht den Anschein hat, aber es kann eigentlich nur besser werden.

 

1. Soen Imperial
2. Biffy Clyro The Myth Of The Happily Ever After
3. The Stranger Kaleidoscope
4. Leprous Aphelion
5. Wheel Resident Human
6. The Vicious Head Society Extinction Level Event
7. Thunder All The Right Noises
8. A Dying Planet When The Skies Are Grey
9. W.E.T. Retransmission
10. Candlebox Wolves
11. Pharaoh The Powers That Be
12. Dream Theater A View From The Top Of The World
13. Anneke van Giersbergen The Darkest Skies Are The Brightest
14. Shumaun Memories & Intuition
15. Vola Witness
16. Witherfalll Curse Of Autumn
17. Poverty's No Crime A Secret To Hide
18. Iron Maiden Senjutsu
19. Between The Buried & Me Colors II
20. Maybeshewill No Feeling Is Final

Redakteur:
Peter Kubaschk

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